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Deutsches Sprichwörter-Lexicon von Karl Friedrich Wilhelm WanderLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Eselstuhl bis Essen (Subst.) (Bd. , Sp. )
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Artikelverweis Eselstuhl
Der Eselsstuhl1 halbent em vorm Haus. (Solothurn.) – Schild, 73, 190.
1) Der Schneidestuhl, die Schnitzbank. Er hat blindes Glück. (S. Holzschlägel.)
 
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Eselsweise
Wer ist eselsweis', geht nur einmal auf das Eis. Simrock, 2161; Eiselein, 152.
 
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Eselsweisheit
1. Es ist Eselsweisheit, wieder auf das Eis zu gehen, auf dem man gefallen ist.Simrock, 2160.
 
2. Eselsweisheit macht sich gern breit.Körte, 1233.
 
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Eselswolle
Von Eselswolle einen schatten machen. Franck, II, 90a.
 
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Eseltreiber
Werd' ein Eseltreiber.Eiselein, 153.
Lat.: Olitoris age caballum. (Binder II, 2364; Eiselein, 153.)
 
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Espe
Der Espe das Zittern lehren wollen.Reinsberg IV, 62.
 
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Espenlaub
Wie Espenlaub zittern.
 
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Espi
E-n off-e Espi1. (Schaffhausen.)
1) Ein uneingefriedigtes Grundstück. – Ein Espi kommt auch in Buchthalen, ein Espili in Schleitheim (Schaffhausen) vor. Espi war wahrscheinlich ehemals ein Appellativum, wie Ruppen, ein Complex von Gütern bei Stein am Rhein. Auch im Canton Appenzell ist ein Ruppen. Solche Appellativa sind: Hard, Kapf, Gubel, Hettler, Randen, Erlen, Brühl, Ergete, Egerte, Huob. (Vgl. Eckardt, Die Schweiz, 68.)
 
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Ess
Um ein paar Ess zu leicht sein. (Kreis Landeshut in Schlesien.)
Um Leichtsinn und Charakterlosigkeit zu bezeichnen.
 
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Esse
1. Die Esse fürchtet den Rauch nicht.
 
2. Eine Esse, die den Rauch fängt, wird selbst schwarz.
 
3. Eine kalte Esse raucht nicht.
Wer leidenschaftlich handelt, in dessen Innern muss ein Feuer glühen.
 
4. In einer kleinen Esse fliegen auch Funken.
Bei Hippel (Lebensläufe) findet sich: »Auch in einer bürgerlichen Esse« u.s.w.
Lat.: Habet et muscula splenem. (Philippi, I, 172.)
Ung.: Még a bárányban is vagyon harag. (Gaal.)
 
5. Jede Esse hat ihren Rauch.
 
6. Wer die Esse scheuert, macht sich schwarz.
 
7. Wer nicht vor der rechten ess gewesen ist, der weiss nicht, wie heiss die Kohlen seind. Lehmann, 801, 37.
 
8. Wer sich selber in die Esse hängt, der muss nicht über Rauch klagen.
 
9. Wo die Esse immer raucht, da schmiedet man Nägel zum Hungerthurme.Sprichwörtergarten, 306.
Stetes Wohlleben führt zur Armuth.
 
10. Wo die Esse raucht, fehlt es an Freunden nicht.
Lat.: Dum fervet olla, fervet (vivit) amicitia. (Philippi, I, 127.)
Ung.: Addig a barátság, még zsiros a konyha. (Gaal.)
 
11. Das kompt auss Einer Ess.Henisch, 944.
Aus einer und derselben Werkstatt, von einem Meister.
 
12. Er geht erst auss der esse.Franck, II, 34b; Henisch, 944.
 
13. Es ist schon in der Esse (was geräuchert, was geschmiedet werden soll).
 
14. Etwas in die Esse schreiben.
 
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Essen (Subst.)
Essen (Subst.).
 
1. Auf ein gewisses Essen ist gut warten. (Nürtingen.)
 
2. Auf ein kleines Essen folgt ein grosses Wasch.
 
3. Beim Essen mit und ohne Schinken muss man dreimal trinken.
It.: Il mangiare insegna a bere. (Bohn I, 102.)
 
4. Beym essen sol man frôlich seyn.Petri, II, 44; Henisch, 1250.
 
5. Das essen vnd auch frischer trunck schmeckt wol nach einem Jägersprung.Henisch, 948.
 
6. Ein schlechtes Essen, auf das man warten muss, ist nicht werth eine taube Nuss.
Frz.: Petit dîner longuement attendu n'est pas donné, mais chèrement vendu. (Magazin, 1863, 605.)
 
7. Essen, Ruh' und Trinken lässt das Leben nicht sinken.
 
8. Essen, Trüncken und Venus Spiel schadt, wo mans braucht ohn Mass und Zihl.Sutor, 7.
9. Essen und Trinken erhält den Leib.Struve, I, 23.
Lat.: Somno, esca potu, nemo carere potest. (Gaal, 392.)
Span.: A la cabeça, la comida la endereça. (Bohn, I, 195.)
Ung.: Etet, ital, álom: szükséges ez a három minden féleállatnak. (Gaal, 392.)
 
10. Essen und Trinken ist das halbe Leben, in der Hölle Liegen aber das ganze. (Wend. Lausitz.)
Unter Hölle ist der Platz hinter dem Ofen gemeint, der hier und da auf dem Lande sehr beliebt ist.
 
11. Essen und Trinken muss sein und wären alle Bäume Galgen.Simrock, 2196; Eiselein, 154.
 
12. Essen und Trinken sind beide gut, nur eins ums andere.Geiler.
 
13. Essen vnd trinken helt Leib vnd Seel zusammen.Petri, II, 292; Blum, 563; Bücking, 41; Kirchhofer, 251; Körte, 1234.
Lat.: Quos edisse pudet, vita molesta gravat. (Binder II, 2908; Seybold, 517.)
 
14. Êten un Drinken helt Lîf un Sêl tohôp1, bäter as'n îsern Band. (Ostfries.) – Bueren, 422; Hauskalender, I; Eichwald, 453; Frommann, IV, 288, 455; Goldschmidt, 127; für Lippe: Curtze, 328; für Hannover: Schambach, 229; Schütze, I, 293; Goldschmidt, II, 22.
1) Aus tô hôpe, zu Hauf, d.i. zusammen, to hôp gewen = ehelich verbinden. Wo hängt dat to hop? (Vgl. Frommann, III, 265, 2.)
 
15. Fastliches Essen, schlechtes Essen (oder: schlechte Kost).Frischbier, 163a.
 
16. Geferbte vnd verdeckte essen sind vngesund vnnd verdechtige essen.Petri, II, 326.
 
17. Gewärmte Essen schmecken nicht wohl (oder: munden nicht).Kirchhofer, 251; Simrock, 12292.
Lat.: Crambe bis posita (cocta) mors est. (Seybold, 92.) – Crambe repetita occidit. (Juvenal.) (Binder I, 241; II, 596.)
 
18. Gut essen macht ein appetit.Lehmann, 509, 13.
 
19. Hurtig zum Essen und langsam zur Arbeit, ist halbe Faulheit.
 
20. Ihr Essen und sein Essen lässt sich nicht in demselben Topfe kochen.Burckhardt, 583.
Von Eheleuten, die sehr verschiedene Neigungen haben, selten eins sind und schlecht zusammen passen.
 
21. Im Essen kommt der Appetit.
Dän.: Bid byder aanden og drik ligesom. ( Prov. dan., 69.)
 
22. Mit Essen und Trinken, mit Faulenzen und Stinken, mit Springen und Tanzen, mit Lügen und Ranzen, mit Jagen und Hetzen, mit Complimentiren und Wetzen, mit Räppel und Schimmel kommt man nicht in den Himmel.Parömiakon, 913.
 
23. Nach dem essen ist gut rath haben.Franck, I, 23b; Gruter, I, 60; Henisch, 949; Petri, II, 485; Körte, 1236.
 
24. Nach dem Essen soll man auch das Pfeifchen nicht vergessen. (Ostfries.)
 
25. Nach dem Essen soll man ruhn, weder stehn, noch ohn' Ursach Gänge thun.
Engl.: A letter written after dinner, is read in hell.
Lat.: Post mensam pausa, nec stes, nec eas sine causa. (Gaal, 397.) Oder in Mönchslatein: Post coenam jace et pausa, nec i, nec sta, sine causa.
 
26. Nach dem Essen soll man stehn oder tausend Schritte gehn.Bremser, 25; Bücking, 198 u. 379; Blum, 610; Nordd. Volksblatt (Hamburg 1862), Nr. 35, XII; Simrock, 2202; Körte, 1239; Kirchhofer, 251; Bohn I, 163.
Ein Arzt im Gesellschafter von Gubitz (1835, S. 571) bemerkt zu diesem, der salernitanischen Schule zugeschriebenen Spruche: »Wenn ich dem Spruche eine diätetische Wahrheit zugestehen sollte, so wäre sie: Du sollst stehen, d.h. dich nicht niederlegen, denn der angefüllte Magen drückt, wenn man sich legt, auf das Zwerchfell und erschwert so das Athemholen. Und du sollst tausend Schritte gehen, d.i. einen kurzen Weg gehen. Ich darf mich auch auf den Gesättigten berufen, ob er wol zu etwas anderm Verlangen hat, als sich ein Weilchen ruhig zu verhalten; auf die Thiere kann ich mich berufen, welche alle, wenn es ihnen irgend möglich ist, nach dem Genusse der Ruhe pflegen. Das Sprichwort geht auch besonders gegen das Sitzen der Gelehrten unmittelbar nach Tische.« (Vgl. den ebenfalls angeführten Bremser, auch Schweikert's Zeitung der naturgesetzlichen Heilkunde, 1830, Nr. 12.)
Lat.: Post coenam stabis, aut mille passus meabis. (Binder I, 1380; II, 2614; Gaal, 396; Schreger, 39; Wiegand, 430.)
 
27. Ruch1 essa gid fasst, wers nüd wasst.Tobler, 451.
1) Eigentlich rauh, vom Brote gebraucht: nicht fein, grob, doch ist schweizer »ruch Brot« feiner als der Pumpernickel. Uneigentlich von der Witterung = schlecht, von der Stimme = rauh. (Tobler, 371.)
 
28. So du Essen mitbringst, magst du nur den Wein bezahlen.Simrock, 2213; Eiselein, 154.
 
29. Soll das Essen gedeihn, so muss man hübsch fröhlich sein.
 
30. Sûr Eeten, sûr verdên, dat geit nich. (Hamburg.)
Scherzwort, wenn man Personen saure Speisen, z.B. Gurken, vorsetzt, die sie nicht mögen. (Schütze, I, 293.)
 
31. Süsses Essen und sauere Sauce.
Angenehmes und Widerwärtiges zugleich.
Engl.: To have (to give one) sweet meat and sour sauce.
 
32. Viel Essen, viel Krankheit.Simrock, 2205; Körte, 1243.
Frz.: La gourmandise tue plus de gens que l'épée.
 
33. Vor dem Essen hängt man 's Maul, nach dem Essen ist man faul.Simrock, 2201; Neue Preuss. Provinzialbl. (Königsberg 1851), XI, 443; Frischbier, 163.
Dän.: Opæden mad giør lade arbeidere. (Prov. dan., 34.)
 
34. Vor essens bin ich faul, nach essens henge ich das maul.Henisch, 949; Petri, III, 6.
 
35. Vor essens wirt kein tantz.Agricola I, 590; Latendorf, 194; Franck, II, 48a; Tappius, 42b; Gruter, I, 70; Eyering, I, 30 u. 684; Schottel, 1138b; Petri, II, 582; Sailer, 151; Körte, 1238; Bücking, 379; Blum, 599; Eiselein, 154; Kirchhofer, 251; Egenolff, 52b.
In Schlesien sagt man: Fur Assens geschiet ken Tantz. (Robinson, 444; Gomolcke, 395.)
Engl.: The bear, that is hungry, never dances.
Frz.: Après la panse, vient la danse. (Gaal, 390.)
Holl.: Na den eten aan den dans. (Harrebomée, I, 121.)
Lat.: At postquam his potus exemta cupido cibique. – Consultatio tum melior, quum expleveris alvum. (Eiselein, 154.) – E ventre chorea. (Bovill, I, 100.) – Luxuriat raro non bene pasta caro. – Praecipito mihi, me postquam satiaverit esca. (Gaal, 390.) – Sine Cerere et Baccho friget Venus. – Sobrius non saltat. (Binder II, 3171; Eiselein, 154; Philippi, II, 193.)
Span.: Barriga caliente, pie durmiente.
 
36. Was zwischen Essen und Trinken geredet wird, daraus soll man keinen Krieg machen.Winckler, XIV, 10.
 
37. Wem das Essen schmecken soll, der muss nicht in die Kirche gehen.
Lat.: Fruere re facta, fieri ne inspectes. (Bovill, III, 186.)
 
38. Wenn das Essen nichts taugt, wird's vom Salzen nicht besser.
 
39. Wenn das essen noch wol (oder: am besten) schmecket, so soll man auffhören.Eyering, III, 373; Henisch, 949; Petri, II, 629; Mayer, II, 181.
 
40. Wer vor dem Essen1 isst, wird beim Essen fasten.
1) D.h. vor der eigentlichen Mahlzeit. – Der Albanese sagt: Wer vorher isst, sieht nachher zu. (Reinsberg II, 81.)
 
41. Wer zum Essen Lust hat, dem schmeckt jede Brühe.
 
42. Wie man sich zum Essen stellt, so stellt man sich zur Arbeit.
Engl.: Quick at meat, quick at work. (Bohn II, 127.)
Frz.: Bonne bête s'échauffe en mangeant. – Hardi gagneur, hardi mangeur. (Bohn II, 127; Gaal, 394.)
Ung.: Ki mint eszik, ugy dolgozik. (Gaal, 394.)
 
43. Zum ersten essen soll man niemand nötigen, denn da nötigt einen der hunger wol.Henisch, 950; Petri, II, 825.
 
44. Zum Essen faul ist ein träges Maul.
 
45. Zum Essen wird sich keiner vergessen.Parömiakon, 2376.
 
46. Das Essen kommt ihm nicht in die Kehle.
Holl.: Dat eten kommt hem in de keel niet. (Harrebomée, I, 186.)
 
47. Das ist ein Essen, das setzt sich vor die Wurmlöcher. (Würzburg.)
Ist sehr kräftig und nachhaltig.
 
48. Dat Eten hett nich Klack noch Smack.Eichwald, 452.
 
49. Er lässt sein Essen öffentlich anbrennen. Tendlau, 687.
Jüdisch, um von jemand zu sagen, dass er weder auf die Vorschriften der Religion, noch auf die der Sittlichkeit und des Anstandes Rücksicht nimmt.
 
50. Es ist ein Essen wie beim Reichsprälaten. Binder II, 3009.
Die Römer nannten ein kostbares, üppiges Mahl ein salisches, wie es bei den Saliern, dem ältesten Priestergeschlechte der Römer, gebräuchlich war. Die Franzosen haben dafür die Redensart: Une chére de commissaire (Lendroy, 379), womit man ursprünglich ein Mahl bezeichnete, bei dem Fleisch und Fische aufgetragen wurden, ein Commissaressen, weil die Richter, welche von der Kammer zur Untersuchung einer Angelegenheit beauftragt wurden, aus Katholiken und Calvinisten bestanden und man bei der Bewirthung auf diesen Umstand Rücksicht nahm. Da aber jeder bemüht war, diese Commissare für sich zu gewinnen, um dadurch für seine Sache beim Gerichtshofe eine günstige Entscheidung zu bewirken, so diente die obige Redensart bald auch zur Bezeichnung eines guten, ausgesuchten Mahls.
Lat.: Pontificum coena. (Horaz.) (Binder II, 2609; Philippi, I, 101.) – Saliares dapes. (Horaz.) (Erasm., 686; Faselius, 227.)
 
51. Es ist ein theueres Essen.Kirchhofer, 251.
 
52. Es ist ein verdecktes essen.Henisch, 947; Franck, I, 48a; Eiselein, 154; Körte, 1244a.
 
53. Essen und Trinken über etwas vergessen.
 
54. Ich stelle kein verdeckt Essen auf und schenke reinen Wein ein.Eiselein, 154.
 
55. Nach dem Essen zu Tisch.
 
56. Zum Essen kommen, wenn die Schüsseln geleert sind.
 
57. Zum Essen kommen wie die Sau zum Trog.Kirchhofer, 295.
 
58. Zwey essen reuffen (schlagen) sich nicht. Petri, II, 830.
 
59. Bei schlechtem, wie bei gutem Essen muss man das Trinken nicht vergessen.
 
60. Beim Essen wie beim Spiel halte Mass und Ziel.Devisenbuch, 10.
 
61. Das Essen meist am besten schmeckt am Tisch, den Andere gedeckt.Neue Freie Presse, 4592.
 
62. Ein Essen zubereiten ist gerade nicht schwer, mit dem Salz es zu treffen um so mehr. Schuller, 27.
 
63. Ein gutes Essen, ein guter trunk, vnd guter Will und ein frölich Gespräch ist ein recht Haus wolleben.Petri, II, 194.
 
64. So lang das Essen auf dem Tische kocht, soll der Mann das Weib prügeln. (Ulm.)
D.h. also wol gar nicht.
 
65. Voer wenig Eten bün ik ni, sä de ditmarscher Bur, awer drinken mag ik gern; dahingegen mutt ik naher min gehörige Ruh hebbn.Plattdütscher Husfründ, II, 28.
 
66. Wär' sich zun Assen on zum Bäten schämt, där ös o Leib on Seel verdorben. (Lusdorf bei Böhmisch-Friedland.)
 
67. Wär sie bein Ässa nid schicka1 eha huet o bi d'r Arbeit nit fürers2. (Bern.) – Zyro, 11.
1) Hier soviel wie zugreifen, sich tummeln.
2) Weiter vorwärts, auch fürer, fürers Comparativ von dem Adverb för = wärts. (Stalder, I, 404.)
 
68. Wem das Essen soll gedeihn, muss heiter stets bei Tische sein.
Lat.: Absint a mensa contentio, murmur et ira. (Fischer, 1, 6.)
 
69. Wer mit dem Essen warten will, bis ihm die gebratenen Tauben ins Maul fliegen, der muss lange fasten.
 
70. Wie beim Essen, so bei der Arbeit. (Wien.)
 
71. Mit Acten un Drinken, mit Schwêulen un Stinken, möt de Wuiwer (Weiber) uit den Bede (Bette) kummen. (Sauerland.)

 

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