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Deutsches Sprichwörter-Lexicon von Karl Friedrich Wilhelm WanderLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Eltern. (Nachtrag zu: Aeltern.) bis Empfinden (Bd. , Sp. )
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Artikelverweis Eltern. (Nachtrag zu: Aeltern.)
Eltern. (Nachtrag zu: Aeltern.)
 
1. An eltern vnd schulmeistern ist vil gelegen. Henisch, 875.
 
2. Auss frommen eltern kommen offt huren vnd buben.Henisch, 875.
 
3. Den eltern ist alles zu verzeihen.Henisch, 875.
 
4. Der Eltern Ehre geniesst und der Eltern Schande entgilt man nicht weiter als ins dritte Kind.Graf, 165, 153; Homeyer, Glosse zum Sachsenspiegel (Berlin 1835). I, 51.
Spricht den Gedanken aus, dass an der Eltern Schicksal die ganze Familie, theilnimmt, dass die Kinder der Eltern Ehre mitgeniessen und von ihrer Schande mitleiden; doch soll diese enge Theilnahme in ihren rechtlichen Folgen sich nur auf die nächste Generation erstrecken.
 
5. Der Eltern Fluch klebet gern.Kirchhofer, 190.
 
6. Der Eltern Freundlichkeit gibt den Kindern Geschicklichkeit.Kirchhofer, 190.
 
7. Der Eltern Gebet, wunsch vnd Weissagen kleben gern vnd werden gemeiniglich war. Henisch, 875; Petri, II, 85.
 
8. Der eltern lieb, eifer vnd zorn entspringen beid aus hertzen born.Henisch, 875.
 
9. Der eltern vbrig lindigkeit bringt kindern rew vnd hertzeleid.Henisch, 875; Petri, II, 86.
 
10. Der Eltern Wunsch oder Fluch werden gemeiniglich war.Lehmann, 172, 57.
 
11. Die eltern arbeiten den Kindern vor.Henisch, 875.
 
12. Die Eltern behalten allzeit ihr Recht in der Kinder Gut.Graf, 194, 82.
Sagt, dass das Gut der Kinder, wenn sie ohne Nachkommen sterben, an die Eltern zurückfalle.
 
13. Die Eltern lieben sehr, aber Gott liebt noch weit mehr.
Dän.: Fader og moder ere gode, men Gud er bedre. (Bohn I, 367.)
 
14. Die eltern sollen den daumen (oder: zügel) an der hand behalten, so lang sie können. Henisch, 875; Petri, II, 240.
 
15. Eltern essen offt Holtzäpffel, davon den Kindern die Zähn stumpff werden.Lehmann, 170, 40.
 
16. Eltern folg in der jugent, wiltu nit dem hencker folgen im alter.Henisch, 875.
 
17. Eltern fressen offt jhren eignen Kindern eine kranckheit an den halss.Henisch, 875; Petri, II, 239.
 
18. Eltern sollen den Kindern freyen.Henisch, 875.
 
19. Eltern sollen den Kindern schätze samlen, nicht die Kinder den eltern.Henisch, 875; Petri, II, 246.
 
20. Eltern sollen Kinder mit dem putzmann vnd fabelwerck nit forchtsam machen.Lehmann, 171, 46.
 
21. Eltern sollen vil thun vnd lassen vmb jhrer Kinder willen.Henisch, 876; Petri, II, 240.
 
22. Eltern vnnd Lehrmeister stechen mit böser Zucht den Kindern die Augen auss, dass sie jhr Lebtag übersichtig seynd.Lehmann, 97, 21.
 
23. Es sehen auch die Eltern arme kinder nicht wohl an.Gruter, III, 113.
 
24. Fromme (weise) Eltern ziehen selten Kinder, die jhren tugenden ehnlich seynd, ob es schon an guter zucht nicht mangelt.Lehmann, 170, 29.
 
25. Halt dein eltern schon, lang leben ist der lohn.Henisch, 876.
 
26. Lieb deine eltern, sein sie fromm, wo nit, so leid vnnd seufftze.Henisch, 876.
 
27. Man soll der eltern schuld den kindern nicht aufrucken.Henisch, 876; Petri, II, 465.
 
28. Nachlessige eltern machen faule Kinder.Henisch, 875.
 
29. Von Eltern erbt man Gelt vnnd Gut, vom Herrn ein from Weib kommen thut.Eyering, II, 534; Petri, II, 580.
 
30. Was die eltern einbrocken (einschencken), das müssen die Kinder aussessen vnd trincken.Henisch, 876 u. 946; Mathesy, I, 340a; Petri, II, 589.
Lat.: Sentit adhuc proles, quod commisere parentes. (Gaal, 355.)
 
31. Was eltern bald vergessen kan, nimpt sich der Kinder auch nicht an.Henisch, 876.
 
32. Welche der Eltern Güter vnd nicht jhre Tugenden Erben, die sind nur halbe Erben. Lehmann, 169, 22.
 
33. Wenn die Eltern jhre Kinder beyeinander haben, so dencken sie nur in ein Hauss, stewren sie die Kinder auss, so müssen sie in viel Heuser dencken.Petri, II, 642.
 
34. Wenn Eltern gehen vnd können, so sind sie willkommen.Petri, II, 654.
 
35. Wenn fromme eltern ein bissen brots vnter der Seelen hetten, sie theilten jhn jhren kindern mit.Henisch, 876; Petri, II, 655.
 
36. Wer an den Eltern sich vergreift, dem wächst die Hand aus dem Grabe.
 
37. Wer seine eltern veracht, der veracht sich selbst.Henisch, 876; Petri, II, 751.
 
38. Wer seine eltern vnwerth helt, der wirt von seinen kindern wider vnwerth gehalten. Henisch, 876; Petri, II, 751.
 
39. Wer seinen eltern hertzleid machet, der kriegt wider hertzleid von seinen kindern.Henisch, 876; Petri, II, 751.
 
40. Wer seinen Eltern nicht folget in der Jugend, der muss dem Hencker folgen im Alter. Schottel, 1130a; Petri, II, 751.
 
41. Wie die Eltern, so die Kinder.Eyering, III, 554.
 
42. Wie einer sein Eltern helt auff Erden, gleicher Gestalt jhn seine Kinder halten werden. Lehmann, II, 880, 281; Gruter, III, 113; Petri, II, 788.
 
43. Wie einer seine eltern ehrt, so ehren jhn seine kinder wider.Henisch, 876; Petri, II, 789.
Lat.: Qui cupis esse senex, caros venerare parentes. (Gaal, 352.)
 
44. Wir sagen wol, vnsere Eltern seyen fromme Leut, doch leben wir in unser Häut.Lehmann, II, 856, 425.
 
45. Nicht von schlechten Eltern.Sandvoss, 448.
Nicht übel, gut.
 
46. Der Eltern ehrlicher Name ist ein schöner Schatz den Kindern.Frischbier, 4369.
 
47. Der Eltern Todt ist offt der Kinder Glück. Petri, II, 86; Henisch, 875; Lehmann, 169, 19.
 
48. Die Eltern haben die Tochter bis zur Verheirathung, der Mann hat sie bis zum Tode.
 
49. Die Eltern ihre Ehre geben, die hat Gott lieb im Tod und Leben.Froschmeuseler, Aaiiib.
 
50. Eltern erziehen die Kinder, aber Nachbarn verheirathen sie.Lehmann, 527, 21.
 
51. Eltern, Freyer vnd grosse Herrn geben mit Lust vnd gern.Petri, II, 239; Henisch, 1207.
 
52. Eltern sollen den Zaum nit aussn Händen geben, so lang sie leben.Lehmann, 169, 20.
 
53. Scharfe Eltern ziehen die besten Kinder. Herberger, II, 414.
 
54. Öck si von blöde Öllre, min Vader hêt Driest. (Oberland.) – Frischbier, I, 627.
 
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Emden
He kummt vun Emden, Gott beter 't. (Ostfries.) – Eichwald, 442.
 
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Emder
'T is 'n Emder, Gott beter 't.Kern, 23.
Zur Zeit der fürstlichen Regierung wurden in Aurich die Emder für Revolutionäre angesehen. (Vgl. Gemeine Nachrichten, 1806, S. 172.)
 
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Emmaus
1. Auf Emaus steckt man die Palmen. (Kurhessen.) – Mühlhause, 168.
 
2. Nach Emahus gehen.
»Im Bapstumb giengen die Leut auff den Ostermontag hinaus Spatzieren, welches sie (Luc. 24, 13 fg.) hiessen: Nach Emahus gehen.« (Pauli, Postilla, I, 477b.)
 
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Emmes
Der Emmes1 is der grösste Schwindel.
1) Wahrheit. Mit der Wahrheit (s.d.) kommt man besser fort, als mit Vorspiegelungen.
 
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Emmeran
Zu Sanct-Emeran und Ober-Altaich wachsen die Professoren auf dem Miste.
Zwei früher im Rufe der Gelehrsamkeit und deshalb, jedoch nur in Baiern, sprichwörtlich gewordene Klöster daselbst.
 
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Emmstrich
He mook luter Emmenstreke upr Straten.Eichwald, 443.
Ist betrunken. (S. Ansehen 29.)
 
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Empfang
1. Bei Empfang ist kein Verlust, sagte jener zum Juden, da bekam dieser zehn Hiebe.
 
2. Bi Empfang is gên Verlüs. (Ostfries.) – Bueren, 60; Hauskalender, I.
 
3. Wie der Empfang, so der Dank.
Ruth.: Takoje czastowanie, takoje i diakowanie.
 
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Empfangen
1. Man empfängt den Mann nach seinem Gewande (Kleide) und entlässt ihn nach seinem Verstande.
Russischen Ursprungs, aber in Deutschland eingebürgert.
It.: Si riceve l'ospite secondo l'abito, e si accommiata secondo il discorso.
 
2. Man empfängt die Gäste freundlich mit Mund und Hand, und mit Herzen, wie Gott wohl weiss.Sailer, 205.
Das deutsche Sprichwort gibt nicht blos Rippenstösse oder Faustschläge, es hat auch seine feinen Spitzen, wie das vorstehende.
 
3. Wer empfängt, rede; wer gibt, schweige.Simrock, 2047; Körte, 1100.
 
4. Wer empfecht, wie er geben hat, weiss nicht, das er wol klagen mag.Henisch, 879.
 
5. Wer nicht empfängt, braucht nicht wiederzugeben.Körte, 1101.
 
6. Wie empfangen, so gegangen.Reinsberg II, 115.
 
7. Er wird empfangen wie ein Saw ins Judenhauss.Henisch, 879.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
8. Einen empfangen, wie man empfängt den Schüttensamen.Hans Sachs, III, CCCLXI, 1.
 
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Empfehlen
Er hat sich empfohlen.
Ist gestorben. – Um zu sagen, dass jemand dem Tode nahe oder gestorben ist, haben wir eine Anzahl Redensarten, welche den Charakter der Bildungsstufe oder Gemüthsstimmung derer an sich tragen, die sie gebrauchen oder sich nach irgendeiner andern Beziehung färben: Der Arsch ist ihm zugeschnappt. (Wien.) – Er ist abmarschirt. Er ist abgefahren. Er ist abgesegelt. Er hat ausgerungen. Er ist zur grossen Armee gegangen. (Der Ungar sagt: Er ist nach Buda gegangen.) Er hed's Bei g'streckt. (Luzern.) – Er ist in die Büchse (s.d.) gefallen. Er ist krepirt. (Troppau.) – Er muss Erde kauen. Er bläst auf dem letzten Loche. Er hat das Brotessen (s.d.) verredet. Er ist eingesargt. Er hat sein Ende erreicht. Man erweist ihm die letzte Ehre. Dem schwiert kein Finger mehr. Er ist flöten gegangen. Gott hat ihn zu sich genommen. Er hat ins Gras gebissen. Er ist heimgegangen. Er hat den letzten Kampf gekämpft. Er hat seinen Lauf vollendet. Er ist eine Leiche. Er liegt unter dem kühlen Rasen. Er ist zur ewigen Ruhe gegangen. Er geht den Weg alles Fleisches. Er geht den grasigen Weg. (Nürtingen.) – Er geht den Weg, den schon viele gegangen sind. Der hört keinen Hahn mehr krähen. (Troppau.) – Er ist im Herrn entschlafen. Er ist hinübergegangen. Er ist ins grosse Lager gerückt. Er stinkt nimmer. (Wien.) – Der Teufel hat ihn geholt. Er schläft den ewigen Schlaf. Er hat den letzten Schuss gethan. Der Schos der Erde hat ihn aufgenommen. Er stimmt seinen Schwanengesang an. Er hat den letzten Seufzer gelassen. Sein letztes Stündlein hat geschlagen. Er ist nicht mehr. Er ist todt. Er hat überwunden. Seine Uhr ist abgelaufen. Er ist verschieden. Er ist verblichen. Er ist zu seinen Vätern gegangen. Er hat der Welt Valet gesagt. Er ist der Würmer Beute geworden. Er hat das Zeitliche gesegnet. Die Zähne thun ihm nicht mehr weh. – Auf die Frage, wer gestorben sei, erfolgt in Nürtingen die Antwort: Streckfüssel.
 
2. Sich englisch empfehlen. (Neuyork.)
D.h. jemand verlassen, ohne sich von ihm zu verabschieden.
 
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Empfinden
Die es nicht empfinden, haben gut schinden.

 

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