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Deutsches Sprichwörter-Lexicon von Karl Friedrich Wilhelm WanderLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Êrs bis Erschrecken (Bd. , Sp. )
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Artikelverweis Êrs
Êrs (s. Arsch).
 
1. Den Êrs to knipn.Eichwald, 391.
 
2. En Êrs vull gebn.Eichwald, 399.
 
3. He is öwer Êrs inn Staat kamn.Eichwald, 397.
 
4. Keen sitten Êrs hebbn.Eichwald, 395.
 
5. Sitt uppen Êrs, so loppt dar keene Mus in. Eichwald, 389.
 
6. Utn nauen Êrs geit'n nauen Furt.Eichwald, 404.
 
7. Vergetern Êrs.Eichwald, 400.
 
8. Wat is 't got, dat di de Êrs noch faste sitt! Eichwald, 394.
 
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Ersättigen
A iss ke mol zu ersättigen. (Schles.) – Gomolcke, 103.
 
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Ersaufen
1. Ersoffen ist ersoffen, am Ufer oder im Meer.
 
2. Es ersaufen mehr im Becher als im Bach.
 
3. Es ersauffe einer am Vffer oder im tieffen Meer, so heisset's beides ersoffen.Petri, II, 244.
 
4. Es ersauffen jhr mehr im Bier oder Wein, denn im Wasser.Petri, II, 244; Mathesy, 276a.
 
5. Versiupet se, so versiupet se, hadde de Biuer sagt, da hadde junge Enten op't Water satt. (Westf.)
 
6. Wä versuffe sall, dä versüff en em Fingerhôt met Wasser. (Köln.) – Firmenich, I, 476, 217.
 
7. Wenn du ersaufen willst, so ersaufe in lauterm Wasser.Simrock, 11252.
 
8. Wie kann der ersaufen, der über das Wasser gehalten wird.
 
9. Er ersöffe nicht, das Wasser ginge denn über den Galgen.
 
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Ersäufen
1. Es ersäufft sich weder Hund noch Katz, ob sie schon die Bach sehen.Lehmann, 229, 81.
 
2. Wer sich ersäufen kann im vollen See, ersäuft sich nicht in einer Hand voll Schnee.
Dän.: Kunde han drukne ham i en skee fuld vand, han tog ikke en spand fuld dertil. (Prov. dan., 126.)
 
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Erscharren
Was man lang erscharret (oder: erspart), das führt der Teuffel auff einmahl hin.Lehmann, II, 835, 154; Simrock, 10210.
 
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Erscheinen
Wer nicht erscheint, bekommt nichts.Eiselein, 149.
 
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Erschlagen
1. Er hat jr trefflich viel erschlagen, die heuer Hiplen feil thun tragen.Eyering, II, 295.
Von einem, der seine Heldenthaten mit dem Munde verrichtet, dessen Umgebrachte noch jahrelang gemüthlich spazieren gehen.
 
2. Man erschlägt sich wenig Ehre an einem Weibe.
 
3. Wer einen erschlagen, dessen Hand hält man stets für eine Keule.Scheidemünze, II, 23.
 
4. Wer heut erschlagen wird, kann morgen nicht fechten.
 
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Erschleichen
1. Erschleiche, was du nicht erlauffen kanst. Lehmann, II, 126, 100; Lehmann, 851, 2; Körte, 1168.
 
2. Erschleichen lässt sich Gott, aber nicht erlaufen.
 
3. Es ist so bald etwas erschlichen als errannt. Lehmann; Eiselein, 148; Simrock, 9079.
Lat.: Magnum et certum vectigal parsimonia. (Eiselein, 148.)
 
4. Was man erschleicht, ist ebenso gut, als was man erlaufft.Lehmann, 162, 22.
 
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Erschnappen
Besser erschnappen als erwerben.
Sagt der arbeitsscheue, zum Betteln geneigte Italiener.
 
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Erschöpfen
Man erschöpft auch den tiefsten Brunnen.
 
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Erschrecken
1. Es erschrickt kein Bettler für einem grossen stück.Petri, II, 244.
 
2. Es erschrickt mancher Mann vor dess Balbirers Fliten1, dass er darüber im Aderlassen in Ohnmacht sinckt.Lehmann, 708, 14.
1) Gewöhnliche Schreibung: Fliete, doch findet man auch: Fliede, Fliedme: ein scharfes Eisen zum Aderlassen: mittelhochdeutsch die vliete, gekürzt aus flieden, fliedeme; althochdeutsch fliedimâ, vom mittellateinischen fleótomum, vom lateinisch-griechischen der phlebótomus, die Blutader schneiden. (Vgl. Weigand, Wb., I, 351, und Grimm, III, 1777, Fliede, S. 1797: Fliete.)
 
3. Zu tod erschrocken ist auch gestorben.Kirchhofer, 245.
 
4. A hot mich derschröckt, doss mer de Putter ies fum Brudte gefallen.Robinson, 469; Gomolcke, 432.
 
5. Das erschreckt mir die Hühner nicht.
 
6. Er erschrickt wie das Münster zu Strasburg, wenn's zu Köln in den Rhein schlägt.
 
7. Ich derschrack, dass mir's Hartze puffte. (Schles.) – Gomolcke, 500.
 
8. Ich derschrack, doss mer der Hartz-Pengel knackte1.Robinson, 496.
1) Gomolcke (499) hat dafür: krachte.
 
9. Ich derschrack, doss mer's Hertze im Leibe kalt war.Robinson, 572; Gomolcke, 498.
 
10. Ich erschrack, dass mer Orm und Been zittern. (Schles.) – Robinson, 69; Gomolcke, 497.
 
11. Sie erschraken wie die Sanct-Gallener Mönche, als ihnen das Weinfässlein ins Tobel1 fiel.Klosterspiegel, 60, 18.
1) In der Schweiz eine in oder zwischen ein Gebirge hineingehende Bucht zwischen fast unzugänglichen Anhöhen einer Bergkette oder eine Art Hohlweg, welcher von einem hohen Lande in eine Niederung oder zu einem Flussbett hinabgeht und durch abströmenden Regen oder Bergwasser enstanden ist. (Campe, Wb., IV, 831; Stalder, I, 285.)
 
12. Wir erschrecken nicht, sind schon bass vor Hunden gestanden.Fischart.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
13. Wer einen andern erschrecken will, muss sich hässlich stellen.
 
14. Er erschrickt, dass das Herz im Leibe zappelt.
 
15. Er ist so erschrocken, wie einer, der das Oel verschüttet hat.Simplic., Vogelnest, 405.

 

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