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Deutsches Sprichwörter-Lexicon von Karl Friedrich Wilhelm WanderLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Ersterben bis Ertappen (Bd. , Sp. )
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Artikelverweis Ersterben
Jeder ersterbe um seine eigene Schuld.Graf, 299, 102.
Jeder hat für seine Handlungen persönlich zu haften.
 
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Erstes
1. Das erst, das best.Lehmann, 187, 1.
Ausdruck dessen, der nicht wählt, sondern gleich zulangt.
 
2. Es ist sein ersts, man muss es jm verzeihen. Franck, II, 58a; Tappius, 16a; Lehmann, II, 136, 58.
Empfiehlt milde Beurtheilung eines ersten Fehlers oder Versehens. (S. Einmal 23.)
 
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Erstes mal
Dat 's blôt 't îerst'mal, säd' de Schôster, dâr krêg sîn Frû acht Wochen nâ de Hochtîd 'n Jung'n. (Hamburg.) – Hoefer, 965.
 
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Erstgeboren
Der Erstgeboren bleibt unvergoren.
 
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Erstgeburt
Wer die Erstgeburt hat, der will auch den Segen.1 Mos. 27, 36; Scheidemünze, II, 10.
 
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Erstgewinn
Erstgewinn es Kattengerinn.Woeste, 67, 60.
 
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Ersticken
1. Besser ersticket, dann erfroren.Gruter, I, 8.
Empfiehlt warme Kleidung und Zimmer. In fränkischer Mundart bei Frommann, VI, 167, 79.
 
2. Ebenso mehr erstickt, als erfroren, wann es ja muss gehenckt seyn.Lehmann, II, 146, 2; Gruter, III, 25.
 
3. Es ersticken mehr in den Fresshäfen, als in den Seehäfen.Parömiakon, 2306.
 
4. Es erstickt keine Maus unter einem Heuhaufen.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
5. Er erstickt daran wie jener Papst an einer Fliege.Zinkgref, IV, 69.
 
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Erstorben
Was nicht erstorben ist, das braucht man nicht zu geben.Graf, 184, 14; Göschen, Goslarische Statuten (Berlin 1840), I, 3, 30.
Bezieht sich auf das unter dem Namen Gerade bekannte weibliche Erbgut. Was zur Zeit des Todes der Frau als zur Gerade gehörend nicht da, also auch nicht erstorben war, brauchte der verwitwete Ehemann den Erben seiner verstorbenen Gattin nicht zu geben.
 
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Erstossen
Ich möchte mich goar derstussen. (Schles.) – Gomolcke, 550.
 
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Erstunken
Es ist erstunken und erlogen.Mayer, II, 42.
 
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Ertappen
1. Einmal ertappt ist hundertmal schuldig.
 
2. Wer ertappt wird, muss das Bad austragen. Eisenhart, 503; Pistor., III, 5; Graf, 395, 152; Simrock, 694.
Dies Rechtssprichwort handelt von Verbrechen, die gemeinschaftlich verübt worden sind, und sagt, dass der beleidigte Theil die Befugniss habe, wider jeden Theilnehmer, dessen er sich bemächtigen kann, eine Klage auf Schadenersatz anzustellen, wie denn auch der Grundsatz solidarischer Haftbarkeit durch dasselbe ausgesprochen wird.
 
3. Wer sich nicht ertappen lässt, wird nicht gehängt.Scheidemünze, II, 180.
Will sagen, wer das gehörige Mass Klugheit besitze, könne ungestraft sündigen.
 
4. Ich war ihn wul ertoappen.Gomolcke, 576.
 
5. Man hat ihn ertappt ob dem Goggelhäfeli. Kirchhofer, 142.
Er hat unehrlich, betrügerisch gehandelt.
 
6. Wer den ertappen wollte, müsste früh aufstehen.
Er ist sehr schlau.
Frz.: Il faudrait se lever bien matin pour l'attraper.

 

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