| | Abwarten 1. Abwarten, sagt der Amtmann, bis der Teufel ein Loch schlägt. | | | 2. Abwarten, sagt der Schulmeister, bis der Teufel den Pfaffen holt. | | | 3. Abwarten schlägt den Eilenberg. | | | 4. Besser abwarten als übereilen. (Wend. Lausitz.) | | | 5. Erst abwarten, sprechen die Görlitzer, dann Thee trinken. (Oberlausitz.) | | | 6. Wâ'r et af, sächt Tacke. (Halberstadt.) | | | 7. Wart's ab, sagt Tuckermann. (Halberstadt.) Der Mann hatte hier ehedem ausschliesslich den Fischhandel und führte das »Wart's ab« fast immer im Munde, traf damit gar oft den Nagel auf den Kopf und ist mit diesem Sprichworte sein ganzes Leben hindurch trefflich ausgekommen. (Körte 2, 8098.) | | | 8. Er will abwarten, wie der Hase läuft. | | | Schwed.: Bättre att vänta, än att förhasta sig. (Strömbäck.) | | | 9. Erst wart's ab, und dann komm' und klag', sagt Kantor Keilig. (Köthen.) Als ein Schüler klagte, dass ein anderer ihn schlagen wolle, erhielt derselbe den obigen sprichwörtlich gewordenen Bescheid. Der Ort der amtlichen Wirksamkeit ist vom Einsender nicht bemerkt worden. | | | 10. Abwarten und Theetrinken.
Abwärts 'S geht abwärts mit ihm. Er kommt in seinem Geschäft oder in seiner Wirthschaft zurück.
Abwaschen 1. Das kann weder Elbe noch Rhein abwaschen. – Waldis, III, 99. | | | 2. Dat is ein Afwaschen. (Holstein.) – Schütze, IV, 225. Ist ein Abthun, geht in eine Rechnung. (S. Sündenvergebung.)
Abwechselung 1. Abwechselung in der Rede liebt der Türke und der Schwede. | | | 2. Abwechselung stärkt den Appetit. Frz.: Changement de corbillon donne appetit de pain benit. – Changement de viande met en appetit. | | | 3. Avwesslung möt sin, säd Ulenspêgel und kettelt sîn Grossmoder mit de Messfork. | | | [Zusätze und Ergänzungen] Frz.: Changement de propos réjouit l'homme. | | | 4. Abwechselung mot sin, seggt de Dîwel, on frett de Bottermelk mött de Müstgawel. (Ostpr.) – Frischbier, I, 21. | | | 5. Âfwäselong mot sên, sät Ülespêjel, do kitel den 'n (kitzelte er) sin Jro'smoder möt de Misjafel. – Rottscher, 217.
Abweg Er kommt auf Abwege. Lat.: Omissa hypera, pedem insequeris. (Suid.)
Abwehren Es ist leicht abzuwehren, was davonläuft.
Abweiben Es weibt sich einer ebenso bald die Gurgel ab, als er sie absäuft. – Agricola.
Abweisen Vorn abweisen und hinten einlassen. Lat.: Antica exclusum postica recipere. | | | [Zusätze und Ergänzungen] 2. Besser abweisen, als geprellt. Lat.: Honestius repellimur quam fallimur. (Binder II, 1333.)
Abwenden Was nicht abzuwenden ist, muss man ertragen.
Abwerfen Wirf ab, was zu schwer ist. Jüd.-deutsch: Werfs vun der! (Tendlau, 808.)
Abwerg Aus Abwerg und Acheln kann man mit allem Hecheln keine Leinwand machen. |
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