| | Ablassbrief Ablassbrieffe sünd Melkbrieffe. – Zinkgref, IV, 97.
Ablassen *[1.] Er wird nicht eher ablassen, bis er auf dem Rücken zur Kirche geht. – Agricola, 530. Von denen, die irgendetwas so leidenschaftlich treiben, dass es zerstörend auf ihren Körper einwirkt. | | | [Zusätze und Ergänzungen] Holl.: Gij zult niet eer aflaten voor gij-op den rug terkerke gaat. (Harrebomée, I, 393b.) | | | 2. Aflâte kömmt ömmer tomât. (Königsberg.) – Frischbier, II, 16. Im Handel gilt es auf hohe Preise zu halten, ablassen kann man stets. | | | 3. Lass nicht ab, taufe die Katze gut. – Eiselein, 365.
Ablauern 1. Beter awlûren äs awlôpen. (Westf.) | | | 2. Me kann 't better afflûren, o' se aftlaupen. (Waldeck.) – Firmenich, I, 326. | | | [Zusätze und Ergänzungen] Oldenburg. (Vgl. Weserzeitung, 4097.)
Ablaufen 1. Frisch abgelaufen ist halb gefochten. | | | 2. Einen (mit einer Sache) ablaufen lassen. Ihn beschämen, seine Behauptungen und Einfälle u.s.w. abweisen. Vom Fechtboden entlehnt. | | | [Zusätze und Ergänzungen] 3. Es ist gut abgelaufen, sagte der Mönch, als die Stadt abgebrannt war, das Kloster ist stehen geblieben. – Klosterspiegel, 73, 19. | | | 4. Es läuft von ihm ab, wie das Wasser von der Gans. – Literarisches Centralblatt, Leipzig 1863, S. 953. Ohne Wirkung. | | | 5. Wenn das glatt abläuft, will ich's loben.
Ablecken Löck af on schöck wîder. (Königsberg.) – Frischbier, II, 17.
Ableger 1. Davon bitt' ich mir einen Ableger aus. | | | 2. Er ist ein Ableger aus Arkadien. (Altgr.) Vom Feigen, Faulen, Dummen. Die Arkadier stanvor alters im Gerücht der Dummheit.
Ablernen 1. Wer ablernt, ist ein ehrlicher Dieb. Mit den Augen stehlen, durch fremde Erfahrungen klug werden, ist erlaubt; denn Paulus sagt: Es ist alles euer. | | | 2. So lernt man den Bären (auch: den Bauern) die Künste ab.
Ablidern Einen ablidern. (Nürtingen.) D.i. durchprügeln. Vom Metzger hergenommen, der das Schaffell vor dem Abhäuten oder Abledern durch Klopfen vom Körper löset; auch herlidern.
Abmalen 1. Ich will dich recht abmalen. Lat.: Tuis te pingam coloribus. (Tappius, 133.) | | | 2. Sich obmohlen lossen of Leschpapier mit Ehlfarwe, is mer zwämol ze sahn. (Harz.) – Lohrengel. | | | [Zusätze und Ergänzungen] 3. Dort möcht ich nicht abgemalt hängen. – Eiselein, 207; Literarisches Centralblatt, Leipzig 1863, S. 953. | | | 4. Er kann sich abmalen lassen.
Abmarkten Was me abmautet ist sehr zahlt. (Luzern.)
Abmarsch 1. Es hört mancher zum Abmarsch blasen und marschirt nicht mit. | | | 2. Es wird zum Abmarsch geblasen. |
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