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Deutsches Sprichwörter-Lexicon von Karl Friedrich Wilhelm WanderLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Abmarsch bis Abrechicht (Bd. , Sp. )
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Artikelverweis Abmarsch
1. Es hört mancher zum Abmarsch blasen und marschirt nicht mit.
 
2. Es wird zum Abmarsch geblasen.
 
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Abmeistern
Euen degt afmessen. (Mecklenburg.)
Ihn derb herunterkapiteln.
 
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Abnehmen
1. Alles nimmt ab in der Welt, aber die Laster nehmen zu.
 
2. Wer mir abnimmt, ist mein Freund.
Von krämerischer Freundschaft.
 
3. Eins vom andern abnehmen.
Lat.: Ex uno omnia specta.
 
4. Er nimmt ab, wie der (abnehmende) Mond. (Lit.)
Von einem Kranken.
 
5. Ich nehm' es an mir selber ab.
Lat.: Domi conjecturam facio. (Plaut.) ( Erasm., 157.)
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
6. Wo man jmmer abnimpt, vnd nit zulegt, da wird der Hauff endlich kleiner.Petri, II, 112.
 
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Åbo
Aus Abo kehrt man wieder zurück, aber nicht aus jener Welt. (Finn.)
 
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Abpassen
Es ist wie abgepasst. (Schles.)
Von Zeit und Gegenständen.
 
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Abputzen
Einen abputzen.
D.h. zurecht weisen, abstrafen.
Frz.: Traiter quelqu'un en enfant de bonne maison. (Lendroy, 660.)
 
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Abquälen
Er quält sich ab, niemand bedankt sich dafür.
Wer dem Publikum dient. Um undankbare Bemühungen zu schildern, haben die Franzosen die Redensart: Il ressemble à Cogne-fêtu, il se tue et ne fait rien. Cogne-fêtu war ein reicher Mann in Verhoul (Franche-Comté), dem nichts so sehr am Herzen lag, als andern durch seinen Rath und seine Empfehlungen zu dienen. Da er sich aber streng hütete, seiner Börse das geringste Opfer zuzumuthen, so blieben Hülfe und Schutz, die er versprach, aus, so sehr er sich rechts und links abmühte, Leute dazu zu veranlassen. Die er aufforderte, sollten sich mit der Ehre seines Besuchs begnügen, was sie nicht thaten. Und so war seine Mühe eine völlig fruchtlose. (Lendroy, 459.)
Frz.: Aussi chanceux que Cognefestu, qui se tue en ne faisant rien. (Comédie des Prov., S. 90; Leroux, X.)
 
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Abracadabra
Das ist eitel Abracadabra.
Zur Bezeichnung geheimnissvoll klingender, nichtssagender Worte. Ursprünglich war es eine magische Formel, die man zur Vertreibung von Krankheiten abergläubischen Leuten gegenüber anwandte.
Holl.: Het is abrakadabra. (Harrebomée, I, 9b.)
 
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Abraham
1. Abraham darf den Sohn wol binden, aber nicht schlachten.
 
2. Ehe denn Abraham war, bin ich.
 
3. Es werden nicht alle bei Abraham sitzen, die sich nach ihm nennen.
 
4. Wenn Abraham das Messer zuckt, so ruft der Engel: Halt!
Von unerwarteter göttlicher Hülfe.
 
5. He hett all Abraham seen.
Er hat Abraham gesehen. Er ist so jung, so unerfahren nicht mehr, er hat schon lange mitgelebt, mitgemacht.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
6. Abraham's Kinder scheuen das Eis.
Holl.: De kinderen Abrahams darven zich niet ligt op zwak ijs wagen. (Harrebomée, I, 9b.)
 
7. Al tojmer1 ani escharti2 ess Awrom3. (Jüdisch-deutsch. Warschau.)
1) Du sollst nicht sagen.
2) Ich habe reich gemacht; bereichert.
3) Den Abraham.
Nach 1 Mos. 14, 23 soll Abraham diese Worte gesagt haben, als er von einem Kriegszug zurückkehrte und die Kriegsbeute zurückgab. – Sinn: Ich will von dir keine Wohlthaten erfahren, keine Gefälligkeit annehmen.
 
8. Was hat es Abraham geschadet, dass er ein Sohn Thara's war?
Holl.: Wat heeft het Abraham geschadd, dat hij een kind van Terah was. (Harrebomée, I, 9b.)
 
9. Awrähmel, wus hört sich in Krämel. (Jüdisch-deutsch. Warschau.)
Abrahämlein, was hört sich im Krämlein. Neckwort für solche, welche Abraham heissen.
 
10. Den Abraham spielen.
Vortheilhafte Geschäfte mit seiner Frau machen, wie 1 Mos. 17, 11-13 von Abraham erzählt wird.
Holl.: Hij speelt Abraham metje. ( Harrebomée, I, 9b.)
 
11. Dos is in Abraham's Schneppsock gespozird. (Steiermark.)
Das ist in Abraham's Schnappsack spaziert, d.h. unterschlagen worden. (S. Schnappsack.) (Firmenich, II, 786.)
 
12. Er hat Abraham gesehen.Joh. 8, 57.
Holl.: Hij heeft Abraham gezien. ( Harrebomée, IV, 170.)
 
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Abrändeln
Das war (prächtig) abgerändelt, als wenns beim Uhrmacher bestellt wäre.Eselsfresser, I, 172.
 
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Abrechicht
Ofs Ârächt1 kommen. (Oesterr. Schles.) – Peter, 443.
Zu Grunde gehen.
1) Ich verstehe unter Abrechicht das, was abgerecht wird. (S. Abscheren.)

 

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