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Deutsches Sprichwörter-Lexicon von Karl Friedrich Wilhelm WanderLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Erstes mal bis Ertränken (Bd. , Sp. )
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Artikelverweis Erstes mal
Dat 's blôt 't îerst'mal, säd' de Schôster, dâr krêg sîn Frû acht Wochen nâ de Hochtîd 'n Jung'n. (Hamburg.) – Hoefer, 965.
 
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Erstgeboren
Der Erstgeboren bleibt unvergoren.
 
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Erstgeburt
Wer die Erstgeburt hat, der will auch den Segen.1 Mos. 27, 36; Scheidemünze, II, 10.
 
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Erstgewinn
Erstgewinn es Kattengerinn.Woeste, 67, 60.
 
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Ersticken
1. Besser ersticket, dann erfroren.Gruter, I, 8.
Empfiehlt warme Kleidung und Zimmer. In fränkischer Mundart bei Frommann, VI, 167, 79.
 
2. Ebenso mehr erstickt, als erfroren, wann es ja muss gehenckt seyn.Lehmann, II, 146, 2; Gruter, III, 25.
 
3. Es ersticken mehr in den Fresshäfen, als in den Seehäfen.Parömiakon, 2306.
 
4. Es erstickt keine Maus unter einem Heuhaufen.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
5. Er erstickt daran wie jener Papst an einer Fliege.Zinkgref, IV, 69.
 
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Erstorben
Was nicht erstorben ist, das braucht man nicht zu geben.Graf, 184, 14; Göschen, Goslarische Statuten (Berlin 1840), I, 3, 30.
Bezieht sich auf das unter dem Namen Gerade bekannte weibliche Erbgut. Was zur Zeit des Todes der Frau als zur Gerade gehörend nicht da, also auch nicht erstorben war, brauchte der verwitwete Ehemann den Erben seiner verstorbenen Gattin nicht zu geben.
 
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Erstossen
Ich möchte mich goar derstussen. (Schles.) – Gomolcke, 550.
 
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Erstunken
Es ist erstunken und erlogen.Mayer, II, 42.
 
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Ertappen
1. Einmal ertappt ist hundertmal schuldig.
 
2. Wer ertappt wird, muss das Bad austragen. Eisenhart, 503; Pistor., III, 5; Graf, 395, 152; Simrock, 694.
Dies Rechtssprichwort handelt von Verbrechen, die gemeinschaftlich verübt worden sind, und sagt, dass der beleidigte Theil die Befugniss habe, wider jeden Theilnehmer, dessen er sich bemächtigen kann, eine Klage auf Schadenersatz anzustellen, wie denn auch der Grundsatz solidarischer Haftbarkeit durch dasselbe ausgesprochen wird.
 
3. Wer sich nicht ertappen lässt, wird nicht gehängt.Scheidemünze, II, 180.
Will sagen, wer das gehörige Mass Klugheit besitze, könne ungestraft sündigen.
 
4. Ich war ihn wul ertoappen.Gomolcke, 576.
 
5. Man hat ihn ertappt ob dem Goggelhäfeli. Kirchhofer, 142.
Er hat unehrlich, betrügerisch gehandelt.
 
6. Wer den ertappen wollte, müsste früh aufstehen.
Er ist sehr schlau.
Frz.: Il faudrait se lever bien matin pour l'attraper.
 
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Ertragen
1. Ertrage und entbehre.Eiselein, 149.
Lat.: Sustine et abstine. (Eiselein, 149.)
 
2. Man muss ertragen, was die Zeit bringt.
Lat.: Ferendum aequo animo quicquid tempus affert. – Stulta adversum tempus querimonia. (Bovill, I, 217.)
 
3. Man muss geduldig ertragen, was man verschuldet hat.
Holl.: Verdraagt hetgeen gij door u eigenschuld lijdt. (Bohn I, 341.)
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
4. Er kann viel ertragen, er hat einen ausgepichten Magen.Braun, I, 2471.
 
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Ertränken
1. Ertränk' dich selbst, verdammter Strick.
Im Rheingau soll nur ein einziger Mann auf den Gedanken gekommen sein, sich durch Erhängen das Leben zu nehmen. Als er aber im Begriff war, die verhängnissvolle Schlinge zuzuziehen, fiel ihm ein, dass ihm die Gläubiger noch etwas Wein im Keller gelassen hatten. Er ging, um sich noch einen Schoppen auf die Reise zu nehmen. Als er sieben Schoppen genommen hatte, warf er den Strick ins Fass und rief: »So ertränk' dich selbst, verdammter Strick.« Darüber, wie im Rheingau die Leute ihre Noth und Melancholie vertrinken, vgl. Riehl, Land und Leute.
 
2. Könt mancher heut einen im Löffel ertrencken, er thets lieber als morgen.Gruter, III, 60.
 
3. Wer sich ertränken will, findet überall Wasser.
Der Russe sagt: Um zu ertrinken braucht man nicht nach Astrachan zu fahren, das kann man in Twer.
 
4. Wer sich ertrencken wil, der soll sich in einem lautern wasser ertrencken.Franck, II, 97a; Tappius, 145b; Lehmann, II, 830, 67; Petri, II, 758.

 

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