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Deutsches Sprichwörter-Lexicon von Karl Friedrich Wilhelm WanderLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Erlogen bis Ernst (Adj.) (Bd. , Sp. )
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Artikelverweis Erlogen
Man hält manches für erlogen und es ist doch wahr.
Lat.: Saepe, quod falso creditum est, veri vicem obtinuit. (Curtius.) (Binder II, 3001.)
 
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Erlösen
1. Das Erlöss vns vom Vbel treibt im Kopff einen traurigen Thubel.Petri, III, 9.
Ernste Gedanken stören die Freude.
 
2. Wer andere erlösen will, hat oft nur Undank zum Lohn.
 
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Erlöser
Seinen Erlöser hängen.
 
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Ermahnung
Eine öffentliche Ermahnung verdriesst.Burckhardt, 691.
 
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Ermessen
Wer kann bei sich ermessen, wie viel der Nachbar Fleisch gegessen.
 
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Ermüden
Wer nicht ermüdet, wird mit allem fertig.
 
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Ermuntern
Ermuntre dich, mein schwacher Geist.
Der Anfang eines Weihnachtsliedes von Joh. Rist, der sprichwörtlich gebraucht wird, um sich selbst damit zu frischer Thätigkeit anzuregen.
 
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Ernähren
1. De sick will ehrlich ernähren, môt vêl flicken un wenig vertären. (Oldenburg.) – Weserzeitung, 4097; Goldschmidt, 152; hochdeutsch bei Blum, 326; Körte, 1162.
Wer ein geringes Einkommen hat, muss alle Arten des Aufwandes vermeiden, einfache Kost führen und die alten Kleidungsstücke solange als möglich ausbessern.
Ung.: Ki sokot foldoz, keveset költ. (Gaal, 327.)
 
2. Wei sik well ernoaren, mot sik rüstern iut den Feaern (Federn). (Westf.)
 
3. Wer nicht ernähren will die Katzen, muss ernähren Mäus' und Ratzen.Simrock, 5467.
 
4. Wer sich jetzo will ernehren, der muss arbeiten vnd wenig zehren.Lehmann, 535, 36.
 
5. Womit sich einer ernähren kann, das soll er treiben.
Vorausgesetzt, dass es etwas Rechtschaffenes ist.
 
6. Er ernährt sich bekowed (ehrenhaft). (Jüd.-deutsch.) – Tendlau, 238.
 
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Erniedrigen
1. Je mehr sich einer erniedrigt, desto mehr steigt er empor.Winckler, XV, 69.
Ein sehr beliebter praktischer Satz; dass er probat ist, hat Sixtus V. gezeigt.
 
2. Wer sich erniedrigt, den erhöhet Gott.
Wenn es auf die rechte Weise, ohne Selbstwegwerfung geschieht. Wer sich selbst nicht achtet, den können auch andere nicht achten und den wird auch Gott nicht erhöhen.
Frz.: Ki s'abaisse Diex le croist. (XIIIme siècle. Leroux, I, 15.)
 
3. Wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöhet. Quelle: Matth. 23, 12.
It.: Chi s' humilia s' esalta. (Pazzaglia, 162, 2.)
 
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Ernst
1. Ernst ist die Seele vom Werk.Winckler, IV, 48.
 
2. Ernst mit schertz trifft das hertz.Henisch, 928; Simrock, 2117; Körte, 1166.
It.: Burlando si dice il vero. (Gaal, 375.)
Ung.: Tréfából is lehet igazat mondani. (Gaal, 375.)
 
3. Ernst und Freude (Lust) sind selten beisammen.
Dän.: Alvor og gammen kunde ei altid staae sammen. (Prov. dan., 27.)
 
4. Ernst und Scherz sind oft Nachbarn.
Dän.: Alvor og gammen kunne bedst sammen. (Bohn I, 347.)
 
5. Ernst vertreibt den Schimpf.
 
6. Ernst ziemt einem Biedermann.
Mhd.: Ernst zimt wol bidermannen. (Zingerle, 28.)
 
7. Mit Ernst ist nicht gut scherzen.Simrock, 2118.
 
8. Rechtmessiger ernst ist kein Tyranney.Henisch, 928.
 
9. Wem es für Ernst ist, der darf für Worte nicht sorgen.
 
10. Wem's Ernst ist, das er geben wil, der gib herauss vnd frag nicht viel.Lehmann, II, 869, 127.
 
11. Wo Ernst und Klemenz nicht Brüder sind, da bekommt das Herrschen die Schwindsucht.Parömiakon, 1889.
Empfiehlt weise Strenge mit Milde verbunden für jedes Regiment. Nur »wo das Strenge mit dem Zarten, wo Starkes sich und Mildes paarten, da gibt es einen guten Klang«. (Schiller.)
 
12. Den Bruder Ernst nebend sich setzen.Henisch, 928.
 
13. Den Bruder Ernst von jhm thun.Henisch, 928.
 
14. Ernst brauchen.Henisch, 928.
 
15. Ernst in schimpff kehren.Henisch, 928.
 
16. Es ist Bruder Ernst.
Von einem, der selten oder nie lacht.
 
17. Es ist sein baarer blanker Ernst.
 
18. Es wird Ernst.Henisch, 928.
Lat.: Nunc ipsa vocat res. (Virgil.) (Binder II, 2312.) – Nunc specimen specitur, nunc certamen cernitur. (Plautus.) (Binder II, 2313.)
 
19. 'S is doaswegen mê Arnst nich. (Schles.) – Gomolcke, 976.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
20. Ein glimpflicher Ernst, vnd glimpflicher Glimpf ist der beste.Petri, II, 191.
 
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Ernst (Adj.)
Ernst (Adj.).
 
Er ist so ernst, wie eine Spinne auf der Kanzel.

 

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