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Deutsches Sprichwörter-Lexicon von Karl Friedrich Wilhelm WanderLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Erwürgen bis Erzürnen (Bd. , Sp. )
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1. Der einen erwürgt, darff zehen ermorden.Henisch, 840; Petri, II, 85; Gruter, I, 14; Eisenhart, 477; Graf, 340, 340; Pistor., III, 93; Hillebrand, 200; Simrock, 1950; Eiselein, 149; Körte, 1174; Sailer, 256; Schottel, 1123b u. 1142b.
Wer die Todesstrafe einmal verwirkt hat, kann natürlich da, wo eine Schärfung derselben vom Gesetz ausgeschlossen ist, durch weitere todeswürdige Verbrechen nicht gestraft werden. Dies Sprichwort ist nicht buchstäblich zu verstehen, denn die Ermordung eines Menschen berechtigt nicht zu der noch mehrerer. Es will nur sagen, dass es für den Mörder insofern eins ist, als er schon durch Einen Mord das Leben verwirkt hat, und es ihm, wenngleich die Strafe erhöht worden, doch nicht mehr als auf eine Weise genommen werden kann.
 
2. Ey lieber erwürgs nit alles, nimbs eins theyls gefangen.Franck, II, 13b; Körte, 1173.
»Also spott man der eisenbeisser vnd leutfresser.«
 
3. Willst du dich erwürgen, so hänge dich an einen grossen Baum.Tendlau, 827.
 
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Erz
1. An bösem Erz und am Schlacken ist alles Schmelzen verloren.
 
2. Das Ertz verdrücket sich oder schneid sich gar ab, wens ein böss Aug ansihet, oder ein Diebisch oder Manschlechtige Hand nach schlecht oder angreifft, oder ein böser Wind auss einem Vnwarhafftigen Mund anwehet.Petri, II, 59.
 
3. Ertz weiset auff ertz vnd ligt selten allein.Henisch, 934.
 
4. Man sol nicht Ertzt suchen auff den Bewmen.Petri, III, 467.
 
5. Wachsse ertz, wachsse, ob man schon nicht nasse flüsse zusetzt.
»Ist böser Bergleut sprichwort vnd böser brauch.« (Henisch, 934; Petri, III, 12.)
 
6. Wer Erz hat, der mag wohl Glocken giessen. Winckler, XII, 32.
 
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Erzählen
1. Was einer erzählt, ist allemal richtig; man soll auch den andern hören, ehe man entscheidet.
Lat.: Audiatur et altera pars.
 
2. Erzähl's der Schabbesgojeh. (Jüd.-deutsch.) – Tendlau, 87.
Einem alten, unwissenden Weibe, wie die Sabbatfrau, magst du so etwas weis machen.
 
3. Verzähl' der Gäschtin e Máase. (Jüd.-deutsch.) – Tendlau, 253.
Erzähle der Bettlerin ein Geschichtchen. Zur Zurückweisung einer unbefugten Erkundigung.
 
4. Wem willst du das erzähle'? Der alten Behle? (Jüd.-deutsch.) – Tendlau, 86.
Solchen Unsinn magst du der alten Bella, einem alten Weibe, aufbinden.
 
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Erzähler
Ein närrischer Erzähler will einen gescheidten Aufmerker haben.Winckler, IV, 39.
 
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Erzählung
1. Die angenehme Erzählung hat den Boasiekranken (s.d.) getäuscht; sie machte, dass der Tag ihn überraschte.Wullschlägel.
Um zu sagen: süsse Worte (Schmeicheleien) haben schon manchen ins Unglück gestürzt.
 
2. Durch Erzählungen wird keine Nachtigall gefüttert. (Russ.)
 
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Erzbube
Geistliche Erzbuben und Werwölfe sind die Dominicaner, sagt der Berner.Klosterspiegel, 65, 9.
 
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Erzbischof
Wo will der Erzbischof bleiben, wenn der Teufel den Fürsten zur Hölle führt.
 
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Erzdiakon
Der Erzdiakon ist des Bischofs Auge. Graf, 536, 18; Hug, Der h. Kirchen u. des röm. Reichs Wagenfuhr (Strasburg 1504), 15, v.
Nach dem römischen Kirchenrecht war für die Gerichtsbarkeit ein Erzdiakon bestellt, dem die Aufsicht über die übrigen Geistlichen ohne höhere Weihen übertragen ist und der das Auge des Bischofs vorstellt.
 
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Erziehen
1. Besser gross erzogen, als gross geboren.
 
2. Erziehest du dir einen Raben, so wird er dir zum Dank die Augen ausgraben.Steiger, 396; Simrock, 2134; Kirchhofer, 295; Sailer, 290.
 
3. Was jeder erzieht in seinem Haus, das hat das Recht und die Eckern.Graf, 69, 48; Grimm, Weisth., I, 432.
Bezieht sich auf Wald- und Weidebenutzung und sagt, dass der eigenen Nachzucht an Vieh ein unbestrittenes Recht zur Weide in die Eckern (Eicheln und Bucheln) zustehe.
 
4. Wer erzieht, der regiert.Simrock, 2136.
 
5. Wohl erzogen, hat nie (selten) gelogen.Lehmann, II, 858, 464; Gruter, I, 86; Simrock, 2135; Körte, 1175.
Frz.: Bon sang ne peut mentir.
 
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Erziehung
Wenn die Erziehung ist gethan, so fangen die Sorgen erst recht an.
Grosse Kinder machen mehr Sorge und Kummer als kleine.
 
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Erzürnen
1. Mancher erzürnet sich vber einen Muckendreck oder Flöhbiss vnd thut so vnsinnig als wolt er die welt vmbstürtzen.Lehmann, 925, 26.
 
2. A derzürnt kec Kind.Robinson, 216.

 

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