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Deutsches Sprichwörter-Lexicon von Karl Friedrich Wilhelm WanderLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Eselklieber bis Eselsfest (Bd. , Sp. )
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Artikelverweis Eselklieber
Es sind Eselklieber.
D.i. Eselspalter, wie die Völser in Tirol spottweise genannt werden. (Westermann, 25, 617.)
 
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Eseln (Verbum)
Eseln (Verbum).
 
1. Me mot sik nit ieseln, süs1 mor2 me Säcke dreagen. (Lippstadt.) – Firmenich, I, 344, 6.
1) Sonst.
2) Muss.
 
2. Wie hot der sich geeselt!Tendlau, 170.
Von einem, der den Erwartungen, die man von ihm gehegt hat, sehr wenig entsprochen hat, gleichsam zum Esel geworden ist.
 
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Eselsarbeit
1. Auf Eselsarbeit folgt oft Zeisigsfutter.Frischbier, 25; Scheidemünze, I, 4799.
Wenn Arbeit und Lohn in grossem Misverhältniss stehen.
 
2. Eselsarbeit vnd Zeisigen futter ist des vberdrusses Mutter.Henisch, 943; Petri, II, 243; Simrock, 2188; Körte, 1229.
 
3. Esels-Arbt und Zeisske-Futter. (Schles.) – Robinson, 248; Gomolcke, 384.
 
4. Er hat vil Eselsarbeit.Henisch, 939.
Er »hat vbel mühe vnd geneuss wenig«.
 
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Eselsart
Eselsart graut im Mutterleibe.
 
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Eselsbraten
Ein Eselsbraten ist besser als ein Heuschreckenbein.
 
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Eselsbrücke
1. Besser über eine Eselsbrücke gehen, als gar nicht weiter kommen.Körte, 1230.
 
2. An der Eselsbrücke stehen bleiben.
 
3. Es ist eine Eselsbrücke.
Holl.: Het is eene ezelsbrug. (Harrebomée, I, 188.)
Frz.: C'est le pont aux ânes. (Leroux, I, 89.)
 
4. Sich eine Eselsbrücke bauen.
 
5. Ueber eine Eselsbrücke gehen.Eiselein, 670.
Von den Nothbehelfen derer, die ein Erleichterungs- oder Hülfsmittel anzuwenden nicht verschmähen, das von Nutzen sein kann, eine Schwierigkeit zu überwinden; daher, weil der Esel sich nicht wie das Pferd über Gräben und Bäche zu helfen weiss.
Frz.: C'est le pont, ou la porte aux ânes.
 
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Eselsbüchse
1. Die Eselsbüchse wird selten leer, die man umfährt mit Eselsschmer.Eiselein, 153.
Trotzdem, dass so viele hineingreifen, um ihre Pfeifen zu schmieren.
 
2. Jeder will in die Eselsbüchse greifen und seine Sackpfeife schmieren.Brandt, Nsch., 72; Kloster, I, 613.
 
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Eselschinder
1. Jeder Eselschinder muss die Haut in die Hölle tragen.
 
2. Er ist ein Eselschinder.Murner, Nb., 81; Kloster, IV, 842.
»Welcher recht vnd erbarkeit keuflich feil den leuten treit, der ist ein Eselschinder genant.«
 
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Eselsdank
Eselsdank davon haben.
Mit Undank belohnt werden.
Holl.: Eens ezels dankbarheid is veesten en schoppen. (Harrebomée, I, 188.)
 
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Eselsfell
1. Ein Eselsfell ist des Steckens gewohnt.
It.: La pelle d'asino è usa al bastone. (Pazzaglia, 268, 8.)
 
2. Er hat ein Eselsfell.Binder II, 937.
Lat.: Elephanti corio circumtectus est. (Plautus.)
 
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Eselsfest
Das Eselsfest feiern.
Schon im 9. Jahrhundert findet man Spuren von dem Eselsfeste in Frankreich, welches viele Jahrhunderte dauerte, ohne dass es abgeschafft werden konnte. Man beging das zum Gedächtniss der Flucht der Jungfrau Maria nach Aegypten. Man suchte das schönste Mädchen in der Stadt aus, putzte es so prächtig als möglich und gab ihr ein ordentliches Knäblein in den Arm. Hierauf setzte man es auf einen kostbaren angeschirrten Esel und führte es in diesem Aufzuge unter Begleitung der Geistlichkeit und des Volkes in die Kirche oder Hauptkirche, wo der Esel neben den hohen Altar gestellt wurde. Mit grossem Pomp ward die Messe gelesen, doch jedes Stück derselben: das Kyrie, Gloria und Credo mit dem lächerlichen Refrain: Hinham, hinham geendigt. Schrie der Esel zufällig dazu, desto besser. Wenn die Ceremonie zu Ende war, sprach der Priester nicht den Segen oder die gewöhnlichen Worte, mit denen er das Volk sonst auseinander gehen liess, sondern er iate dreimal wie ein Esel und das Volk, anstatt sein ordentliches Amen zu singen, iate ihm dreimal wieder entgegen. (Vgl. Flögel, Geschichte des Groteskkomischen von F.W. Ebeling; Europa von Fr. Steger, Leipzig 1871, Nr. 15.)

 

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