Wörterbuchnetz
Deutsches Sprichwörter-Lexicon von Karl Friedrich Wilhelm WanderLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Erbeten bis Erbloser (Bd. , Sp. )
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Erbeten
1. Erbeten ist oft theuer erkauft.
Lat.: Precibus emtum carum. (Sailer, Sprüche, 137, 134.)
 
2. Halb erbet, halb d' aloffen. (Wien.)
Halb erbeten, halb erlaufen, sagt die Frau, wenn sie Mühe gehabt hat, unter die Haube zu kommen oder den Mann zu ertanzen.
 
Artikelverweis 
Erbetteln
Was man lange erbetteln muss, ist nicht geschenkt.
It.: Dono differito, troppo aspettato non è donato, ma caro venduto. (Pazzaglia, 96, 4.)
 
Artikelverweis 
Erbgang
Was einmal in den Erbgang gekommen, muss in dem Erbgang bleiben.Hillebrand, 183.
Handelt vom Freundschafts- oder Näherrecht, nach welchem die Erben des Verkäufers eines Guts berechtigt sind, dasselbe, falls es vom Eigenthümer an eine fremde Person verkauft worden ist, von dieser wie jedem weitern Besitzer gegen Ersatz des ursprünglichen Kaufpreises zu erwerben.
 
Artikelverweis 
Erbgänger
Es sind nicht alle Erbgänger, die frei geboren sind.Graf, 210, 181.
Die Erbfähigkeit beruhte nach deutschem Recht nicht blos auf Freiheit, sondern auch auf Ebenbürtigkeit; nur gleiche Geburt berechtigte zum Erbe.
 
Artikelverweis 
Erbgut
1. Ein Erbgut ist bald verzehrt (verthan).
Dän.: Arvedgods lader sig snart fortære. (Prov. dan., 38.)
 
2. Erbgut erbt bei der Schwertseite.Graf, 189, 26; Oelrichs, Samml. d. Gesetzb. Bremens (Bremen 1771), 558.
Verbindlichkeit und Fähigkeit zum Kriegsdienst war der Grundsatz, wonach den Freigeborenen Erbfolge in liegendem Gut bestimmt war. Wer ein solches Gut erben wollte, musste von Schwert halben dazu geboren sein. Deshalb blieben die Töchter ursprünglich unbedingt ausgeschlossen.
 
3. Erbgut erbt sich niederwärts und nicht aufwärts. (S. Erbe 27.)Graf, 193, 54; Kraut, Grundriss zu Vorles. über d. deutsche Privatr. (Göttingen 1855), 70.
 
4. Erbgut geht wieder den Weg, daher es gekommen.Graf, 194, 84; v. Kamptz, III, 68.
Im Falle Mangels einer erbberechtigten Nachkommenschaft fällt die Hinterlassenschaft an die Aeltern zurück.
 
5. Erbgut ist kein Raubgut.Eyering, III, 64.
 
6. Erbgut kann niemand geben ohne der Erben Urlaub.Graf, 103, 217; Anderson, Hamburger Statuten (Hamburg 1782), III, 51, 2.
Von der Unveräusserlichkeit erbeigener Güter durch Geschenk oder Verkauf, da sie wieder an die Erben fallen müssen.
 
7. Erbgut – Verderbgut.Graf, 223, 295.
 
8. Erbgut will Hut.
 
Artikelverweis 
Erbherr
1. Erbherr, Oberherr.Graf, 487, 35; Simrock, 2089.
»Der Landesherr stirbt nie, nur die Namen wechseln, denn der folgende Erbe ist gleichfalls ein Oberherr.«
 
2. Wer ein Erbherr ist, der ist auch ein Oberherr.Eisenhart, 642, 8; Pistor., III, 88; Simrock, 2089; Eiselein, 147; Graf, 487, 34.
Ein Fürst, will das Sprichwort sagen, der durch Erbfolge zur Regierung gekommen ist, hat in der Regel eine grössere Macht als ein solcher, der erst gewählt worden ist; und weil er eine grosse Gewalt über seine Unterthanen hat, nennt ihn das Sprichwort einen Oberherrn, worunter nicht ein solcher Herr zu verstehen ist, der durch Erbschaft zu unbeweglichen Gütern gelangte.
 
Artikelverweis 
Erbieten
1. Freundlichs erbieten findet friedliche statt. Basler Chron., DLXXXV.
 
2. Schön erbieten ist halbe Speis.Eiselein, 148.
 
3. Viel erbietens, wenig helffens.Petri, II, 571.
 
Artikelverweis 
Erbitten
1. Erbitten ist theurer, denn erkaufen.Körte, 1150.
It.: Niuna cosa costa più cara di quella, cui comprano le preghiere. (Gaal, 376.)
 
2. Was man erbitten muss, ist theuer erkauft.
 
Artikelverweis 
Erblehn
1. Alle Erblehen sind unsterblich.Graf, 557, 22; Holländischer Sachsenspiegel (Frankfurt 1764), 83, 65.
 
2. Zu Erblehen braucht man keine Einweiser. Graf, 557, 23.
 
Artikelverweis 
Erblicken
Du erblickst den Teufel noch, schaust du auch nicht durchs Loch. (Lit.)
Wenn einem Sargbret ein Nagel entfällt, so erblickt man durch dieses Loch nach dem Volksglauben der Litauer böse Geister und alle bekannten und befreundeten Todten, welche ihrer ewigen Verdammniss wegen keine Ruhe im Grabe finden.
 
Artikelverweis 
Erbloser
Der nächste Erblose ist Vogt.Graf, 172, 170.
Nach altdeutschem Recht fiel die Vormundschaft dem nächsten geeigneten männlichen Verwandten (Schwertmagen) zu. Das obige Sprichwort sagt, dass es der Nächste von denen sein soll, die nicht mit erben.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Die Suchanfrage lieferte keinen Treffer.