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Deutsches Sprichwörter-Lexicon von Karl Friedrich Wilhelm WanderLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Erfinder bis Ergeben (Bd. , Sp. )
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Artikelverweis Erfinder
Erst kommt der Erfinder, dann kommen die Gründer (oder auch: Schinder); beide brauchen sie Rinder, und wenn's gut geht, machen sie Kinder.
Ein Spruch aus der Gründerzeit aus dem Jahre 1870. Die Rinder sind das Publikum, während die Kinder hier den Vorgang andeuten, der sonst nur das Thierleben auf der untersten Stufe zeigt. (Vgl. Börsen- und Gründungsschwindel in Berlin von A. Glagau, 1875, Nr. 7.)
 
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Erfindung
Vier neue Erfindungen rühmet die Welt: Schinden ohne Messer, Braten ohne Feuer, Zwagen (Waschen) ohne Laugen und statt der Brillen durch die Finger sehen.
 
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Erfliegen
1. Was man nicht kann erfliegen, muss man erhinken.Eiselein, 148.
 
2. Was man nicht mag erfliegen, muss man erhinken, sagte der lahme Prior, als er zur Nonne schlich.Klosterspiegel, 27, 12.
 
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Erflöten
Einer will's erflöten, der andere ertrompeten.
 
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Erfniss
Erfniss is gên Winste.Simrock, 2088; Hillebrand, 139; Estor, III, 436; Eisenhart, 312; Pistor., III, 85; Eiselein, 147; Reyscher, 207.
Dies plattdeutsche Sprichwort lehrt, dass eine Erbschaft nicht stets als ein Gewinn zu betrachten ist, sondern gar oft für den Erben von grossem Nachtheil werden kann. Nach niederländischen Gesetzen musste der Erbe unter vielen andern die dem Erblasser zuerkannten Geldstrafen bezahlen, auch wenn er nicht einen Pfennig erbte. Bei uns kann das Sprichwort jetzt nur auf die Anwendung finden, welche sich unbedingt für eine Erbschaft erklären, ohne sich hinlänglich von dem Verhältniss des Activ- zum Passivvermögen unterrichtet zu haben, auf Erbschaften, die ohne die sogenannte Wohlthat des Inventarii (sine beneficio inventarii) angetreten werden. Darüber ist namentlich Hillebrand nachzulesen.
Holl.: Erfenis is geene winst. (Harrebomée, I, 185.)
 
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Erfolg
1. Wer den Erfolg zu seiner Krone macht, dem treibt der Miserfolg den Hut an.Schles. Morgenbl., Breslau 1867, Nr. 169, S. 3.
 
2. Der Erfolg wird's lehren.
 
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Erfreien
Was man erfreit, da braucht man keinen Finger dafür zu klemmen. (Kurhessen.)
Was man durch Heirath gewinnt, braucht man nicht erst sauer zu erarbeiten. (S. Erheirathen.)
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
2. Wer naut erfreit ienn naut ererbt, bleit e Lomb bis dass 'r sterbt. (Oberhessen.)
Wer nichts erfreit und nichts ererbt, der bleibt ein Lump bis dass er stirbt.
 
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Erfreut
1. Ea hod si dafraid und dawunnad wia d' Moas pan kluann Vegadl. (Steiermark.) – Firmenich, II, 766, 57.
Er hat sich erfreut und verwundert wie die Meise beim kleinen Vögelein.
 
2. Er ist erfreut, als käm' einer und brächt' ihm nichts.Fischart.
 
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Erfrieren
1. Erfrieren ist nicht abkühlen.Scheidemünze, I, 1322.
 
2. Es ist zum Erfrieren schier, ich hab' blos drei Röcke oder vier.
 
3. Lieber erfrieren, als bei einem Feuer sich wärmen, dabei man täglich im Rauch sitzt (oder: in dessen Rauch man erstickt).Lehmann, 128, 84.
 
4. Was erfroren ist, muss man mit Schnee reiben.Scheidemünze, I, 1060.
 
5. Wer erfrieren soll, der erfriert in den Hundstagen.
It.: Chi è destinato a gelare gela del mese d'agosto. (Pazzaglia, 84, 2.)
 
6. Er ist erfroren wie ein Nusssack. (Meiningen.)
 
7. Er ist erfroren wie ein Schneider. (Ostfries.)
 
8. Mir erfriert kein Wein.
Lat.: Neque compluitur, neque sole aduritur.
 
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Erfüllen
Er ist nit zu erfüllen.Eyering, II, 360.
Der Ungenügsame, Unersättliche.
 
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Ergeben
Mancher ergibt sich Gott, wenn der Teufel ihn abdankt.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
Er ergibt sich wie die Münsterberger.Schles. Provinzialblätter, 1866, S. 670.
Wenn sich jemand im Spiele, im Ringen, in einer Debatte schon vor der Beendigung als der unterliegende erklärt.

 

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