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Deutsches Sprichwörter-Lexicon von Karl Friedrich Wilhelm WanderLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Erwerben bis Erzbischof (Bd. , Sp. )
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Artikelverweis Erwerben
1. Besser erwerben, denn warten aufs Erben.
 
2. Besser wenig erwerben, als die Zeit verderben.
Span.: Cuando pudieres trabajar no lo dejes, aunque no te den lo que mereces. (Zeiller.)
 
3. Einer erwirbt, der andere verdirbt.
 
4. Erwerben und sparen zugleich macht am gewissesten reich.Körte, 1171.
 
5. Langsam (sauer) erworben, schnell (süss) gestorben (verdorben).Scheidemünze, I, 3066.
Lat.: Perditur exiguo quaesitum tempore longo. (Binder I, 1349; II, 2546; Gartner, 169; Philippi, II, 91; Seybold, 436.) – Perditur in puncto, quod non reparatur in anno. (Binder II, 2546; Zinkgref, I, 92.)
 
6. Leicht erworben, leicht verdorben.
 
7. Nach allem Erwerben legen wir uns nieder und sterben.Lehmann, 535, 38.
 
8. Uebel erworben ist bald verdorben.
Böhm.: Zle dobyto, zle pozbyto. (Haug.)
It.: Presto si perde il mal guadagnato. (Pazzaglia, 274, 19.)
 
9. Was man erwirbt durch Flehen, kommt am theuersten zu stehen.
 
10. Was man erworben in Weile, wird verzehrt in Eile.
 
11. Was sauer erworben ist, geht schwer heraus.
 
12. Wenig erwerben und viel verzehren, kann gewiss nicht lange währen.
 
13. Wer erwirbt thut viel, wer spart thut mehr.
It.: L'arte di conservare non è minor di quella di conquistare.
Lat.: Plus est servare repertum, quam quaesivisse decus novum.
 
14. Wer jung erwirbt, alt nicht verdirbt.
 
15. Wer nichts erwirbet, der verdirbet.Heshusius, 273b; Simrock, 2133; Körte, 1172.
 
16. Wie erworben, so gestorben.
Dän.: Enden som begyndelsen. – Ilde er kommet, ilde fortkommet. – Ilde vundet, ilde svundet. (Prov. dan., 143.)
 
17. Wiltu was erwerben, so must du das Schamhütlein abziehen.Lehmann, II, 881, 300; Gruter, III, 115.
 
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Erwerber
Na 'e goode Erwarwer kummt 'e goode Ferdarwer. (Süderdithmarschen.) – Für Oldenburg: Goldschmidt, 119.
Nordfriesisch auf der Insel Amrum: Efter an gratten Erwerwer komt an iargen Ferderwer. (Haupt, VIII, 359, 133.) – Auf einen guten Erwerber folgt ein guter Verderber.
 
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Erwischen
1. Er hat's erwischt, aber mit Noth.
Von denen, die das, was sie wünschen, zwar erlangen, aber nur mit vieler Anstrengung. Homer sagt: Hin sollt ihr gelangen, aber erst nach vielem Kampf.
 
2. Wenn du mich erwischen willst, musst du früh aufstehen.
 
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Erworbenes
Erworbenes will bewahret (erhalten) sein.
 
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Erwürgen
1. Der einen erwürgt, darff zehen ermorden.Henisch, 840; Petri, II, 85; Gruter, I, 14; Eisenhart, 477; Graf, 340, 340; Pistor., III, 93; Hillebrand, 200; Simrock, 1950; Eiselein, 149; Körte, 1174; Sailer, 256; Schottel, 1123b u. 1142b.
Wer die Todesstrafe einmal verwirkt hat, kann natürlich da, wo eine Schärfung derselben vom Gesetz ausgeschlossen ist, durch weitere todeswürdige Verbrechen nicht gestraft werden. Dies Sprichwort ist nicht buchstäblich zu verstehen, denn die Ermordung eines Menschen berechtigt nicht zu der noch mehrerer. Es will nur sagen, dass es für den Mörder insofern eins ist, als er schon durch Einen Mord das Leben verwirkt hat, und es ihm, wenngleich die Strafe erhöht worden, doch nicht mehr als auf eine Weise genommen werden kann.
 
2. Ey lieber erwürgs nit alles, nimbs eins theyls gefangen.Franck, II, 13b; Körte, 1173.
»Also spott man der eisenbeisser vnd leutfresser.«
 
3. Willst du dich erwürgen, so hänge dich an einen grossen Baum.Tendlau, 827.
 
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Erz
1. An bösem Erz und am Schlacken ist alles Schmelzen verloren.
 
2. Das Ertz verdrücket sich oder schneid sich gar ab, wens ein böss Aug ansihet, oder ein Diebisch oder Manschlechtige Hand nach schlecht oder angreifft, oder ein böser Wind auss einem Vnwarhafftigen Mund anwehet.Petri, II, 59.
 
3. Ertz weiset auff ertz vnd ligt selten allein.Henisch, 934.
 
4. Man sol nicht Ertzt suchen auff den Bewmen.Petri, III, 467.
 
5. Wachsse ertz, wachsse, ob man schon nicht nasse flüsse zusetzt.
»Ist böser Bergleut sprichwort vnd böser brauch.« (Henisch, 934; Petri, III, 12.)
 
6. Wer Erz hat, der mag wohl Glocken giessen. Winckler, XII, 32.
 
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Erzählen
1. Was einer erzählt, ist allemal richtig; man soll auch den andern hören, ehe man entscheidet.
Lat.: Audiatur et altera pars.
 
2. Erzähl's der Schabbesgojeh. (Jüd.-deutsch.) – Tendlau, 87.
Einem alten, unwissenden Weibe, wie die Sabbatfrau, magst du so etwas weis machen.
 
3. Verzähl' der Gäschtin e Máase. (Jüd.-deutsch.) – Tendlau, 253.
Erzähle der Bettlerin ein Geschichtchen. Zur Zurückweisung einer unbefugten Erkundigung.
 
4. Wem willst du das erzähle'? Der alten Behle? (Jüd.-deutsch.) – Tendlau, 86.
Solchen Unsinn magst du der alten Bella, einem alten Weibe, aufbinden.
 
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Erzähler
Ein närrischer Erzähler will einen gescheidten Aufmerker haben.Winckler, IV, 39.
 
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Erzählung
1. Die angenehme Erzählung hat den Boasiekranken (s.d.) getäuscht; sie machte, dass der Tag ihn überraschte.Wullschlägel.
Um zu sagen: süsse Worte (Schmeicheleien) haben schon manchen ins Unglück gestürzt.
 
2. Durch Erzählungen wird keine Nachtigall gefüttert. (Russ.)
 
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Erzbube
Geistliche Erzbuben und Werwölfe sind die Dominicaner, sagt der Berner.Klosterspiegel, 65, 9.
 
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Erzbischof
Wo will der Erzbischof bleiben, wenn der Teufel den Fürsten zur Hölle führt.

 

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