| | Abtreiben Abgetrieben wie ein altes Droschkenpferd. – Frischbier, I, 15.
Abtrieb Der Abtrieb ist von den Einwohnern hergebracht. (S. Einwohner 2.) – Graf, 104.
Abtrocknen Was nützt das Abtrocknen, wenn man nicht aus dem Regen geht.
Abtropfen Hier tropft nichts ab. Kein Gewinn, Vortheil.
Abtrumpfen Den hab i atrumpft. (Idiot. Austr.). Mit einer scharfen Antwort abgefertigt.
Abtrünniger Ein Abtrünniger ist ein unnütz Mann.
Abtschwind In Abtschwind und Geiselwind viel Huren und Hexen sind. – Pistor., II, 4. Zwei Oerter in Franken am Steigerwalde. Das Sprichwort geiselt die Möncherei im Wortspiel. Was die Zauberei und Hexerei anbelangt, so ist das Sprichwort von einer frühern Zeit zu verstehen. Der Schriftsteller, dem es entlehnt ist, gibt keinen Grund an, warum jene Oerter des Lasters der Hurerei besonders bezichtigt werden. Gewiss gehört das Sprichwort in die Klasse derer, welche Ungerechtigkeiten gegen einzelne Oerter, Völker oder Personen aussprechen, und dient, wenn es überhaupt Wahrheit enthalten hat, nur zur Charakteristik vergangener Zustände. Pistorius hat es a.a.O. behandelt.
Abwarten 1. Abwarten, sagt der Amtmann, bis der Teufel ein Loch schlägt. | | | 2. Abwarten, sagt der Schulmeister, bis der Teufel den Pfaffen holt. | | | 3. Abwarten schlägt den Eilenberg. | | | 4. Besser abwarten als übereilen. (Wend. Lausitz.) | | | 5. Erst abwarten, sprechen die Görlitzer, dann Thee trinken. (Oberlausitz.) | | | 6. Wâ'r et af, sächt Tacke. (Halberstadt.) | | | 7. Wart's ab, sagt Tuckermann. (Halberstadt.) Der Mann hatte hier ehedem ausschliesslich den Fischhandel und führte das »Wart's ab« fast immer im Munde, traf damit gar oft den Nagel auf den Kopf und ist mit diesem Sprichworte sein ganzes Leben hindurch trefflich ausgekommen. (Körte 2, 8098.) | | | 8. Er will abwarten, wie der Hase läuft. | | | Schwed.: Bättre att vänta, än att förhasta sig. (Strömbäck.) | | | 9. Erst wart's ab, und dann komm' und klag', sagt Kantor Keilig. (Köthen.) Als ein Schüler klagte, dass ein anderer ihn schlagen wolle, erhielt derselbe den obigen sprichwörtlich gewordenen Bescheid. Der Ort der amtlichen Wirksamkeit ist vom Einsender nicht bemerkt worden. | | | 10. Abwarten und Theetrinken.
Abwärts 'S geht abwärts mit ihm. Er kommt in seinem Geschäft oder in seiner Wirthschaft zurück.
Abwaschen 1. Das kann weder Elbe noch Rhein abwaschen. – Waldis, III, 99. | | | 2. Dat is ein Afwaschen. (Holstein.) – Schütze, IV, 225. Ist ein Abthun, geht in eine Rechnung. (S. Sündenvergebung.)
Abwechselung 1. Abwechselung in der Rede liebt der Türke und der Schwede. | | | 2. Abwechselung stärkt den Appetit. Frz.: Changement de corbillon donne appetit de pain benit. – Changement de viande met en appetit. | | | 3. Avwesslung möt sin, säd Ulenspêgel und kettelt sîn Grossmoder mit de Messfork. | | | [Zusätze und Ergänzungen] Frz.: Changement de propos réjouit l'homme. | | | 4. Abwechselung mot sin, seggt de Dîwel, on frett de Bottermelk mött de Müstgawel. (Ostpr.) – Frischbier, I, 21. | | | 5. Âfwäselong mot sên, sät Ülespêjel, do kitel den 'n (kitzelte er) sin Jro'smoder möt de Misjafel. – Rottscher, 217. |
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