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Deutsches Sprichwörter-Lexicon von Karl Friedrich Wilhelm WanderLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Achen (Verbum) bis Acht (die) (Bd. , Sp. )
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Artikelverweis Achen (Verbum)
Achen (Verbum).
 
Je mehr man ach't (Ach ruft, seufzt), je schwerer wird die Bürde.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
Se ach't on wui't de ganze Dag.Frischbier, II, 24.
Aechzt und wehklagt unausgesetzt.
 
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Achilles
Ein wahrer (zweiter) Achill sein. (Altröm.) – Erasm., 104.
Sehr tapfer. So z.B. der Römer Lucius Siccius Dentatus, weil er in 120 Schlachten gegen den Feind gefochten hatte.
 
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Achillesferse
Jemandes Achillesferse kennen.
D.h. seine schwache Seite, seine verwundbare Stelle.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
2. Die Achillesferse entdecken.
Die Schattenseiten eines Gegenstandes auffinden.
 
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Achse
Die Achse ist gebrochen.
Der Fortgang des Unternehmens ist auf unerwartete Weise gestört, gehemmt worden.
 
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Achsel
1. Auf beiden Achseln tragen, steht keinem Biedermann an.
 
2. Auf vielen Achseln ist gut tragen.
 
3. Lass dir auf die Achsel sitzen, so will man dir auf den Kopf.
Lass dir ein Recht ohne Widerstand rauben oder verletzen – man wird immer weiter greifen; dulde eine kleine Ungerechtigkeit, du wirst bald grosse zu dulden haben.
Lat.: Post folia cadunt arbores. – Veterem ferendo injuriam, invitas novam.
 
4. Man muss nicht auf beiden Achseln Wasser tragen.
Man muss es entweder ganz mit der einen oder mit der andern Partei halten; was man ist, muss man ganz sein.
Frz.: Il faut être tout un ou tout autre.
 
5. Wer andere über die Achsel ansieht, verdirbt sich die eigenen Augen.
 
6. Wer auf beiden Achseln trägt, sitzt zwischen zwei Stühlen (in die Asche) nieder.
 
7. Alles uf di leicht Achs'l namma. (Franken.) – Schleicher, 80; Frommann, VI, 163.
 
8. Auf beiden Achseln tragen.
Lat.: Duos linis parietes. (Tappius, 20a.) – Prolixius sic effertur.
 
9. Auf beiden Achseln Wasser tragen.
Es mit keiner von verschiedenen Parteien verderben, beiden dienen.
Frz.: Nager entre deux eaux.
Lat.: Chordas geminas ferire. – Duabus sellis sedere. (Tappius, 60b.)
 
10. Bis an die Achsel schwören.Grimm, I, 164.
D.h. bis auf einen gewissen Punkt.
 
11. Die Achsel zucken (ziehen).
Bedenklichkeiten bei einer Sache, Bedauern über etwas äussern oder dadurch zu verstehen geben, dass man etwas Unabänderliches geduldig tragen müsse.
 
12. Einen auf den Achseln tragen.
Ihn ungern sehen, weil er lästig ist.
 
13. Er treibt nur das, was unter den Achseln geschieht. (Altgr.)
Von Schmeichlern. Die Ausübung der Schmeichelei ist sehr sinnreich unter die Achseln verlegt, weil diese Stellen vorzüglich kitzelig sind. Also: Er scheut jede Beschäftigung und sucht von der Schmeichelei zu leben.
 
14. Etwas auf die leichte Achsel nehmen. Grimm, I, 163.
Etwas leichtsinnig behandeln, für unbedeutend ansehen. Lässt sich der Ausdruck »leichte Achsel« rechtfertigen?
Frz.: Faire peu de cas de quelque chose.
 
15. Etwas auf seine Achseln nehmen.
Frz.: Charger quelque chose sur son cou.
 
16. Jemand über die Achsel ansehen.
Ihn verächtlich, von der Seite ansehen, verachten.
Frz.: Il regarde les gens par-dessus l'épaule.
Lat.: Alto supercilio contemnere.
 
17. Mit einem über die Achsel sein.Grimm, I, 164.
D.h. gespannt.
 
»Sie sah mich unter ein Achsel an, sie sprach: du bist kein edelmann.« (Ambraser Liederbuch, Nr. 69, 12.) – »Darum pin ich oft naschen aussgegangen; man hat mich vber die achsel empfangen.« (Fastnachtsspiele, 321, 25.)
 
»Die Edomiter waren der Juden Brüder, wie Moses sagt; noch waren sie jmmer mit den Israeliten vber einen Achsel von wegen des uralten Hasses.« (Fischer, Psalter, 749, 1.)
 
18. Wer jhm auff die Achsel sitzen lässt, dem sitzt man zuletzt gar vff den kopff.Lehmann, 242, 40; Petri, II, 720; Braun, 15.
 
19. Ar thuat alles uf die leicht Achsel namma. (Franken.) – Frommann, VI, 163; Schleicher, 180.
 
20. Auf einer Achsel Feuer, auf der andern Wasser tragen.
 
21. Die Achsel einziehen.
»Hierüber zogen etliche die Achsel ein und entschuldigten sich.« (Simplic., 864.)
22. Du kanst wol auf beiden achseln tragen. Tappius, 20a, 60b.
Lat.: Duos binis parietis. (Tappius, 20a.)
 
23. Die Achsel schupfen.Schöpf, 4.
Bedenken äussern.
 
24. Einem auf den Achseln sitzen.
»Sie sind vns auff die achslen gesessen, oder sie seind vns gar auff gugen gehocket.« (In capite atque ceruicibus nostris restiterunt.) (Henisch, 10, 64.)
 
25. Einem unter die Achsel greifen.Schöpf, 4.
Ihm aus der Noth helfen.
 
26. Er kan vff zwuen Achseln tragen.Eisenhart, II, 379.
Lat.: Esse hominem duplici animo. – Ex eodem ore calidum et frigidum efflare, duabus sellis sedere, duos linere parietes. (Henisch, 10, 58.)
 
27. Es fehlt ihm unter der Achsel.Schöpf, 4.
Er ist faul, arbeitsscheu.
 
28. Etwas (nicht) auf die hohe Achsel nehmen. Henisch, 10, 60.
D.h. es nicht zum besten, es unfreundlich u.s.w. annehmen.
 
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Achselschmalz
Sein Achselschmalz sparen.
»Spar den Achselschmalz nicht so.« (Rott. Thal.)
 
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Achselsitzen
Wen Achselsitzen frey erlaubt, dem sitzt man letztlich gar auffs Haupt.Eisenhart, I, 492.
 
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Achselträger
Ein Achselträger sein.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
2. Ein Achselträger trägt auf beiden Achseln Wasser.
 
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Achselzucken
Zehn Achselzucken sind leichter als ein Handaufthun.Altmann VI, 410.
 
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Achsennagel
Der Achsennagel ist ein kleines Ding, aber (und) er hält einen grossen Wagen zusammen.
 
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Acht (die)
Lieber dreimal in die Acht, als einmal ins Stockhaus.Altmann VI, 505.

 

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