Wörterbuchnetz
Deutsches Sprichwörter-Lexicon von Karl Friedrich Wilhelm WanderLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Erkundigen bis Erlenholz (Bd. , Sp. )
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Erkundigen
Er erkundigt sich nach seinesgleichen wie der Sultan von Kau. (Berberei.)
Der Beherrscher von Kau in Afrika, der etwa über 2000 Seelen gebot, aber sich dessenungeachtet Sultan nennen liess, erkundigte sich bei einem Kaufmann nach dem Wohlbefinden der Sultane von Marokko, Konstantinopel und Indien. »Wir sind gewohnt«, sagte er »uns stets nach dem Wohlsein unsersgleichen zu erkundigen«, was zur Entstehung des obigen Sprichworts in der Berberei Veranlassung gab. (Ausland.)
 
Artikelverweis 
Erkundigungen
Erkundigungen führen zu Trennungen.
Wer sich zu neugierig um die Angelegenheit eines andern erkundigt, kann leicht Veranlassung zu Misverständnissen und Feindschaften geben.
 
Artikelverweis 
Erlangen
1. Was man nicht erlangen kann, danach sehnt man sich am meisten.
Holl.: Wat iemand niet kan geworden, dat is hem 't liefst op aarde. (Harrebomée, I, 6.)
 
2. Wer etwas gross will erlangen, der muss gerne etwas schencken.Lehmann, 288, 13.
 
Artikelverweis 
Erlauben
1. Es ist jedem erlaubt nach Korinth zu gehen.
 
2. Was du erlaubest, das sollst du gewähren. Graf, 105, 243; Klingen, Sechsisch Landrecht, 108, a, 2.
Wenn jemand zugibt und schweigt, wo er sein Recht, seine Ansprüche geltend machen soll, dann muss er auch fahren lassen, gewähren, was er nicht gehalten hat.
 
3. Was erlaubt, ist ungenehm, was verboten, ist bequem.
Lat.: Quod licet, ingratum est, quod non licet, acrius urget. (Ovid.) (Binder I, 1511; II, 2881; Philippi, I, 143; Seybold, 507.)
 
4. Wem viel erlaubt ist, der soll sich am wenigsten erlauben (oder: der soll sich wenig gelüsten lassen).
Lat.: Minimum decet libere, cui multum licet. (Seneca.) (Binder I, 987; II, 1864; Philippi, I, 250; Seybold, 307.)
 
5. Erlaubt ist, was gefällt.
Aus Goethe's Tasso, II, 1.
 
Artikelverweis 
Erlaubniss
1. Mit Erlaubniss zieht man dem Bauer die Kuh aus dem Stalle.
 
2. Wer mit Erlaubniss gegen gemein Gebot handelt, der bleibt ohne Strafe.Graf, 286, 12.
 
3. Mit Verleb, doass ich mer mag enne Gurcke nahmen. (Schles.) – Gomolcke, 790.
 
4. Mit Verleb zu reden, nus roas is.Gomolcke, 789.
D.i. mit Erlaubniss, nachdem es heraus ist.
 
Artikelverweis 
Erlauern
Et is eher wott te erlûren, osse te erlaupen.Curtze, 334, 246.
 
Artikelverweis 
Erlaufen
Was sich nicht erlaufen lässt, muss man erschleichen.Körte, 1168; Scheidemünze, I, 1591.
 
Artikelverweis 
Erleben
1. Man erlebt nichts Besseres.
 
2. Man weiss wol, was man erlebt hat, aber nicht, was man noch erleben soll.Petri, II, 470.
 
3. Wat man nich belêwt, wenn man old wârd, säd' de Hex, da scholde se brennen. (Flensburg.) – Hoefer, 441.
 
4. Ich werde es noch erleben, dass du (er) dich an der Ecke meines Hauses herumdrückst.
 
5. Ich wil erleben, dass du das hauss solt von aussen ansehen.Agricola I, 275.
Gegen die, welche das Glück übermüthig macht.
 
6. Was man nicht alles erleben muss!
Ausruf bei ausserordentlichen Ereignissen.
Jüd.-deutsch: Was mer alles erlebe' muss! (Tendlau, 695.)
 
Artikelverweis 
Erlebt
Was erlebt man nicht alles in seinen siebzig Jahren, hat die Mücke gesagt, und ist eine Stunde alt geworden.B. Auerbach, Tausend Gedanken, S. 103.
 
Artikelverweis 
Erleiden
1. Es mag sich schon erleiden, dass man den Käs bettelt und geben ihn doch die Kühe. Kirchhofer, 253.
 
2. Man kan alles erleiden, allein gut Tage nicht. Lehmann, 346, 75.
 
3. Dass man's erleiden mag, nit zu warm und nit zu kalt.Eiselein, 148.
 
4. Es ist ihm erleidet, wie dem Bettler die halb Batzen.Kirchhofer, 213.
 
Artikelverweis 
Erlenholz
Erlenholz (s. Ellernholz).
 
Erlenholz voll Knöpfe bedeutet volle Töpfe. (Herford.) – Boebel, 134.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Die Suchanfrage lieferte keinen Treffer.