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Deutsches Sprichwörter-Lexicon von Karl Friedrich Wilhelm WanderLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Ablernen bis Abquälen (Bd. , Sp. )
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1. Wer ablernt, ist ein ehrlicher Dieb.
Mit den Augen stehlen, durch fremde Erfahrungen klug werden, ist erlaubt; denn Paulus sagt: Es ist alles euer.
 
2. So lernt man den Bären (auch: den Bauern) die Künste ab.
 
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Ablidern
Einen ablidern. (Nürtingen.)
D.i. durchprügeln. Vom Metzger hergenommen, der das Schaffell vor dem Abhäuten oder Abledern durch Klopfen vom Körper löset; auch herlidern.
 
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Abmalen
1. Ich will dich recht abmalen.
Lat.: Tuis te pingam coloribus. (Tappius, 133.)
 
2. Sich obmohlen lossen of Leschpapier mit Ehlfarwe, is mer zwämol ze sahn. (Harz.) – Lohrengel.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
3. Dort möcht ich nicht abgemalt hängen.Eiselein, 207; Literarisches Centralblatt, Leipzig 1863, S. 953.
 
4. Er kann sich abmalen lassen.
 
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Abmarkten
Was me abmautet ist sehr zahlt. (Luzern.)
 
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Abmarsch
1. Es hört mancher zum Abmarsch blasen und marschirt nicht mit.
 
2. Es wird zum Abmarsch geblasen.
 
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Abmeistern
Euen degt afmessen. (Mecklenburg.)
Ihn derb herunterkapiteln.
 
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Abnehmen
1. Alles nimmt ab in der Welt, aber die Laster nehmen zu.
 
2. Wer mir abnimmt, ist mein Freund.
Von krämerischer Freundschaft.
 
3. Eins vom andern abnehmen.
Lat.: Ex uno omnia specta.
 
4. Er nimmt ab, wie der (abnehmende) Mond. (Lit.)
Von einem Kranken.
 
5. Ich nehm' es an mir selber ab.
Lat.: Domi conjecturam facio. (Plaut.) ( Erasm., 157.)
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
6. Wo man jmmer abnimpt, vnd nit zulegt, da wird der Hauff endlich kleiner.Petri, II, 112.
 
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Åbo
Aus Abo kehrt man wieder zurück, aber nicht aus jener Welt. (Finn.)
 
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Abpassen
Es ist wie abgepasst. (Schles.)
Von Zeit und Gegenständen.
 
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Abputzen
Einen abputzen.
D.h. zurecht weisen, abstrafen.
Frz.: Traiter quelqu'un en enfant de bonne maison. (Lendroy, 660.)
 
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Abquälen
Er quält sich ab, niemand bedankt sich dafür.
Wer dem Publikum dient. Um undankbare Bemühungen zu schildern, haben die Franzosen die Redensart: Il ressemble à Cogne-fêtu, il se tue et ne fait rien. Cogne-fêtu war ein reicher Mann in Verhoul (Franche-Comté), dem nichts so sehr am Herzen lag, als andern durch seinen Rath und seine Empfehlungen zu dienen. Da er sich aber streng hütete, seiner Börse das geringste Opfer zuzumuthen, so blieben Hülfe und Schutz, die er versprach, aus, so sehr er sich rechts und links abmühte, Leute dazu zu veranlassen. Die er aufforderte, sollten sich mit der Ehre seines Besuchs begnügen, was sie nicht thaten. Und so war seine Mühe eine völlig fruchtlose. (Lendroy, 459.)
Frz.: Aussi chanceux que Cognefestu, qui se tue en ne faisant rien. (Comédie des Prov., S. 90; Leroux, X.)

 

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