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Deutsches Sprichwörter-Lexicon von Karl Friedrich Wilhelm WanderLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Ersäufen bis Ersparen (Bd. , Sp. )
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Artikelverweis Ersäufen
1. Es ersäufft sich weder Hund noch Katz, ob sie schon die Bach sehen.Lehmann, 229, 81.
 
2. Wer sich ersäufen kann im vollen See, ersäuft sich nicht in einer Hand voll Schnee.
Dän.: Kunde han drukne ham i en skee fuld vand, han tog ikke en spand fuld dertil. (Prov. dan., 126.)
 
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Erscharren
Was man lang erscharret (oder: erspart), das führt der Teuffel auff einmahl hin.Lehmann, II, 835, 154; Simrock, 10210.
 
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Erscheinen
Wer nicht erscheint, bekommt nichts.Eiselein, 149.
 
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Erschlagen
1. Er hat jr trefflich viel erschlagen, die heuer Hiplen feil thun tragen.Eyering, II, 295.
Von einem, der seine Heldenthaten mit dem Munde verrichtet, dessen Umgebrachte noch jahrelang gemüthlich spazieren gehen.
 
2. Man erschlägt sich wenig Ehre an einem Weibe.
 
3. Wer einen erschlagen, dessen Hand hält man stets für eine Keule.Scheidemünze, II, 23.
 
4. Wer heut erschlagen wird, kann morgen nicht fechten.
 
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Erschleichen
1. Erschleiche, was du nicht erlauffen kanst. Lehmann, II, 126, 100; Lehmann, 851, 2; Körte, 1168.
 
2. Erschleichen lässt sich Gott, aber nicht erlaufen.
 
3. Es ist so bald etwas erschlichen als errannt. Lehmann; Eiselein, 148; Simrock, 9079.
Lat.: Magnum et certum vectigal parsimonia. (Eiselein, 148.)
 
4. Was man erschleicht, ist ebenso gut, als was man erlaufft.Lehmann, 162, 22.
 
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Erschnappen
Besser erschnappen als erwerben.
Sagt der arbeitsscheue, zum Betteln geneigte Italiener.
 
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Erschöpfen
Man erschöpft auch den tiefsten Brunnen.
 
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Erschrecken
1. Es erschrickt kein Bettler für einem grossen stück.Petri, II, 244.
 
2. Es erschrickt mancher Mann vor dess Balbirers Fliten1, dass er darüber im Aderlassen in Ohnmacht sinckt.Lehmann, 708, 14.
1) Gewöhnliche Schreibung: Fliete, doch findet man auch: Fliede, Fliedme: ein scharfes Eisen zum Aderlassen: mittelhochdeutsch die vliete, gekürzt aus flieden, fliedeme; althochdeutsch fliedimâ, vom mittellateinischen fleótomum, vom lateinisch-griechischen der phlebótomus, die Blutader schneiden. (Vgl. Weigand, Wb., I, 351, und Grimm, III, 1777, Fliede, S. 1797: Fliete.)
 
3. Zu tod erschrocken ist auch gestorben.Kirchhofer, 245.
 
4. A hot mich derschröckt, doss mer de Putter ies fum Brudte gefallen.Robinson, 469; Gomolcke, 432.
 
5. Das erschreckt mir die Hühner nicht.
 
6. Er erschrickt wie das Münster zu Strasburg, wenn's zu Köln in den Rhein schlägt.
 
7. Ich derschrack, dass mir's Hartze puffte. (Schles.) – Gomolcke, 500.
 
8. Ich derschrack, doss mer der Hartz-Pengel knackte1.Robinson, 496.
1) Gomolcke (499) hat dafür: krachte.
 
9. Ich derschrack, doss mer's Hertze im Leibe kalt war.Robinson, 572; Gomolcke, 498.
 
10. Ich erschrack, dass mer Orm und Been zittern. (Schles.) – Robinson, 69; Gomolcke, 497.
 
11. Sie erschraken wie die Sanct-Gallener Mönche, als ihnen das Weinfässlein ins Tobel1 fiel.Klosterspiegel, 60, 18.
1) In der Schweiz eine in oder zwischen ein Gebirge hineingehende Bucht zwischen fast unzugänglichen Anhöhen einer Bergkette oder eine Art Hohlweg, welcher von einem hohen Lande in eine Niederung oder zu einem Flussbett hinabgeht und durch abströmenden Regen oder Bergwasser enstanden ist. (Campe, Wb., IV, 831; Stalder, I, 285.)
 
12. Wir erschrecken nicht, sind schon bass vor Hunden gestanden.Fischart.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
13. Wer einen andern erschrecken will, muss sich hässlich stellen.
 
14. Er erschrickt, dass das Herz im Leibe zappelt.
 
15. Er ist so erschrocken, wie einer, der das Oel verschüttet hat.Simplic., Vogelnest, 405.
 
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Erschrockene
Erschrockene sind schon halb geschlagen.
 
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Êrsgatt
Vertagen Êrsgatt.Eichwald, 394.
 
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Ersparen
1. Erspart ist auch erobert.Sailer, 68; Simrock, 9624.
 
2. Erspart ist so gut als erworben.Simrock, 9627; Steiger, 225; Reinsberg III, 18.
 
3. Erspart ist so gut wie gewonnen, sagte Töffel, da zündete er ein Licht an und spaltete für einen Pfennig Zündhölzer.
Holl.: Dat is een schoone vond, zei de boer, en hij spleet een' zwavelstok in zestienen. (Harrebomée, I, 68.)
 
4. Es ist bald viel erspart.Kirchhofer, 343.
 
5. Es wird mehr erspart als gewonnen.Lehmann, 722, 6; Petri, II, 306.
 
6. Hündisch ersparet, bösslich verzehret.Mathesy, 83b; Petri, II, 385.
 
7. Was einer erspart, das ist sein Haab vnnd Gut.Lehmann, 723, 30.
Der Chinese sagt: Ersparen hat guten Grund, Verschwenden hat weder Grund noch Boden. (Reinsberg III, 18.)
 
8. Was erspart der Mund, das kriegt zuletzt der Hund (oder: das frisst die Katze oder der Hund).
 
9. Was man ersparet, dass gilt Winter vnd Sommer.Mathesy, 155b.
 
10. Was man erspart, ist auch gewonnen.Lehmann, 722, 1; Eiselein, 148.
Lat.: Magnum vectigal parsimonia. (Cicero.) (Binder I, 921; II, 1747; Eiselein, 148; Philippi, I, 235; Schonheim, M, 1; Seybold, 291.)
 
11. Was man erspart hat, führt der Teufel auf einmal hin.Simrock, 10210.
 
12. Was man erspart, ist der erste Gewinn.
 
13. Was man zu ehrn erspart, das fürt der teuffel sonst hin.Gruter, I, 76; Simrock, 10209.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
14. Die alles ersparen vnd unsern Herr Gott nicht mit einem Heller aus dem Grabe löseten, die bekommen lachende Erben.Petri, II, 122.
 
15. Langsam erspart, ist bald verzehrt.Petri, II, 431.

 

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