| | Accisoren Wer sich Accisoren setzen lässt, bedarf keiner Blutegel. Lat.: Non missura cutem nisi plena cruoris hirudo.
Accisorenaugen Er macht Accisorenaugen.
Accord 1. Besser wohlfeiler Accord als theures Advocatenwort. | | | 2. Ein magerer Accord ist besser als ein fetter Process. | | | 3. Als hätte er's im Accord. | | | [Zusätze und Ergänzungen] 2. Vär Akkord, na gên Kîf (Streit). – Kern, 137.
Accordiren 1. Accordiren ist der erste Gewinn. | | | 2. Er accordirt mit unserm Harjet (Herrgott). (Jüd.-deutsch.) – Tendlau, 664.
Accurat 1. Accurat scheisst kan Bauer. (Niederösterr.) | | | 2. Allzu accurat ist tischlermässig. | | | 3. Allto akkrat is börgerlick. (Oldenburg.) – Firmenich, I, 233, 67. | | | 4. Nu accrâds nich. – Frischbier, II, 23. Nun thue ich's gerade nicht.
Ach 1. Ach und Wehe ist das tägliche Brot in der Ehe. | | | 2. Auf Ach und Weh folgt Glorie. | | | 3. Auf Weh und Ach folgt Freude nach. Frz.: Les pleurs sont suivis de joie; la joie succède aux pleurs. | | | 4. Ein Ach wohnt unter jedem Dach. | | | 5. Ach und Weh über einen schreien (ausrufen). Frz.: Il fit de grands hélas. – Crier haro sur quelqu'un. Zeter über jemand schreien, jemand festnehmen, indem man haro dabei schreit. (Lendroy, 1603.) | | | 6. Mit Ach und Krach durchkommen. Mit genauer Noth, z.B. durch das Examen. | | | [Zusätze und Ergänzungen] 7. Ach steigt aufs schönste Dach. | | | 8. Ach und weh, gibt es aber Mäus' im Bodensee? – Eiselein, 85. | | | 9. Zwischen Ach und Weh, Kummeraus und Klausen, dazwischen liegt Burghausen. (Oberösterreich.) Ach wird mir als ein Pfarrdorf bezeichnet, das der baierschen Stadt Burghausen, von der es durch den Fluss getrennt ist, gegenüber liegt. Die Ortschaften Weh, Kummeraus und Klausen müssen in der Nähe, sollen eigentlich auf baierschem Gebiete liegen. Klausen gibt es in Baiern mehrere, dagegen finde ich in Huhn's Lexikon weder in Baiern noch Oesterreich ein Kummeraus und Weh. | | | 10. Mit Ach und Krach. – Stadler, Fröhlig Palz, 277. Mit Mühe, mit genauer Noth. | | | 11. Mit Ach vnd wehe vnnd Awe Marya. – Mathesy, 201b. | | | 12. Sie ist vor Ach und Pfui bewahrt. – Hackländer, Dunkle Stunden, II, 77. Besitzt nur mittelmässige Schönheit.
Acheln Achele', bachele', bōche', is sein' beschte Melōche. – Tendlau, 531. Acheln = essen, bacheln – bechern, bochen für bofen = schlafen.
Achelpeter Das is e Achel-Peter. – Tendlau, 530. Jüd.-deutsch: Ein Fresspeter, ein Fresser, ein Nimmersatt, vom hebräischen achal = essen. Daher auch: Er achelt gern ebbes (etwas) Gutes.
Achen (Verbum) Achen (Verbum). | | | Je mehr man ach't (Ach ruft, seufzt), je schwerer wird die Bürde. | | | [Zusätze und Ergänzungen] Se ach't on wui't de ganze Dag. – Frischbier, II, 24. Aechzt und wehklagt unausgesetzt.
Achilles Ein wahrer (zweiter) Achill sein. (Altröm.) – Erasm., 104. Sehr tapfer. So z.B. der Römer Lucius Siccius Dentatus, weil er in 120 Schlachten gegen den Feind gefochten hatte.
Achillesferse Jemandes Achillesferse kennen. D.h. seine schwache Seite, seine verwundbare Stelle. | | | [Zusätze und Ergänzungen] 2. Die Achillesferse entdecken. Die Schattenseiten eines Gegenstandes auffinden. |
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