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Deutsches Sprichwörter-Lexicon von Karl Friedrich Wilhelm WanderLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Erkenntliche (der) bis Erlauern (Bd. , Sp. )
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Artikelverweis Erkenntliche (der)
Einem Erkenntlichen gib mehr als er bittet.
 
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Erkenntlichkeit
Erkenntlichkeit ist grosser Lohn.
 
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Erkenntniss
1. Erkenntniss des Fehlers ist halbe Besserung. Ramann, II, Pred., II, 295.
 
2. Wenn das Erkenntniss wider den Geleiteten ergeht, hört das Geleit auf.Graf, 442, 349.
Das zugesicherte freie Geleit dauert nur bis zum Endurtheil des Gerichts; es erlischt selbstredend, wenn dies gegen den Betreffenden ausfällt.
 
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Erklären
Er erklärt wie der Teufel die Bibel. (Ostpreuss.)
 
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Erklärung
Die Erklärung ist dunkler als der Text.
Von Erklärungen, welche die Sache nur noch dunkler machen.
Frz.: C'est la glose d'Orléans, plus obscure que le texte. (Lendroy, 842; Recueil, 25.)
 
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Erkundigen
Er erkundigt sich nach seinesgleichen wie der Sultan von Kau. (Berberei.)
Der Beherrscher von Kau in Afrika, der etwa über 2000 Seelen gebot, aber sich dessenungeachtet Sultan nennen liess, erkundigte sich bei einem Kaufmann nach dem Wohlbefinden der Sultane von Marokko, Konstantinopel und Indien. »Wir sind gewohnt«, sagte er »uns stets nach dem Wohlsein unsersgleichen zu erkundigen«, was zur Entstehung des obigen Sprichworts in der Berberei Veranlassung gab. (Ausland.)
 
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Erkundigungen
Erkundigungen führen zu Trennungen.
Wer sich zu neugierig um die Angelegenheit eines andern erkundigt, kann leicht Veranlassung zu Misverständnissen und Feindschaften geben.
 
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Erlangen
1. Was man nicht erlangen kann, danach sehnt man sich am meisten.
Holl.: Wat iemand niet kan geworden, dat is hem 't liefst op aarde. (Harrebomée, I, 6.)
 
2. Wer etwas gross will erlangen, der muss gerne etwas schencken.Lehmann, 288, 13.
 
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Erlauben
1. Es ist jedem erlaubt nach Korinth zu gehen.
 
2. Was du erlaubest, das sollst du gewähren. Graf, 105, 243; Klingen, Sechsisch Landrecht, 108, a, 2.
Wenn jemand zugibt und schweigt, wo er sein Recht, seine Ansprüche geltend machen soll, dann muss er auch fahren lassen, gewähren, was er nicht gehalten hat.
 
3. Was erlaubt, ist ungenehm, was verboten, ist bequem.
Lat.: Quod licet, ingratum est, quod non licet, acrius urget. (Ovid.) (Binder I, 1511; II, 2881; Philippi, I, 143; Seybold, 507.)
 
4. Wem viel erlaubt ist, der soll sich am wenigsten erlauben (oder: der soll sich wenig gelüsten lassen).
Lat.: Minimum decet libere, cui multum licet. (Seneca.) (Binder I, 987; II, 1864; Philippi, I, 250; Seybold, 307.)
 
5. Erlaubt ist, was gefällt.
Aus Goethe's Tasso, II, 1.
 
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Erlaubniss
1. Mit Erlaubniss zieht man dem Bauer die Kuh aus dem Stalle.
 
2. Wer mit Erlaubniss gegen gemein Gebot handelt, der bleibt ohne Strafe.Graf, 286, 12.
 
3. Mit Verleb, doass ich mer mag enne Gurcke nahmen. (Schles.) – Gomolcke, 790.
 
4. Mit Verleb zu reden, nus roas is.Gomolcke, 789.
D.i. mit Erlaubniss, nachdem es heraus ist.
 
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Erlauern
Et is eher wott te erlûren, osse te erlaupen.Curtze, 334, 246.

 

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