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Deutsches Sprichwörter-Lexicon von Karl Friedrich Wilhelm WanderLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Abschlagen bis Abschütteln (Bd. , Sp. )
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1. Besser rund abschlagen, als (das Maul) lange (vergeblich) hinhalten.
Lat.: Minus decipitur, cui cito negatur. (Publ. Syr.)
 
2. Es ist so gut wie abgeschlagen, wenn man's auf die lange Bank will tragen.
Lat.: Qui differt aut dubitat neganti est proximus.
 
3. Es wird nichts abgeschlagen, als worum man bittet.
 
4. Kurz abschlagen, ist eine Freundschaft erweisen.
Lat.: Beneficium est, si cito negas quod petitur.
 
5. Lieber freundlich abgeschlagen, als mürrisch (unwillig) gegeben.Hermann, III, 11.
Lat.: Pars beneficii est quod petitur, si belle neges. (Publ. Syr.)
 
6. Man schlag es ab oder schlag es zu, alles ist gut, was man in einen Bettelsack thu'.
 
7. Abgeschlagen, wie ein Bettelmannsstecken.
Lat.: In turpibus Argus, in disciplinis talpa.
8. Etwas abschlagen wie der Scythe den Esel.
Von denen, die sich mit Worten weigern, etwas anzunehmen, was sie doch gern hätten. Nach einer Fabel, zufolge der ein Scythe auf einen todten Esel, behufs der Stillung seines Hungers verwiesen wurde, anfänglich sich weigerte, später aber genoss.
Lat.: Scytha accissans asinum. (Erasm., 867.)
 
9. Hy slaat niess af, as Fliegen. (Niederl.)
Spott auf wenig tapfere Kriegsleute. (S. Krieger, Soldaten.)
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
Lat.: Binder II, 333; Lehmann, 1, 7; Seybold, 53.
 
10. Freundlich abgeschlagen ist halb zugesagt.
Holl.: Zeet afslaan is half toe seggen. (Harrebomée, III, 3b.)
 
11. Sie schlägt keinem ab.
Holl.: Zij slaat niemand af. (Harrebomée, III, 3b.)
 
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Abschlagszahlung
Indess eine Abschlagszahlung, sagt Borg, da schlug er dem Bäcker, dem er zehn Gulden für Brot schuldete, den Hut vom Kopfe.
 
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Abschleichen
Er schleicht ab, wie die Katze vom Taubenschlage.Körte, 1914.
 
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Abschmeissen
Das schmeisst nichts ab.Frischbier, II, 19.
Bei dem Geschäft ist nichts zu verdienen, es bringt keinen Gewinn.
 
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Abschmieden
Er hat abgeschmiedet.Egenolff, 98.
Er ist fertig mit dem Seinen. (S. Ueberbleiben.)
 
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Abschmieren
Einen abschmieren, dass alle Engel lahmen. Ayrer, V, 2903, 11.
 
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Abschneiden
1. Ehe man einmal abschneidet, muss man zweimal messen.
 
2. Wer viel abschneidet, muss viel essen.
 
3. Er hat sich mehr abgeschnitten, als er aufessen kann.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
4. Abschneiden ist leichter als ansetzen.
Dän.: Bedre at skiere end at saette til. – Bedre for viid kiortel end skarved. (Prov. dan., 465.)
 
5. Er hat dabei gut abgeschnitten.
Die Angelegenheit ist zu seinem Vortheil geendet.
 
6. Er hat mich nicht abschneiden lassen.
Wenn man in Oberösterreich einem Fremden nicht Brot und Messer auf den Tisch legt und ihn auffordert, davon abzuschneiden; so wird dies als Misachtung betrachtet. (Vgl. Brot.)
 
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Abschnitt
Wenn man die Abschnitte von seinen Nägeln säete, es würden Backwaaren daraus wachsen.
Spott auf die, so alles besser wissen wollen.
 
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Abschrift
Ah, da bitt' ich um eine Abschrift.Vorstadt- Zeitung, 1875.
Damit protestirt der Wiener gegen irgendeine starke Zumuthung.
 
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Abschüssig
Er ist sehr abschüssig gebaut.
Vom Trunkenen.
 
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Abschütteln
1. Er schüttelt alles ab.Tendlau, 375.
 
2. Er schüttelt, es ab, wie der Hund den Regen.
 
3. He spud 't af, as Pudel den Regen. (Ovelgönne, Stadland in Oldenburg.) – Firmenich, III, 25.
 
4. He schüddelt 't af as 'n Waterhund.
 
5. He schüttet et af, as de Pracher (Bettler) de Luus. (Holst.)
Wenn jemand irgendein Ungemach, z.B. empfangene Schläge, auch Kummer, Gram u.s.w. bald überwindet, gleichsam abschüttelt.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
In Bedburg: Dat schött dä av, wie der Honk den Rähn.
 
3. Er schüttelt es ab, wie der Pudel die Flöhe. (Köthen.)

 

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