| | Ackergaul Aus einem Ackergaul wird kein Reitpferd. Engl.: A kindly aver will never make a good horse. (Bohn II, 68.)
Ackergurren Ackergurren lässt man weiden ohne Zaum; die köstlichen Stuten werden wohl gehütet. – Geiler.
Ackerland Erst habe Ackerland, dann rechne nach Lofstellen. (Lett.) | | | [Zusätze und Ergänzungen] Ackerland hält stets Bestand. – Frischbier, I, 22.
Aeckerlein 1. Kein Aeckerli, das er säet, kein Wiesli, das er mähet. | | | 2. Er meint, jedes Aeckerli müss' er säen, und jedes Wiesli mähen.
Ackermaass Wo sichtig Ackermass vorhanden, das soll nicht für Neubruch gehalten werden. – Graf, 123, 325; Schmeller, I, 24. Wahrscheinlich hat man, um zum Anbau öder Landstrecken anzureizen, für einige Zeit Zins und Zehntfreiheit verheissen, mit der Beschränkung jedoch, dass sie da nicht zur Anwendung kommen solle, wenn sich nur irgendeine Spur bereits stattgehabter Kultur zeige.
Ackermähre Was die Aekermähren (mit dürrem Rücken) bauen, das können die Barrenhengste kauen. – Fischart, Gesch.
Ackermanntje Ackermanntje (Bachstelze) wipp up Stert; wel hett di dat Wippen lehrt. – Kern, 565. Ein Kinderspruch.
Ackern 1. Besser ackern und düngen, als beten und singen. Sagen die Bauern in der Gegend von Zobten in Schlesien, wenn man sie zu frommen Vereinen einladet. | | | 2. Da geschieht fürs Ackern wenig genug, wo der Bauer lauft vom Pflug, der Ochse verwirft das Joch und das Ross sein Kummet noch. | | | 3. Mancher darf nicht ackern und nicht säen und kann doch Getreide mähen. Lat.: Citra arationem citraque sementem. (Lucian.) (Erasmus, 143.) | | | 4. Man muss nicht mehr ackern, als man eineggen kann. (Wend. Lausitz.) | | | [Zusätze und Ergänzungen] 5. Det drätmôl akere' git fir îmôl mässten (misten, düngen). (Siebenbürg.-sächs.) – Schuster, 76a. | | | 6. Drämol akern äs îmôl mässten. – Schuster, 76b. | | | 7. Gut ackern ist halbe Düngung. (Frankenwald.) | | | 8. Ich ackere, sagte die Ameis, da sass sie auf dem Ochsenhorn. | | | 9. Man muss mit ihm ackern. – Frischbier, II, 26. Angestrengt arbeiten, z.B. vom Lehrer, der einen schwach begabten Schüler zu unterrichten hat. Auch wol, er muss sich mit ihm abackern, müde arbeiten. | | | 10. Mit dem kann man ackern. (Böhmen.) So gut, so fügsam und willig ist er. Er lässt sich für jeden Zweck gebrauchen.
Ackerochs Bist du ein Ackerochs, so begehr' keinen Sattel.
Ackerpferd Die Ackerpferde fressen am wenigsten.
Ackersenf Von Ackersenf leben. Dürftig. Es ist eine Pflanze, die als Unkraut wächst, aber auch wol genossen wird. Lat.: Lapsana vivere. (Plin.) (Erasm., 875.) |
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