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Deutsches Sprichwörter-Lexicon von Karl Friedrich Wilhelm WanderLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Aechten bis Achternander (Bd. , Sp. )
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Artikelverweis Aechten
Dai es ächten (hinten) nitt as väören, süss (sonst) könn he met der Fuet (dem Hintern) Nüete (Nüsse) knappen. (Iserlohn.) – Firmenich, III, 187.
 
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Achter (Zahlwort)
Achter (Zahlwort).
 
Er ist der Achte unter den sieben Weisen.Fischart.
Spottweise von denen, die sich sehr weise dünken. »Manch Haupt in der gelehrten Welt sich für den achten Weisen hält.«
Lat.: Sapientum octavus. (Horaz.) (Erasm., 221.)
 
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Achter (d.h. hinten; mundartliches Adverb)
Achter (d.h. hinten; mundartliches Adverb).
 
1. Achter in's Lôg1 wânt (wohnen) ôk Lüde. Frommann, II, 338.
1) Dorf, namentlich Pfarrdorf.
 
2. De van achtern kummt, het kên Geld.Frommann, IV, 142.
 
3. Von achtern is de Koh blind. (Ostfries.)
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
4. He stickt achter dahl, as Hoffmann bi' n Hund.Körte, 10c.
Er verfehlt seinen Zweck.
 
5. Achter un vör beslan wesen.Eichwald, 1723.
 
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Achterânander
Achterânander her de klen tander Gise.
So sagt man in Hamburg von denen, die ohne Paar und Glied zu halten hintereinander hergehen.
 
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Achteräs
Achteräs äs de Hane krasset. (Westf.)
 
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Achterdör
He hett 'n gooden Achterdör. (Ostfries.)
Eine gute Hinterthür.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
2. He hett de Achterdöre (Hinterthür) âpen (offen). (Ostfr.) – Frommann, II, 430, 548.
 
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Achterdêl
Dat Achterdêl (Podex) weisen.
»Dorchlichting der Kleder îet achtrdeel wisen.« (Hamburger Chronik, 342.)
 
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Achterflicken
1. Een Paar Achterflicken geben.Richey.
Eigentlich die Sohle unter dem Absatz; da diese bei Frauenschuhen aber leicht abgelaufen wird, so bezeichnet man mit dem Worte auch ein kleines Trinkgeld, das einem Dienstmädchen gegeben wird.
 
2. Up de Achterflicken slân.Richey.
Geringschätzung ausdrücken.
 
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Achterklapp
1. Elk höde sick för'n Achterklapp. (Ostfries.)
Jeder hüte sich vor Nackenschlägen, uneigentlich: vor Geklatsch, übler Nachrede.
 
2. Hoit (wahre) di vor den Achterklapp. (Osnabrück.)
Sei auf der Hut gegen ein Uebel, das auf eine glückliche Begebenheit folgt.
 
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Achterna
1. Achterna (hintennach) as Bloom.Frommann, II, 388.
Bloom, eigentlich Blume, in der Jägersprache: Schwanz, steht hier als Eigenname. Sinn: das Letzte pflegt nicht das Bessere, Vorzüglichere zu sein.
 
2. Achternä êten si Käse, sagen die Westfalen. Frank.
Lat.: Ficus post pisces. (Tappius, 34a.)
 
3. Achterna kamt de Rekens (Rechnung).
 
4. Achterna lopt dünn Beer.
 
5. Du kommst achterna, as Bütken mit den Schollen.
Lat.: Sic est ad pugnae partes re peracta veniendum. (Tappius, 17b.)
 
Frommann, II, 388, 5; für Münster: Frommann, VI, 426, 51; Simrock, 1090a. – Achterna dat is dunneber. (Freybe, Redentiner Spiele, 1622.) Hintennach das ist Dünnbier, schlechtes Bier, Halb-Bier, das aus dem zweiten Aufguss bereitete Bier, der zweite Absud.
 
6. Achterna back Eierkoken.Schütz, I, 17.
Hintennach ist's zu spät.
 
7. Achterna is wiveruwe.Freybe, Redentiner Spiele, 1624.
Hintennach ist Weiberreue, taugt und nützt nichts; klug ist, wer sich zuvor bedacht. Vgl. Liliencron, Hist. Volkslieder, III, 296: Dat mag men wol loren in guden truwen, dat einem ein ding achterna deit ruwen! Wen he den vogel heft flegen laten, so wil he sik hindenna vele undermaten, so is dar to late katteropen (d.h. Rufen der Katze) in gemein, wan de groteste schade is gescheen.
 
8. Achterna ist gôd lachen.Schütz, I, 17.
Hintennach lacht sich's leichter als vorher.
 
9. Wer is achterna nit weiss.Franck, II, 168a.
Dän.: Bag eftu komma tyndt öll. (Prov. dan., 44.)
 
10. Achterna as Kese.Kern, 964.
 
11. Achterna kakeln de Höner.Kern, 645.
Nachdem die Sache geschehen, ist das Reden darüber nutzlos.
 
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Achternander
Achternanner as de Eilanders un de Gansen (Gänse).Kern, 20; Hauskalender, III.
Unter den Eilanders sind die Bewohner der ostfriesischen und oldenburgischen Inseln gemeint, die von den Festländern als einfältig und dumm verschrien werden. Der Pastor Cadarius Müller in Stedesdorf erzählt in seinem Manuscript über die friesische Sprache (1691) eine Anzahl Anekdoten von der Einfalt der Insulaner, von denen einige an ihrem Orte als Beispielsprichwörter aufgeführt sind.

 

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