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Deutsches Sprichwörter-Lexicon von Karl Friedrich Wilhelm WanderLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Abzickeln bis Accurat (Bd. , Sp. )
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Artikelverweis Abzickeln
Er wird bald abzickeln.Frischbier, II, 22.
D.i. sterben.
 
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Abziehen
1. Entweder ziehe ab, oder ziehe dich aus. Erasm.
Aus dem Griechischen. Bei den Lacedämoniern war es Sitte, dass bei den öffentlichen Zweikämpfen niemand zum Angriffe gezwungen ward, sondern es wurde das Gesetz vorgelesen: Geh fort, oder ziehe dich aus (d.h. bereite dich zum Zweikampfe vor). Verwandt ist damit das Sprichwort: Trinke oder geh fort! Nimm an der Gesellschaft u.s.w. theil, oder entferne dich.
 
2. Er muss abziehen wie er gekommen.
Seine Bemühungen sind erfolglos geblieben.
Frz.: Il s'en est allé comme il etait venu.
 
3. Er zieht ab, wie der Hund ohne Schwanz.
Sehr beschämt.
Frz.: Il s'en va la queue entre les jambes.
 
4. Er zieht ab mit Kind und Kegel.
 
5. Er zieht ab, wie der Fuchs (die Katze) vom Taubenschlage. (Schles.) – Frischbier, 1914.
 
6. Er zieht ab, wie ein begossener Hund (Pudel).Frischbier, 349.
 
7. Er zieht ab, wie eine gebadete (nasse) Katze.Weinhold, 42; Grimm, 283.
 
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Abzug
1. Beim Abzug nimmt man einem, was er hat. (S. Einzug.)Graf, 43, 160.
 
2. Abzug blasen.Henisch, 405, 31.
Vom Streit abmahnen.
 
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Abzwacken
Einem etwas abzwacken. (Nürtingen.)
 
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Acceptiren
[1.] Wer acceptirt, muss bezahlen.Eisenhart, IV, 39; Pistor., I, 2; Volkmar, 355.
Wechselrecht. Kaufmännisches Sprichwort. Wer einen Wechselbrief einmal angenommen, hat sich dadurch auch verbindlich gemacht, die darin enthaltene Summe zu bezahlen, auch wenn der Trassant mittlerweile gestorben oder fallit geworden, oder die Acceptation aus Irrthum geschehen ist und der Acceptant bei Annahme des Wechselbriefs nicht die gehörige Vorsicht beobachtet hat. Das Sprichwort ist, wie das ganze Wechselgeschäft italienischen Ursprungs. Ueber die Fälle, in denen es seine Anwendung verliert, siehe den oben angeführten Eisenhart, §. 2.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
Hillebrandt, 172; Hertius, I, 28; Simrock, 45.
 
2. Ich will acceptiren, aber nicht quittiren.
Was man mir gibt, nehme ich zwar als Abschlagszahlung an, behalte mir aber meine weitern Ansprüche vor. Eine jüdische Redensart in Warschau, die den Gedanken ausspricht: »Nimm das Gebotene und behalte dir das Recht vor, mehr zu verlangen«, lautet: »Le Ojlem nemen (einen) tikkech muhn (mahnen). Scherzhafte Uebersetzung der Worte ›le Ojlem‹ mit ›nimm‹ und ›tikkech‹ mit mahnen.« Im letzten polnischen Aufstande hörte man in Warschau bei Veröffentlichung der Concession des Kaisers den Ruf des Volkes: Akceptajemy ale nie kwitajemy, d.h. wir wollen acceptiren, aber nicht quittiren.
 
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Accidentia
Accidentia hol die Pestilenzia.
Was sind Accidentia (Nebenschlängle)? »Wenn man mit den Leuten umgehet, wie der Gärtner mit dem Buchsbaum, das sind Accidentia. Wenn man die Unterthanen schröpft, wie der Bader eine alte Weiberhaut; wenn man die Handwerker traktirt, wie die Beisszange die Hufnägel; wenn man im Amt so treulich handelt, wie die Maus im Speisegewölbe; wenn man die Ausgabe für die Herrschaft mit einer längern Elle misst, als den Empfang; wenn man keinem Gehör vergönnt, der Opferstock habe denn seine Vision.« (Heinmar, I, 173.)
 
 
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Accisoren
Wer sich Accisoren setzen lässt, bedarf keiner Blutegel.
Lat.: Non missura cutem nisi plena cruoris hirudo.
 
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Accisorenaugen
Er macht Accisorenaugen.
 
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Accord
1. Besser wohlfeiler Accord als theures Advocatenwort.
 
2. Ein magerer Accord ist besser als ein fetter Process.
 
3. Als hätte er's im Accord.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
2. Vär Akkord, na gên Kîf (Streit).Kern, 137.
 
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Accordiren
1. Accordiren ist der erste Gewinn.
 
2. Er accordirt mit unserm Harjet (Herrgott). (Jüd.-deutsch.) – Tendlau, 664.
 
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Accurat
1. Accurat scheisst kan Bauer. (Niederösterr.)
 
2. Allzu accurat ist tischlermässig.
 
3. Allto akkrat is börgerlick. (Oldenburg.) – Firmenich, I, 233, 67.
 
4. Nu accrâds nich.Frischbier, II, 23.
Nun thue ich's gerade nicht.

 

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