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Deutsches Sprichwörter-Lexicon von Karl Friedrich Wilhelm WanderLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Abrichten bis Abscherre (Bd. , Sp. )
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Artikelverweis Abrichten
1. Er ist abgerichtet dazu, wie Markolf's Katze zum Lichthalten.
Wenn sie die Maus sieht, lässt sie das Licht fallen und läuft der Maus nach.
 
2. Er ist abgerichtet und abgespitzt wie ein burghauser Würfel.
 
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Abriffeln
Wir wollen ihn schon abriffeln.Berndt, 2.
 
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Absocken
Er sackt ab.Sprenger II.
Von jemand, der mit Schande weggeht. Von Schiffen entlehnt, die in einem Seetreffen die Flucht ergreifen.
 
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Absagebrief
Einem einen Absagebrief schreiben.
»Vier Vnterschiedliche Absagebrieffe, darin Messer, Kohlen vnd besenreiser gebunden, in vier örthen der Stadt gehangen.« (Kinderbuch, II, 43.)
 
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Absagen
1. Een wat stuv aseggen.Eichwald, 1863.
 
2. Se hoat 'nn dirr und grêne abgesoat.Gomolke, 896; Frommann, III, 248, 237.
 
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Absalon
1. Hettestu Absalons schöne, Salomons Vernunfft vnd Samsons Sterck, vnd kein Geld noch gut, so sind alle verlohrne Werck.Petri, II, 379.
 
2. Mit dem Knaben Absalon verfahret nur hübsch säuberlich.Brennecke.
 
3. Ab – salon war ein Königssohn. (Rottenburg.)
Eine Redensart beim Rülpsen.
 
4. Einem den Absalon sprechen.
»Und wann ich ihr Beichtvatter were, wolt ich ihnen, wie die Bawern reden, den Absalon sprechen.« In einem alten Pasquill. (Vgl. Birlinger, Alemannia, III, 294.)
 
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Absatteln
1. Er sattelt ab.Schottmüller, Ms.
Es geht mit seinem Geschäft zu Ende.
 
2. Zeitig absatteln müssen.
»Und darum muss er auch (der Ziegenbock) nach der Regel: Quicquid cito fit, cito perit gar zeitlich wieder absatteln.« (Coler, 445a.)
 
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Absatz
1. Hohe Absätze machen die Schuhe wol hoch, aber nicht den Menschen.
 
2. Hohe Absätze machen keine Edelleute.
Der Adel der Gesinnung macht sie.
 
3. Lieber die Absätze vertreten an den Schuhn als gar nichts thun.
 
4. Sie hat einen Absatz verloren.
D.h. die Jungfrauschaft.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
5. Ab – sätze macht der Schuster.
Scherzhafte Redensart, wenn jemand schluckt.
 
6. So etwas trag' ich nicht unter meinem Absatz.Frischbier, II, 18.
Als Ausdruck tiefster Verachtung.
 
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Absatznagel
Absatznagel. (Nürtingen.)
Auch Absatzschuhnagel ist mit Absalon (s.d. 3) der Text für die Musik eines Rülpses oder Magenseufzers (schwäbisch = Kopper) vom Betreffenden selber beigefügt, während das Auditorium applaudirt: Appel heisst mei Weib und d' Sau will's aischt (erst) net leide.
 
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Abschaum
Er gehört zum Abschaum.
Holl.: Het is het schimm van den ketel, waarin de nikken geroden to. (Harrebomée, II, 127b.)
 
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Abscherre
Ai d' Åscherre komme. (Oesterr. Schles.) – Peter, 443.
Zu Grunde gehen.

 

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