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Deutsches Sprichwörter-Lexicon von Karl Friedrich Wilhelm WanderLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Fahetag bis Fähnskeding (Bd. , Sp. )
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Artikelverweis Fahetag
Es ist nicht alle Tage Foahtoag.Schöpf, 112.
D.i. Glückstag, an dem eine Sache gelingt.
 
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Fahevielan
Fahevielan bächt lützel1.Eiselein, 157.
1) Beendigt wenig.
Lat.: Multa aggressus omnibus frustrabitur. – Plurima qui aggreditur, nil apte perficit unquam. (Eiselein, 157.)
 
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Fähig
Er wäre fähig, Spermöl zu verfälschen. (Nordamerika.)
In New-Bedford (Massachusetts) sagt man dies von einem Menschen, den man als durchaus schlecht bezeichnen will. Da Spermöl und Thran im gereinigten Zustande schwer voneinander zu unterscheiden, aber im Preise sehr verschieden sind – jenes der Gallon 1 Dollar 45 Cents, dieser 45 Cents –, so wird das erstere häufig durch Thran verfälscht. New-Bedford hat es sich aber zur Ehrensache gemacht, das Spermöl rein und unverfälscht zu liefern, sodass man dort einen Menschen, der es fälscht, jeder andern Schlechtigkeit für fähig hält. (Vgl. Unsere Tage, Braunschweig 1860, Heft 15, S. 114.)
 
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Fähigkeit
Es geht keine Fähigkeit über die Zahlungsfähigkeit.
»Die Fähigkeit, auf welche die Menschen den meisten Werth legen, ist – die Zahlungsfähigkeit.« (Blumenthal, 47.)
 
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Fähnchen
Dat Fentchen upn Hot steckn.Eichwald, 473.
Fröhlich, vergnügt, ausgelassen sein.
 
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Fahne
1. Die Fahne bleibt nicht stets in einer Hand.
Frz.: Cent ans bannière et cent ans civière. (Lendroy, 438.)
 
2. Ein alter Fahn ist seines Hauptmans Ehr.Henisch, 997; Winckler, XV, 17.
It.: Bandiera vecchia honor di Capitano. (Pazzaglia, 26, 2; Bohn I, 74.)
 
3. Eine zerrissene1 Fahne ehrt mehr als eine ganze.Scheidemünze, I, 488.
1) Im Kampfe zerschossene, zerfetzte.
 
4. Je mehr die Fahnen von Kugeln durchfetzt sind, desto mehr ehrt man sie.Scheidemünze, I, 1197.
 
5. Man kann eine Fahne mit einem Schnürlein anbinden, aber es kostet viel tausend Thaler sie wieder abzulösen.Henisch, 947.
Krieg ist bald angefangen, aber langsam geendet.
 
6. Man muss seine Fahne nicht verlassen.
Holl.: Men moet het vaantje niet laten liggen. (Harrebomée, II, 354.)
 
7. Nimm du die Fahne, der Sigrist das Weihwasser und der Teufel den Pfaffen, so haben wir alle zu schaffen.Fischart.
 
8. Wenn die Fahn' auf dem Thurme sich dreht, gibt's manchen Affen, der es ihr nachmacht.
 
9. Wenn die Fahne gerettet, so ist die Ehre gewonnen.
Man muss sehr oft zufrieden sein, wenn man mit Ehren davonkommt.
It.: Bandiera franca honor di guerra. ( Pazzaglia, 26, 1.)
 
10. Wenn die Fanen fliegen im Feldt, zum vnfried in aller welt, so ist Hoffart ein Ehr' vnd sonst nimmermehr.Gruter, III, 94; Lehmann, II, 860, 14.
 
11. Die Fahne nach dem Winde hängen.
 
12. Er hat seine Fahne verlassen.
Holl.: Hij laat het vaantje liggen, eer hij de vijanden ziet. (Harrebomée, II, 354.)
 
13. Unter Einer Fahne mit einem fechten.
 
14. An der Fahn' kennt man den Mann.
 
15. Eine alte Fahne ist die Ehre des Feldherrn.
 
16. Wenn die Fahnen im Felde fliehen, dann ist Hoffart eine Ehre.Wirth, I, 120.
 
17. Einen Foan haben.Schöpf, 118.
Scherzhaft für Rausch, von dem schwankenden Gehen des Fahnenträgers.
 
18. Er legt (streckt) die Fahne.
D.h. er ergibt sich.
 
19. Es ist eine abgeschossene Fahne.
Für einen abgelebten oder unbrauchbar gewordenen Menschen.
 
20. Seine Fahne aufpflanzen.
»Aus Bescheidenheit hab' ich bisher auf keins meiner Bücher den Namen gesetzt, wo aber die Frechheit ihre Truppen auf den Markt ziehen lässt, muss wol die unbescholtene Kühnheit ihre Fahnen auf den Wald pflanzen.«
 
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Fahnenführer
Er ist ein Fähnkeführer.Frischbier, 169; Hennig, 62.
In dem Sinne von Rädelsführer (s.d.), ein Aufwiegler, Anführer, der gleichsam die Fahne führt.
 
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Fahnenstange
Er ist eine Fahnenstange.
Lange, dürre, hagere Person.
 
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Fahnlehn
1. Fahnlehen und Bischofgut muss der König ganz leihen und nicht zweien.Graf, 448, 40.
Gegen Zerstückelung der Länder, deren Untheilbarkeit schon früh als Grundgesetz galt.
 
2. Kein Fahnlehn, man empfange es denn vom Könige.Graf, 33, 81.
 
3. Nur Fahnlehn erhöhet des Mannes Schild.Eisenhart, 42.
Fahnlehen sind solche weltliche Lehen, die mit landesherrlicher Hoheit verbunden sind. Die Belehnung damit geschah früher mit einer Fahne, die dem Fürsten, der sie empfing, übergeben wurde, ist aber seit dem 10. Jahrhundert ausser Brauch. Das Sprichwort sagt, dass, wenn ein Glied des niedern Adels ein Fahnlehn erlangt habe, er dadurch, ohne einer besondern Standeserhöhung zu bedürfen, zu der damit verbundenen höhern Würde eines Grafen oder Fürsten gelangt sei.
 
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Fähnlein
1. An den Fähnlein sieht man, wer den Sieg davongetragen.Eiselein, 158.
Lat.: Victrices turbae victricia signa tulere. (Eiselein, 158.)
 
2. Ein Fähnlein ist leicht an eine Stange geheftet, aber schwer losgenommen.
 
3. Er ist wie das Fähnlein auf dem Dach. Kirchhofer, 176.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
4. Oan an reotes Fanl 'afstök'n. (Oberösterr.) – Baumgarten, 24.
 
5. Sie gehören in eure Fähnlein.
 
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Fähnskeding
Die Fähnskedinger backen nicht mehr. (Schles.)
Es genügt nicht zu sagen: Teller, so liegt die Wurst darauf, man muss selbst Hand und Fuss rühren; über- oder unterirdische Wesen besorgen es nicht mehr. Die Redensart bezieht sich auf eine schlesische Sage. Noch vor etwa funfzig Jahren erzählte man in der Umgegend des im falkenberger Kreise liegenden molwitzer Bergs, es hätten in demselben früher besondere Wesen gewohnt, zwar von menschlicher Gestalt, aber zwerghaft, mit gewaltig grossen Köpfen und einer Sprache, ähnlich der von Kindern, die erst sprechen lernen. Obgleich sie im allgemeinen nicht im besten Rufe standen – sie sollten unter anderm gern Kinder stehlen oder austauschen – waren sie bisweilen guter Laune. So hörte einst ein in der Nähe ackernder Knecht, dass die kleinen Leute im Berge mit Backen beschäftigt waren, da rief er: »Backt mir eine Vorbacke« (wol, was man in andern Gegenden Schlesiens Rauchkuchen nennt). – »Du sollst sie haben«, wurde ihm geantwortet. Es dauerte nicht lange, so brachte ein Weiblein auf silberner Schüssel, mit seidenem Tuche bedeckt, das gewünschte Gebäck, das dem Knecht vortrefflich mundete. (Neue Schles. Provinzialblätter, 1863, S. 425.)

 

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