| | Ablaufen 1. Frisch abgelaufen ist halb gefochten. | | | 2. Einen (mit einer Sache) ablaufen lassen. Ihn beschämen, seine Behauptungen und Einfälle u.s.w. abweisen. Vom Fechtboden entlehnt. | | | [Zusätze und Ergänzungen] 3. Es ist gut abgelaufen, sagte der Mönch, als die Stadt abgebrannt war, das Kloster ist stehen geblieben. – Klosterspiegel, 73, 19. | | | 4. Es läuft von ihm ab, wie das Wasser von der Gans. – Literarisches Centralblatt, Leipzig 1863, S. 953. Ohne Wirkung. | | | 5. Wenn das glatt abläuft, will ich's loben.
Ablecken Löck af on schöck wîder. (Königsberg.) – Frischbier, II, 17.
Ableger 1. Davon bitt' ich mir einen Ableger aus. | | | 2. Er ist ein Ableger aus Arkadien. (Altgr.) Vom Feigen, Faulen, Dummen. Die Arkadier stanvor alters im Gerücht der Dummheit.
Ablernen 1. Wer ablernt, ist ein ehrlicher Dieb. Mit den Augen stehlen, durch fremde Erfahrungen klug werden, ist erlaubt; denn Paulus sagt: Es ist alles euer. | | | 2. So lernt man den Bären (auch: den Bauern) die Künste ab.
Ablidern Einen ablidern. (Nürtingen.) D.i. durchprügeln. Vom Metzger hergenommen, der das Schaffell vor dem Abhäuten oder Abledern durch Klopfen vom Körper löset; auch herlidern.
Abmalen 1. Ich will dich recht abmalen. Lat.: Tuis te pingam coloribus. (Tappius, 133.) | | | 2. Sich obmohlen lossen of Leschpapier mit Ehlfarwe, is mer zwämol ze sahn. (Harz.) – Lohrengel. | | | [Zusätze und Ergänzungen] 3. Dort möcht ich nicht abgemalt hängen. – Eiselein, 207; Literarisches Centralblatt, Leipzig 1863, S. 953. | | | 4. Er kann sich abmalen lassen.
Abmarkten Was me abmautet ist sehr zahlt. (Luzern.)
Abmarsch 1. Es hört mancher zum Abmarsch blasen und marschirt nicht mit. | | | 2. Es wird zum Abmarsch geblasen.
Abmeistern Euen degt afmessen. (Mecklenburg.) Ihn derb herunterkapiteln.
Abnehmen 1. Alles nimmt ab in der Welt, aber die Laster nehmen zu. | | | 2. Wer mir abnimmt, ist mein Freund. Von krämerischer Freundschaft. | | | 3. Eins vom andern abnehmen. Lat.: Ex uno omnia specta. | | | 4. Er nimmt ab, wie der (abnehmende) Mond. (Lit.) Von einem Kranken. | | | 5. Ich nehm' es an mir selber ab. Lat.: Domi conjecturam facio. (Plaut.) ( Erasm., 157.) | | | [Zusätze und Ergänzungen] 6. Wo man jmmer abnimpt, vnd nit zulegt, da wird der Hauff endlich kleiner. – Petri, II, 112.
Åbo Aus Abo kehrt man wieder zurück, aber nicht aus jener Welt. (Finn.) |
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