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Deutsches Sprichwörter-Lexicon von Karl Friedrich Wilhelm WanderLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Erfreut bis Erhaschen (Bd. , Sp. )
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Artikelverweis Erfreut
1. Ea hod si dafraid und dawunnad wia d' Moas pan kluann Vegadl. (Steiermark.) – Firmenich, II, 766, 57.
Er hat sich erfreut und verwundert wie die Meise beim kleinen Vögelein.
 
2. Er ist erfreut, als käm' einer und brächt' ihm nichts.Fischart.
 
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Erfrieren
1. Erfrieren ist nicht abkühlen.Scheidemünze, I, 1322.
 
2. Es ist zum Erfrieren schier, ich hab' blos drei Röcke oder vier.
 
3. Lieber erfrieren, als bei einem Feuer sich wärmen, dabei man täglich im Rauch sitzt (oder: in dessen Rauch man erstickt).Lehmann, 128, 84.
 
4. Was erfroren ist, muss man mit Schnee reiben.Scheidemünze, I, 1060.
 
5. Wer erfrieren soll, der erfriert in den Hundstagen.
It.: Chi è destinato a gelare gela del mese d'agosto. (Pazzaglia, 84, 2.)
 
6. Er ist erfroren wie ein Nusssack. (Meiningen.)
 
7. Er ist erfroren wie ein Schneider. (Ostfries.)
 
8. Mir erfriert kein Wein.
Lat.: Neque compluitur, neque sole aduritur.
 
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Erfüllen
Er ist nit zu erfüllen.Eyering, II, 360.
Der Ungenügsame, Unersättliche.
 
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Ergeben
Mancher ergibt sich Gott, wenn der Teufel ihn abdankt.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
Er ergibt sich wie die Münsterberger.Schles. Provinzialblätter, 1866, S. 670.
Wenn sich jemand im Spiele, im Ringen, in einer Debatte schon vor der Beendigung als der unterliegende erklärt.
 
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Ergehen
Es erging ihm dabei wie dem König Hans in der Walachei. (Poln.)
D.h. sehr übel, denn die Feldzüge, welche der polnische König Johann Sobieski zur Unterwerfung der Moldau (in den Jahren 1685, 1688 und 1691) unternahm, kosteten ihm nicht allein drei vortreffliche Armeen und 100 Millionen polnische Gulden, sondern er musste auch infolge des Mislingens derselben drei Wojwodschaften an Russland abtreten. (Wurzbach I, 24.)
 
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Ergötzen
1. Sie ergötzen sich wie die Läuse im Pelz.Simrock, 6224.
 
2. Wer blos ergötzen will, muss die Narrenjacke anziehen.
 
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Ergreifen
Wer zu viel auf einmal ergreift, behält nichts.
 
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Erhaben
Er ist wol erhaben, aber noch nicht begraben.
Vor dem Tode, sagt Solon, soll man niemand glücklich preisen.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
2. So ehaba als wenn de Katt ön de Sprie pösst. (Natangen.) – Frischbier, I, 689.
 
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Erhalten
1. Besser erhalten als vorbehalten.Pistor., IV, 61; Simrock, 2114; Körte, 1161.
Warnung für Aeltern, den Kindern ihr Besitzthum schon bei Lebzeiten abzutreten.
 
2. Der das seine begert zu erhalten, der hat besser recht, als der begert zu gewinnen.Lehmann, 370, 101.
 
3. Erhalte in der Jugend, so findest du im Alter.
 
4. Erhalten hat seinen Grund, Verlieren keinen.
 
5. Erhalten ist mehr als erwerben.
 
6. Erhalten ist so grosse Kunst (so künstlich, löblich) als gewinnen (erwerben).Simrock, 2115; Körte, 1160; Lehmann, 70, 15.
Dän.: Det er ei mindre kunst at beholde end forhverve. (Prov. dan., 62.)
It.: L'arte di conservare non è minor di quella di conquistare. (Gaal, 374.)
Lat.: Non minor est virtus, quam quaerere, parta tueri, casus inest illic, hic erit artis opus. (Gaal, 374.)
 
7. Gut erhalten ist so grosser kunst als gut gewinnen.
 
8. So viel man (Waare) erhält, so viel Geld.
 
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Erhängte
1. Von hundert Erhängten geht kein einziger verloren und von hundert Ersäuften wird nicht einer selig.
Als Grund wird von einem alten theologischen Schriftsteller angegeben, weil erstere von den Geistlichen erquickt und zu einem seligen Ende bereitet werden können, was bei diesen nicht der Fall sei.
 
2. Wer einen Erhängten in seiner Familie hat, darf zu keinem andern sagen: Hänge mir das Fischlein auf!Tendlau, 328.
Die entfernteste Anspielung soll als unzart vermieden werden, ja alles, was nur Anlass geben kann, daran zu denken.
 
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Erhaschen
Es erhaschen nicht alle was, welche die Hand ausstrecken.Scheidemünze, I, 4559.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
2. Es erhaschen nicht alle, die zugreifen.

 

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