Wörterbuchnetz
Deutsches Sprichwörter-Lexicon von Karl Friedrich Wilhelm WanderLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Abkrängeln bis Ablaufen (Bd. , Sp. )
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Abkrängeln
Er ist wie abgekrängelt. (S. Abschlachten.) Frischbier, I, 12.
 
Artikelverweis 
Abkratzen
E äs ôfgekratzt. (Siebenb.-sächs.) – Frommann, V, 326.
Er ist ab-, besonders mit Tode abgegangen.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
Kratz ab mit Händl, und schmier dir den Arsch mit Syrup. (Breslau.)
Um zu sagen, dass sich jemand entfernen möge.
 
Artikelverweis 
Abkühlen
Mancher will sich abkühlen und erfriert.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
 
Artikelverweis 
Abkunft
1. Ik bin van hocher Avkumft, see de Bûr, mîn Vader is Tornwachter wêst. (Ostfries.)
 
2. Seine Abkunft aus der Arche Noah herleiten.
Spottweise von denen, die sich auf ihre alten Stammbäume viel zugute thun. Gleicherweise sagten die Griechen: Sich von den Eteobuthen herleiten, d.h. von einem gewissen Buthus, der die Priester zu Athen einsetzte und aus dessen Nachkommen die höchsten obrigkeitlichen Personen gewählt wurden.
Lat.: Ab Eteobuthis ducit genus. (Erasm., 752.)
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
3. Ik bün vun hoger Avkunft, min Vader hett upn Saal1 wânt.Schütze, I, 53.
1) D.h. in einer Boden- oder Dachstube.
 
Artikelverweis 
Ablachen
1. Er lacht selbst das Beste davon ab.
 
2. Er lacht sich das Herz ab.
 
Artikelverweis 
Abladen
Auf jemand abladen. (Nürtingen.)
Nämlich die Schuld = etwas auf einen hinaustragen.
 
Artikelverweis 
Ablass
1. Ablass ist ein göttlich Betrügen.
 
2. Ablass und Arznei soll man auf gleiche Weise brauchen.
Jener ist überflüssig und diese nur in kleinen Gaben zu empfehlen.
 
3. Es kann nicht jeder um Ablass nach Rom ziehen.
 
4. Wer Ablass verkauft, hat immer guten Markt.
 
5. Zum Ablass und Jahrmarkt muss man mit Gelde kommen.
 
6. Ablass gen Rom tragen.
Etwas sehr Ueberflüssiges thun; es müsste denn Ablass für die Idee des Ablasses sein.
Lat.: Ululas Athenas ferre. (Cic.) (Erasm., 404.)
 
7. Er kommt, wenn der Ablass gegeben ist.
 
It.: Portar indulgenza a Roma. – Menar l' orso a Modena. (Giani, 1868.)
 
8. Der Ablass hilfft so viel, die Seelen auss dem Fegefewer zu erlösen, als der Chrisam, die stiffel vnd schuen damit zu schmieren. Zinkgref, IV, 73.
 
9. Der Ablass ist immer vergeben (ausgetheilt), wenn er kommt.
 
10. Wer wird uns den Ablass ertheilen, riefen die Nonnen, als der Küster fortlief und nur vier Priorinnen absolvirt hatte.Klosterspiegel, 23, 11.
 
11. Der hat Ablass nothwendig, wie die Serviten- Mönche und Nonnen.Klosterspiegel, 58, 24.
Denen gewährte der Papst für jede Viertelstunde Gebet hundert Tage Ablass.
 
12. Ohne Ablass zur Hölle fahren.
Man sollte meinen mit oder ohne Ablass wäre ziemlich gleich. Dennoch sagt Albertus Magnus, ein Dominikanermönch, der später Bischof zu Regensburg wurde, und der, da er es für damalige Zeit in der Physik sehr weit gebracht hatte, für einen Hexenmeister galt, zu einem lasterhaften Menschen, der einen grossen Ablass von Rom mit sich nach Köln gebracht: Zuvor hättet jhr können ohne Ablass zur Hölle fahren; jetzt müsst ihr mit dem Ablass darein fahren. (Einfälle.)
 
Artikelverweis 
Ablassbrief
Ablassbrieffe sünd Melkbrieffe.Zinkgref, IV, 97.
 
Artikelverweis 
Ablassen
*[1.] Er wird nicht eher ablassen, bis er auf dem Rücken zur Kirche geht.Agricola, 530.
Von denen, die irgendetwas so leidenschaftlich treiben, dass es zerstörend auf ihren Körper einwirkt.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
Holl.: Gij zult niet eer aflaten voor gij-op den rug terkerke gaat. (Harrebomée, I, 393b.)
 
2. Aflâte kömmt ömmer tomât. (Königsberg.) – Frischbier, II, 16.
Im Handel gilt es auf hohe Preise zu halten, ablassen kann man stets.
 
3. Lass nicht ab, taufe die Katze gut.Eiselein, 365.
 
Artikelverweis 
Ablauern
1. Beter awlûren äs awlôpen. (Westf.)
 
2. Me kann 't better afflûren, o' se aftlaupen. (Waldeck.) – Firmenich, I, 326.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
Oldenburg. (Vgl. Weserzeitung, 4097.)
 
Artikelverweis 
Ablaufen
1. Frisch abgelaufen ist halb gefochten.
 
2. Einen (mit einer Sache) ablaufen lassen.
Ihn beschämen, seine Behauptungen und Einfälle u.s.w. abweisen. Vom Fechtboden entlehnt.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
3. Es ist gut abgelaufen, sagte der Mönch, als die Stadt abgebrannt war, das Kloster ist stehen geblieben.Klosterspiegel, 73, 19.
 
4. Es läuft von ihm ab, wie das Wasser von der Gans.Literarisches Centralblatt, Leipzig 1863, S. 953.
Ohne Wirkung.
 
5. Wenn das glatt abläuft, will ich's loben.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: