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Deutsches Sprichwörter-Lexicon von Karl Friedrich Wilhelm WanderLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Erstgeburt bis Ertrunkener (Bd. , Sp. )
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Artikelverweis Erstgeburt
Wer die Erstgeburt hat, der will auch den Segen.1 Mos. 27, 36; Scheidemünze, II, 10.
 
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Erstgewinn
Erstgewinn es Kattengerinn.Woeste, 67, 60.
 
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Ersticken
1. Besser ersticket, dann erfroren.Gruter, I, 8.
Empfiehlt warme Kleidung und Zimmer. In fränkischer Mundart bei Frommann, VI, 167, 79.
 
2. Ebenso mehr erstickt, als erfroren, wann es ja muss gehenckt seyn.Lehmann, II, 146, 2; Gruter, III, 25.
 
3. Es ersticken mehr in den Fresshäfen, als in den Seehäfen.Parömiakon, 2306.
 
4. Es erstickt keine Maus unter einem Heuhaufen.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
5. Er erstickt daran wie jener Papst an einer Fliege.Zinkgref, IV, 69.
 
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Erstorben
Was nicht erstorben ist, das braucht man nicht zu geben.Graf, 184, 14; Göschen, Goslarische Statuten (Berlin 1840), I, 3, 30.
Bezieht sich auf das unter dem Namen Gerade bekannte weibliche Erbgut. Was zur Zeit des Todes der Frau als zur Gerade gehörend nicht da, also auch nicht erstorben war, brauchte der verwitwete Ehemann den Erben seiner verstorbenen Gattin nicht zu geben.
 
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Erstossen
Ich möchte mich goar derstussen. (Schles.) – Gomolcke, 550.
 
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Erstunken
Es ist erstunken und erlogen.Mayer, II, 42.
 
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Ertappen
1. Einmal ertappt ist hundertmal schuldig.
 
2. Wer ertappt wird, muss das Bad austragen. Eisenhart, 503; Pistor., III, 5; Graf, 395, 152; Simrock, 694.
Dies Rechtssprichwort handelt von Verbrechen, die gemeinschaftlich verübt worden sind, und sagt, dass der beleidigte Theil die Befugniss habe, wider jeden Theilnehmer, dessen er sich bemächtigen kann, eine Klage auf Schadenersatz anzustellen, wie denn auch der Grundsatz solidarischer Haftbarkeit durch dasselbe ausgesprochen wird.
 
3. Wer sich nicht ertappen lässt, wird nicht gehängt.Scheidemünze, II, 180.
Will sagen, wer das gehörige Mass Klugheit besitze, könne ungestraft sündigen.
 
4. Ich war ihn wul ertoappen.Gomolcke, 576.
 
5. Man hat ihn ertappt ob dem Goggelhäfeli. Kirchhofer, 142.
Er hat unehrlich, betrügerisch gehandelt.
 
6. Wer den ertappen wollte, müsste früh aufstehen.
Er ist sehr schlau.
Frz.: Il faudrait se lever bien matin pour l'attraper.
 
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Ertragen
1. Ertrage und entbehre.Eiselein, 149.
Lat.: Sustine et abstine. (Eiselein, 149.)
 
2. Man muss ertragen, was die Zeit bringt.
Lat.: Ferendum aequo animo quicquid tempus affert. – Stulta adversum tempus querimonia. (Bovill, I, 217.)
 
3. Man muss geduldig ertragen, was man verschuldet hat.
Holl.: Verdraagt hetgeen gij door u eigenschuld lijdt. (Bohn I, 341.)
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
4. Er kann viel ertragen, er hat einen ausgepichten Magen.Braun, I, 2471.
 
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Ertränken
1. Ertränk' dich selbst, verdammter Strick.
Im Rheingau soll nur ein einziger Mann auf den Gedanken gekommen sein, sich durch Erhängen das Leben zu nehmen. Als er aber im Begriff war, die verhängnissvolle Schlinge zuzuziehen, fiel ihm ein, dass ihm die Gläubiger noch etwas Wein im Keller gelassen hatten. Er ging, um sich noch einen Schoppen auf die Reise zu nehmen. Als er sieben Schoppen genommen hatte, warf er den Strick ins Fass und rief: »So ertränk' dich selbst, verdammter Strick.« Darüber, wie im Rheingau die Leute ihre Noth und Melancholie vertrinken, vgl. Riehl, Land und Leute.
 
2. Könt mancher heut einen im Löffel ertrencken, er thets lieber als morgen.Gruter, III, 60.
 
3. Wer sich ertränken will, findet überall Wasser.
Der Russe sagt: Um zu ertrinken braucht man nicht nach Astrachan zu fahren, das kann man in Twer.
 
4. Wer sich ertrencken wil, der soll sich in einem lautern wasser ertrencken.Franck, II, 97a; Tappius, 145b; Lehmann, II, 830, 67; Petri, II, 758.
 
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Ertrinken
1. Es ertrinken mehr im Becher als in der Donau (im Meer).Sailer, 374; Blum, 581.
Und noch mehr berauschen sich in Illusionen und Hoffnungen als im Weine.
 
2. Es ertrinken mehr im Glas, als in allen Wässern.Sailer, 158; Simrock, 3659; Mayer, II, 145.
Lat.: De plenis cyathis multos periisse sciatis. – Ense cadunt multi, perimit sed crapula plures.
 
3. Es ertrinken mehr vom Wein als vom Wasser.Lehmann, 758, 34.
 
4. Es ertrinkt im Meere kein Fisch.
 
5. Man ertrinkt leichter im Meer als im Bach. Scheidemünze, II, 62.
Sowie man leichter, d.h. ohne so viel Qualen durch einen Löwen stirbt, als unter Wespenstichen.
 
6. Mehr ertrincken im weinglass (Becher) dann im Meer.Gruter, I, 58; Eyering, III, 224.
Dän.: Der drukne fleere i øll og viin om aaret end i vand. (Prov. dan., 126.)
Holl.: Daar verdrinken er meer in wijn-(jenever-)flesch (glas) dan in de zee. (Harrebomée, I, 192.)
 
7. Mehr ertrincken im Weinglass, denn jhr das Schwerd vmbringt.Eyering, III, 224.
 
8. Wenn sich einer ertrencken will, der thuts sanffter im saubern Wasser als im Wüsten.Lehmann, 858, 6.
 
9. Wer am Ertrinken ist, ergreift jeden Strohhalm.
Engl.: He that falls in the sea, takes hold of the serpent to be saved.
Frz.: Homme, qui se noie, s'accroche à toute branche. (Lendroy, 11.)
 
10. Wer am Ertrinken ist, greift auch ins Scheermesser.
 
11. Wer einmal ertrinkt, der hat sein Leben lang genug.Scheidemünze, I, 3793.
 
12. Wer einmal ertrunken ist, fürchtet das Nasswerden nicht mehr.
 
13. Er ertrank, ehe er den Weg gesehen.
 
14. Er ertrinkt in einem Glase Wasser.
Er ist in allem unglücklich oder ungeschickt.
15. Er wird nicht ertrinken, das Wasser ginge denn über den Galgen.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
16. Ertrinken, o grause Todesnoth; Verdursten ist der schlimmste Tod.
Inschrift an einem Gurtbogen des berliner Rathskellers.
 
17. Wer ertrinken will, kann's im nächsten Teich.
Die Russen sagen: Man braucht nicht nach Astrachan zu fahren, man kann auch in Twer ertrinken. (Altmann V, 93.)
 
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Ertrunkener
Dem Ertrunkenen ist's gleich, oh im Fluss oder im Teich.
Der Russe sagt ähnlich: Wenn man ertrunken ist, bleibt es gleich, ob man im Meer liegt oder in der Wolga. (Nishnij-Nowgorod.)

 

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