Wörterbuchnetz
Deutsches Sprichwörter-Lexicon von Karl Friedrich Wilhelm WanderLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Erhaben bis Erhören (Bd. , Sp. )
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Erhaben
Er ist wol erhaben, aber noch nicht begraben.
Vor dem Tode, sagt Solon, soll man niemand glücklich preisen.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
2. So ehaba als wenn de Katt ön de Sprie pösst. (Natangen.) – Frischbier, I, 689.
 
Artikelverweis 
Erhalten
1. Besser erhalten als vorbehalten.Pistor., IV, 61; Simrock, 2114; Körte, 1161.
Warnung für Aeltern, den Kindern ihr Besitzthum schon bei Lebzeiten abzutreten.
 
2. Der das seine begert zu erhalten, der hat besser recht, als der begert zu gewinnen.Lehmann, 370, 101.
 
3. Erhalte in der Jugend, so findest du im Alter.
 
4. Erhalten hat seinen Grund, Verlieren keinen.
 
5. Erhalten ist mehr als erwerben.
 
6. Erhalten ist so grosse Kunst (so künstlich, löblich) als gewinnen (erwerben).Simrock, 2115; Körte, 1160; Lehmann, 70, 15.
Dän.: Det er ei mindre kunst at beholde end forhverve. (Prov. dan., 62.)
It.: L'arte di conservare non è minor di quella di conquistare. (Gaal, 374.)
Lat.: Non minor est virtus, quam quaerere, parta tueri, casus inest illic, hic erit artis opus. (Gaal, 374.)
 
7. Gut erhalten ist so grosser kunst als gut gewinnen.
 
8. So viel man (Waare) erhält, so viel Geld.
 
Artikelverweis 
Erhängte
1. Von hundert Erhängten geht kein einziger verloren und von hundert Ersäuften wird nicht einer selig.
Als Grund wird von einem alten theologischen Schriftsteller angegeben, weil erstere von den Geistlichen erquickt und zu einem seligen Ende bereitet werden können, was bei diesen nicht der Fall sei.
 
2. Wer einen Erhängten in seiner Familie hat, darf zu keinem andern sagen: Hänge mir das Fischlein auf!Tendlau, 328.
Die entfernteste Anspielung soll als unzart vermieden werden, ja alles, was nur Anlass geben kann, daran zu denken.
 
Artikelverweis 
Erhaschen
Es erhaschen nicht alle was, welche die Hand ausstrecken.Scheidemünze, I, 4559.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
2. Es erhaschen nicht alle, die zugreifen.
 
Artikelverweis 
Erhausen
Nu was me erhuust, bringt Ehr; 's Ererbt isch nit weit her. (Frickthal im Canton Aargau.) – Schweiz, 184, 16.
 
Artikelverweis 
Erheben
1. Was einer nicht erheben kann, soll er selbander ligen lan.Lehmann, 106, 11; 246, 4.
 
2. Was sich schnell erhebt, ist bald verlebt.
 
3. Wer sich erhebt, der muss herunter.Petri, II, 758.
 
Artikelverweis 
Erheirathen
Was man sich erheirathet, braucht man nicht zu verdienen.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
2. Was mer d'rhairt, braucht m'r ni zu d'rwirtschäfte. (Oesterreich.-Schles.) – Peter, I, 447.
 
Artikelverweis 
Erheucheln
Wer erheuchelt sein Recht, ist zwiefach schlecht.
 
Artikelverweis 
Erhöhen
1. Es erhöhet nichts des Mannes Schild, denn Fahnlehn.Eisenhart, 42; Pistor., II, 55.
Unter Schild wird hier der Stand oder Adel verstanden, unter Fahnlehn aber ein solches weltliches Lehen, das mit landesherrlicher Hoheit verbunden ist u.s.w. Der Name Fahnlehn kommt daher, weil die Belehnung früher mit einer Fahne erfolgte. Die Bedeutung des Sprichworts ist die: wer vom niedern Adel zu dem Besitz einer Grafschaft oder eines Fürstenthums gelangt, erhält auch die damit verbundene Würde. Dies hat indess jetzt für uns keine Gültigkeit mehr, wo jemand in den Besitz einer Grafschaft kommen kann, ohne dadurch die gräfliche Würde zu erlangen, deren Ertheilung lediglich vom Landesherrn abhängt.
 
2. Wer sich selbst erhöhet, der wird erniedrigt werden.Matth. 23, 12; Zehner, 486.
Lat.: Qui se exaltat humiliabitur, et qui se humiliat exaltabitur. (Schulze, 228.)
 
Artikelverweis 
Erholung
Erholung thut Leib und Seele wohl.Binder II, 2454.
Lat.: Otia corpus alunt, animus quoque pascitur illis. (Ovid.) (Philippi, II, 78; Seybold, 423.)
 
Artikelverweis 
Erhören
Biss, das du erhörest.Eyering, I, 221.
Sei so, wie du hörst, dass du sein sollst.
Lat.: Esto quod audis. (Eyering, I, 221.)

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Die Suchanfrage lieferte keinen Treffer.