| | Absehen Kann öck mîn Endke afsêne, wär öck et ôk aftêne, kutsch' Koppke, noch e Wîlke. (Wehlau.) – Frischbier, II, 21. Worte einer schlaflustigen Bäuerin beim Flachsziehen. (S. Uebersehen 5.)
Absetzen Abgesetzt wie ein dänischer Schilling. (In Pommern und Mecklenburg.) Bezieht sich auf eine frühere Reduction des dänischen Geldes. | | | [Zusätze und Ergänzungen] 2. Abgesetzt wie ein coburger Sechser. – Literarisches Centralblatt, Leipzig 1863, S. 953. | | | 3. Dat sett hîde wat af, entweder e Rûsch oder e Brûsch. – Frischbier, I, 19. Pflegt man zu sagen, wenn man früh niesen muss.
Absicht [1.] Absicht ist die Seele der That. | | | [Zusätze und Ergänzungen] Frz.: C'est l'intention qui fait l'action. (Cahier, 883.) – L'intention est reputée le fait. (Cahier, 884.) | | | 2. Eine gute Absicht macht eine böse That nicht gut. It.: La buona intenzione scusa il mal fatto. (Cahier, 2957.)
Absolution 1. Ich bitte um Absolution für ein Stück Fleisch, was mir an den Zähnen hängen geblieben ist, sagte Peter, da hatte er einen Schinken an einem Schweinszahn aufgehangen. Junker Peter war Spassmacher am Hofe zu Neuburg. | | | 2. Willst du Absolution, so musst du zur Beichte gohn.
Absolviren Sich selber absolviren und mit Affenschmalz (s.d.) die Kehle schmieren. – Murner, Nb.
Abspanen Einem eine (einer einen) abspanen. (Nürtingen.) Nämlich eine(n) Geliebte(n) abgünstig, abwendig, abspänstig machen, vom althochdeutschen spanan, durch Verlockung eine Verbindung verlassen. (Weigand, Deutsches Wörterbuch, 3. Aufl.)
Abspeisen Einen abspeisen. Mit leeren Versprechungen oder Trostgründen.
Abspinnen Er will abspinnen. Sein Betragen ändern, bessern.
Abspliss Der Abspliss soll wieder in die Sale gelten. – Graf, 104, 231. Unsere Vorfahren waren gegen die grosse Zerstückelung der Güter, weil sie nach ihrer Ansicht zur Verarmung der Bauern führte. Nach Grimm, Weisthümer, II, 222 durfte eine Hufe in nicht mehr als zwei Theile getheilt werden, wobei sie auf mögliche Wiedervereinigung der Theile drangen und den Gespilden (s.d.) besondere Vorzüge im Näherrechte einräumten.
Abspringen Abspringen wie die Flöhe. Als beim Oberlandesgericht zu Glogau einst einige Auskultatoren die Verlegung des zweiten Examens nachsuchten, sagte der zur Prüfungscommission gehörende Geheime Rath Merckel: »Sie springen ja ab, wie die Flöhe.« (Schles. Provinzialblätter, 1863, S. 480.)
Abspucken Einen etwas abspucken. (Nürtingen.) Wird ausnahmsweise mit hochdeutscher Endung ausgesprochen; an andern Orten auch abspicken, d.h. ablernen. |
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