| | Abthun 1. Ist's abgethan, ist jeder ein guter Rathsmann. | | | 2. Er thut ab und an. – Sprenger II. Von einem Redner, der, wenn man glaubt, dass er ans Ende wäre, wieder anknüpft und sich durchweg in Wiederholungen ergeht. Von einem Schiffe entlehnt, das, ehe es in den Hafen einsegelt, bald einmal nähert, bald wieder zurückweicht.
Aebtissin Zur Aebtissin wird erkoren, die die meisten Kinder geboren. | | | [Zusätze und Ergänzungen] 2. Wenn die Aebtissin Ein Kind hat, so hat jede Nonne zwei. – Altmann VI, 394. | | | 3. Sie kann täglich Aebtissin werden. – Mathesy, 357b. Von einer alten Jungfer.
Abtöffeln Einen abtöffeln. (Nürtingen.) Prügeln, ursprünglich mit dem Toffel, Pantoffel.
Abtreiben Abgetrieben wie ein altes Droschkenpferd. – Frischbier, I, 15.
Abtrieb Der Abtrieb ist von den Einwohnern hergebracht. (S. Einwohner 2.) – Graf, 104.
Abtrocknen Was nützt das Abtrocknen, wenn man nicht aus dem Regen geht.
Abtropfen Hier tropft nichts ab. Kein Gewinn, Vortheil.
Abtrumpfen Den hab i atrumpft. (Idiot. Austr.). Mit einer scharfen Antwort abgefertigt.
Abtrünniger Ein Abtrünniger ist ein unnütz Mann.
Abtschwind In Abtschwind und Geiselwind viel Huren und Hexen sind. – Pistor., II, 4. Zwei Oerter in Franken am Steigerwalde. Das Sprichwort geiselt die Möncherei im Wortspiel. Was die Zauberei und Hexerei anbelangt, so ist das Sprichwort von einer frühern Zeit zu verstehen. Der Schriftsteller, dem es entlehnt ist, gibt keinen Grund an, warum jene Oerter des Lasters der Hurerei besonders bezichtigt werden. Gewiss gehört das Sprichwort in die Klasse derer, welche Ungerechtigkeiten gegen einzelne Oerter, Völker oder Personen aussprechen, und dient, wenn es überhaupt Wahrheit enthalten hat, nur zur Charakteristik vergangener Zustände. Pistorius hat es a.a.O. behandelt.
Abwarten 1. Abwarten, sagt der Amtmann, bis der Teufel ein Loch schlägt. | | | 2. Abwarten, sagt der Schulmeister, bis der Teufel den Pfaffen holt. | | | 3. Abwarten schlägt den Eilenberg. | | | 4. Besser abwarten als übereilen. (Wend. Lausitz.) | | | 5. Erst abwarten, sprechen die Görlitzer, dann Thee trinken. (Oberlausitz.) | | | 6. Wâ'r et af, sächt Tacke. (Halberstadt.) | | | 7. Wart's ab, sagt Tuckermann. (Halberstadt.) Der Mann hatte hier ehedem ausschliesslich den Fischhandel und führte das »Wart's ab« fast immer im Munde, traf damit gar oft den Nagel auf den Kopf und ist mit diesem Sprichworte sein ganzes Leben hindurch trefflich ausgekommen. (Körte 2, 8098.) | | | 8. Er will abwarten, wie der Hase läuft. | | | Schwed.: Bättre att vänta, än att förhasta sig. (Strömbäck.) | | | 9. Erst wart's ab, und dann komm' und klag', sagt Kantor Keilig. (Köthen.) Als ein Schüler klagte, dass ein anderer ihn schlagen wolle, erhielt derselbe den obigen sprichwörtlich gewordenen Bescheid. Der Ort der amtlichen Wirksamkeit ist vom Einsender nicht bemerkt worden. | | | 10. Abwarten und Theetrinken. |
| |