Wörterbuchnetz
Deutsches Sprichwörter-Lexicon von Karl Friedrich Wilhelm WanderLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Absalon bis Abschiessen (Bd. , Sp. )
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Absalon
1. Hettestu Absalons schöne, Salomons Vernunfft vnd Samsons Sterck, vnd kein Geld noch gut, so sind alle verlohrne Werck.Petri, II, 379.
 
2. Mit dem Knaben Absalon verfahret nur hübsch säuberlich.Brennecke.
 
3. Ab – salon war ein Königssohn. (Rottenburg.)
Eine Redensart beim Rülpsen.
 
4. Einem den Absalon sprechen.
»Und wann ich ihr Beichtvatter were, wolt ich ihnen, wie die Bawern reden, den Absalon sprechen.« In einem alten Pasquill. (Vgl. Birlinger, Alemannia, III, 294.)
 
Artikelverweis 
Absatteln
1. Er sattelt ab.Schottmüller, Ms.
Es geht mit seinem Geschäft zu Ende.
 
2. Zeitig absatteln müssen.
»Und darum muss er auch (der Ziegenbock) nach der Regel: Quicquid cito fit, cito perit gar zeitlich wieder absatteln.« (Coler, 445a.)
 
Artikelverweis 
Absatz
1. Hohe Absätze machen die Schuhe wol hoch, aber nicht den Menschen.
 
2. Hohe Absätze machen keine Edelleute.
Der Adel der Gesinnung macht sie.
 
3. Lieber die Absätze vertreten an den Schuhn als gar nichts thun.
 
4. Sie hat einen Absatz verloren.
D.h. die Jungfrauschaft.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
5. Ab – sätze macht der Schuster.
Scherzhafte Redensart, wenn jemand schluckt.
 
6. So etwas trag' ich nicht unter meinem Absatz.Frischbier, II, 18.
Als Ausdruck tiefster Verachtung.
 
Artikelverweis 
Absatznagel
Absatznagel. (Nürtingen.)
Auch Absatzschuhnagel ist mit Absalon (s.d. 3) der Text für die Musik eines Rülpses oder Magenseufzers (schwäbisch = Kopper) vom Betreffenden selber beigefügt, während das Auditorium applaudirt: Appel heisst mei Weib und d' Sau will's aischt (erst) net leide.
 
Artikelverweis 
Abschaum
Er gehört zum Abschaum.
Holl.: Het is het schimm van den ketel, waarin de nikken geroden to. (Harrebomée, II, 127b.)
 
Artikelverweis 
Abscherre
Ai d' Åscherre komme. (Oesterr. Schles.) – Peter, 443.
Zu Grunde gehen.
 
Artikelverweis 
Abscheu
Mancher hat Abscheu vor Huren und behilft sich mit Ehefrauen.
 
Artikelverweis 
Abschied
1. Beim Abschied vom Markte lernt man die Kaufleute kennen.
 
2. Den Abschied hinter der Thür nehmen.
D.h. davongehen.
 
3. Einen polnischen (stumpfen) Abschied nehmen.
D.h. weggehen ohne genommenen Abschied, oder auch mit Hinterlassung gemachter Schulden sich in der Stille wegschleichen. Besonders in (Provinz) Preussen üblich, weil vielleicht einige Polen, die ihres Handels wegen Preussen besuchten, dies dort zuweilen mögen gethan haben. Vielleicht kann auch der heimliche Abzug des Königs Heinrich aus Polen, der 1573 in der Nacht und ohne Abschied erfolgte, zu dieser Redensart Veranlassung gegeben haben. (Pisansky, 19; Hennig, 5.)
 
4. Er nimmt Abschied wie der Teufel, mit Gestank.
Lat.: Discedit foetore relicto.
 
5. Er nimmt Abschied wie die Katze vom Taubenschlage.
6. Ich mach' ihm den Abschied nicht schwer.
Wenn man jemand gern gehen sieht. Jüdisch- deutsch: Ich haass 'n gern mochel(höflich entlassen) sein. (Tendlau, 364.)
 
7. Man hat ihm den Abschied und Willkommen gegeben.
Von einem zuchthäuslichen Gebrauch entlehnt.
Frz.: On lui a donné l'aller et le venir.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
8. Abschied gut, alles gut.Dietrich, II, 107.
 
9. Abschied nehmen, wie das Hündlein von Bretten.Schuppius, II, 117.
 
10. Den Abschied unter die Füsse nehmen.
 
11. Einem seinen Abschied geben.
Auch: Einem seinen Abschied geben in dem Sinne, ein bräutliches Verhältniss auflösen. (Frischbier, I, 17.)
Engl.: To give one the go-by. (Bohn II, 53.)
Holl.: Jemand zijne kassa de geven. (Harrebomée, I, 383b.)
 
12. Französisch Abschied nehmen.
In ganz Schwaben.
 
13. Lass dich meinen Abschied nicht dauern.
 
Artikelverweis 
Abschiedsstunde
Abschiedsstunden sind die feierlichsten.Bertram.
 
Artikelverweis 
Abschiedstrunk
Den Abschiedstrunk thun (das letzte Glas).
Den letzten Trunk, den der Wirth einem Gaste nach der bezahlten Zeche, während derselbe im Begriff fortzugehen ist, reicht, heisst der Franzose: Vin de l'étrier (Steigbügelwein; vgl. auch Sattelbrot). (Lendroy, 156.)
 
Artikelverweis 
Abschiessen
Dat hewe 'k iäm afsghuaten, sach de Biur, da hadd' e sin twedde Kind selwer doft. (Kirchspiel Hemer in der Grafsch. Mark.)
Abschiessen steht hier in der Bedeutung von »absehen«. Der Bauer hat dem Pfarrer die Kunst, ein Kind zu taufen, abgeschossen, d.h. er hat ihm abgesehen, wie er die Taufe vollzogen, und hat sich dann das zweite Kind auf dieselbe Weise selber getauft. (Frommann, III, 255, 24.)

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: