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Deutsches Sprichwörter-Lexicon von Karl Friedrich Wilhelm WanderLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Fabeln bis Fackel (Bd. , Sp. )
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Artikelverweis Fabeln
Er fabelt ohne Hitze.
 
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Fabian
1. Am Fabian un Sebaschtian fange d' Bäum ze saften an. (Strasburg.) – Firmenich, II, 527.
 
2. Fabian Sebastian fängt de Baam to driben an. (Hannover.) – Schambach, 369.
 
3. Fabian Sebastian fängt der rechte Winter an. (Koblenz.) – Boebel, 2.
 
4. Fabian Sebastian lest den Safft ins Holz gahn.Petri, II, 308; Blum, 243; Boebel, 2; Oec. rur., 6, 201; Simrock, 2237; für Marsberg: Firmenich, I, 321, 18; niederdeutsch bei Eichwald, 460.
Um diese Zeit (20. Jan.) fängt nach dem Sprichwort die Natur an, sich allmählich wieder zu beleben. Die Bewegung wird im Pflanzenreich wieder merklich.
 
5. Fabian Sebastian nimmt der Taubert die Taube an. (Sachsen.) – Boebel, 2.
 
6. Fabiaun und Sebastiaun lät den Saft in de Bäume gaun. (Tecklenburg.) – Boebel, 2; Kirchhofer, 348.
 
7. Sonniger Fabian lässt dem Bauer das Futter ausgahn. (Deutsch- Krone.) – Boebel, 2.
 
8. Wenn Fabian Sebastian tanzen die Mücken, so muss man den Kühen das Futter bezwicken.Firmenich, I, 298, 33.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
9. Zu Fabian und Sebastian dreht sich der Frousch an Luche ümering.
Zu Fabian und Sebastian dreht sich der Frosch im Loche um.
 
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Fabius
Er ist mehr Fabius als Camillus.
»Der deutsche Staatenbund auf defensiver Grundlage beruhend, ohne Actionsspitze, ist mehr Fabius als Camillus.« (Norddeutscher Correspondent vom 3. Febr. 1864.)
 
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Fabrik
1. Das ist aus deiner (eigenen) Fabrik.
Von dir selbst ersonnen, erfunden u.s.w.
 
2. Sie sind aus derselben Fabrik.
Von gleichem Schlage; es ist einer so schlecht als der andere; sie taugen beide nichts.
 
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Fabrill
Er ist zu einer Fabrill1 und Gassenrede worden.Grimm, III, 1217; Eiselein, 157.
1) Aus dem spanischen fabriella = Gerede, Märchen, Schwatz der Leute. – Wahrscheinlich nach 1 Kön. 9, 7 und 2 Chron. 7, 20. (S. Fabel 4.)
 
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Facenetel
Er kan auch Facenetel verschicken.Mathesy, 353b.
Mathesy, a.a.O., sagt ironisch: »Ein Jungfrewlein das muss spatziren fahren, jhre eigenen Zehrhellerlein haben. Es kan auch Buelbrieflein schreiben, kan auch Facenetel verschicken. Das ist ein verdeckt Essen vnnd verdächtige sache.«
 
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Fach
1. Das ist nicht mein Fach, sagte der Bote zum Richter, da er sitzen sollte.
 
2. Ich bin in meinem Fach, sagte der betrunkene Maurer, als er in die Kalkgrube (Kalkschaff) gefallen war.
Holl.: Ieder in zijn vak, zei Gijsje, en hij viel in den kalkbak. (Harrebomée, II, 357.)
 
3. Jedem gefällt sein Fach.
Lat.: Causidicus lites, sed vinitor undique vites; vulnus amat medicus, presbyter interitus. (Binder II, 463; Eiselein, 157.)
 
4. Jeder bleibe bei seinem Fach, dann fällt auch kein Schneider vom Dach.
 
5. Das ist nicht mein Fach.
Holl.: Dat behoort niet tot mijn vak. (Harrebomée, II, 357.)
 
6. Nur seinem Fache leben.
Lat.: Factum sit, infectum sit, narratum est quod refero.
 
7. Bliwt 'n Jeder bî sîn Fach, fällt kên Schnider van Dach.Schlingmann, 401.
 
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Fachen
Einem eine (Ohrfeige, Maulschelle) foachen1. Schöpf, 112.
1) Ahd.: vâhen = fangen. – Einem eine aufifoachen.
 
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Fachse
Fachse, s. Faxe.
 
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Facit
Das Facit wird anderst herauskommen.Lehmann, 173, 16.
 
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Fackel
1. Brennende Fackel muss geschneuzt werden. Eiselein, 158.
 
2. Die fackel, die vorgehet, leuchtet wol.Henisch, 967.
 
3. Die Fackel mag noch so schön brennen, endlich erlischt sie doch.Parömiakon, 318.
 
4. Eine Fackel, die aufrecht getragen wird, leuchtet minder hell, als die man gegen die Erde nieder trägt.Sailer, 328.
 
5. Man kann die Fackel umkehren, die Flamme schlägt doch empor.
 
6. Viele wollen andern Fackeln tragen, vnd sie gehen im Finstern.Lehmann, 600, 109.
 
7. Was die Fackel verzehrt, ist Fahrniss.Eisenhart, 188; Graf, 64, 2; Simrock, 2238; Estor, III, 661; Grimm, Rechtsalt., 566; Hillebrand, 42; Eiselein, 158.
Nach deutschem Recht zerfällt alle Habe in liegende (feste, unbewegliche) und fahrende (lose, bewegliche). Jene stand nach diesem altstrengen Rechte nur den Freien, diese auch Unfreien zu; jene konnte nur von Männern, diese auch von Frauen ererbt werden. Zur Feststellung des Begriffs »Fahrhabe« hat man verschiedene Erklärungen. Der Sachsenspiegel begreift darunter, was getrieben und getragen werden, das obige Sprichwort aber alles, was das Feuer verzehren kann, also auch Gebäude.
 
8. Wenn die Fackel erlischt, was soll das Pfenniglicht machen.Parömiakon, 324.
Wenn der Starke fällt, wie viel mehr Ursache hat der Schwache, auf seiner Hut zu sein.
 
9. Wer eine Fackel im Hirn hat, leuchtet heller als das Wachslichtlein auf der Schulbank. Sailer, 290.
 
10. Die Fackel übergeben. (Altgr.)
In gewissen Wettläufen zu Athen musste der Laufende eine Fackel so halten, dass sie nicht auslöschte, und nach Vollendung des Laufs dem Folgenden übergeben. Daher die sprichwörtliche Redensart, womit man sagte: Nun ist die Reihe an dir, ich trete dir Geschäft, Amt u.s.w. ab.
 
11. Eine Fackel anzünden, um der Sonne zu leuchten.
 
12. Einem die fackel fürtragen.Henisch, 967.
Ihm heimleuchten.
 
13. Wenn jhm ein anderer nicht ein Fackel vortrüge, so sehe er bei seinem Lichte nichts. Lehmann, 819, 1.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
14. Eine Fackel gibt an der Sonne keinen Schein.
 
15. Wem die Fackel zum Erleuchten gegeben ist, der muss damit nicht anzünden.
 
16. Das Fackel tränken.
Beim Brecheln herrscht der Brauch, dass man einer Brechlerin ein Kränzchen von halbgebrecheltem Flachs heimlich an den Kittel hängt; das Kränzchen heisst Fackel oder Bär. Ist dies geglückt, so geht einer nach Wasser, um das Fackel zu tränken, wobei dann das Wasser der Betreffenden gewöhnlich unter den Kittel hinaufgegossen wird. (Heber, 90.)

 

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