| | Abreden Abgeredet vor der Zeit, gibt nachher keinen Streit.
Abreise Das ist eine polnische Abreise. (Jüd.-deutsch. Warschau.) Dus is pański (herrschaftliche) wyjazd (Abreise). Von Vorbereitungen, die nicht enden wollen, wie vordem vor der Abreise eines polnischen Edelmanns.
Abreisen Wer abreist und wiederkommt, hat eine gute Reise gethan.
Abreissen Er ist abgerissen (zerlumpt) wie ein Galgenstrick. – Frischbier, I, 13.
Abrichten 1. Er ist abgerichtet dazu, wie Markolf's Katze zum Lichthalten. Wenn sie die Maus sieht, lässt sie das Licht fallen und läuft der Maus nach. | | | 2. Er ist abgerichtet und abgespitzt wie ein burghauser Würfel.
Abriffeln Wir wollen ihn schon abriffeln. – Berndt, 2.
Absocken Er sackt ab. – Sprenger II. Von jemand, der mit Schande weggeht. Von Schiffen entlehnt, die in einem Seetreffen die Flucht ergreifen.
Absagebrief Einem einen Absagebrief schreiben. »Vier Vnterschiedliche Absagebrieffe, darin Messer, Kohlen vnd besenreiser gebunden, in vier örthen der Stadt gehangen.« (Kinderbuch, II, 43.)
Absagen 1. Een wat stuv aseggen. – Eichwald, 1863. | | | 2. Se hoat 'nn dirr und grêne abgesoat. – Gomolke, 896; Frommann, III, 248, 237.
Absalon 1. Hettestu Absalons schöne, Salomons Vernunfft vnd Samsons Sterck, vnd kein Geld noch gut, so sind alle verlohrne Werck. – Petri, II, 379. | | | 2. Mit dem Knaben Absalon verfahret nur hübsch säuberlich. – Brennecke. | | | 3. Ab – salon war ein Königssohn. (Rottenburg.) Eine Redensart beim Rülpsen. | | | 4. Einem den Absalon sprechen. »Und wann ich ihr Beichtvatter were, wolt ich ihnen, wie die Bawern reden, den Absalon sprechen.« In einem alten Pasquill. (Vgl. Birlinger, Alemannia, III, 294.)
Absatteln 1. Er sattelt ab. – Schottmüller, Ms. Es geht mit seinem Geschäft zu Ende. | | | 2. Zeitig absatteln müssen. »Und darum muss er auch (der Ziegenbock) nach der Regel: Quicquid cito fit, cito perit gar zeitlich wieder absatteln.« (Coler, 445a.) |
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