| | Abgemüht Abgemüht wie eine Accisklinke.
Abgeviert 1. Abgeviert wie ein Würfel. Tüchtig, zubereitet, erfahren. Lat.: Homo quadratus. | | | 2. Abgeviert wie ein burghauser Würfel. – Frank v.W. Geviaren heisst bei Otfried schon: zubereiten, tüchtig machen.
Abgewöhnen Du gewöhnst es ihm nimmer ab. Lat.: Seni citius muta veris linguam.
Abgezahlt Abgezahlt sin. – Minner.
Abgötterei 1. Abgöttern ist ein natürlich Erbe. – Petri. | | | 2. Abgötterei ist Gottesgespei und bringet Jammer mancherlei. – Petri. | | | 3. Abgötterei und Blutdurst laufen allezeit miteinander. | | | 4. Abgötterei und Gleissnerei will allweg schön sein. – Petri. | | | [Zusätze und Ergänzungen] 1. Abgötterey ist Gottes Gespey vnd bringt immer mannicherley. – Henisch, 1690, 36. | | | 2. Abgötterey vnnd Blutdurst buffen allzeit miteinander. – Henisch, 1690, 34. | | | 3. Abgötterey vnd gleissnerey will allweg schön sein. – Henisch, 1690, 39.
Abglitschen 1. Es ist ihm abgeglitscht. (Pfalz.) – Klein, I, 3. Sein Vorhaben ist ihm mislungen. | | | 2. He glidd eben achter af. (Holstein.) – Schütze, II, 38. Er verfehlt seine Absicht.
Abgott Sein eigener Abgott stecket jhm im Hertzen. – Schottel, 1119a.
Abgreifen Abgegriffen wie eine Accisklinke. – Wurzbach II, 4. | | | [Zusätze und Ergänzungen] 2. Abgegriffen wie ein alter Groschen. – Bechstein, Grumbach, I, 31. | | | 3. Abgegriffen wie ein Gesangbuch. – Schulmeisterspiegel, S. 188. | | | 4. Abgegriffen wie ein Sechser. – Literarisches Centralblatt, Leipzig 1863, S. 953. | | | 5. Abgegriffen wie eine Badstubenthür. Zu den ungewöhnlichen, gar nicht vorkommenden Dingen zählt Waldis (IV, 93, 170) »ein Badstüben Thür vnbegriffen.«
Abgrenzen Er hat ihm alles abgegrenzt. – Frischbier, II, 13. Hat ihm durch dringendes Bitten das Seine abgeschwatzt.
Abgrund 1. Ein Abgrund verbirgt den andern. Frz.: Un abîme appelle un autre abîme. | | | 2. Es hat nicht jeder Abgrund ein Geländer. | | | 3. Vorn ein Abgrund und hinten schnappt ein Wolfsmund. Wenn jemand von zwei Uebeln zugleich heimgesucht wird, sodass, wohin er sich auch wenden möge, sein Untergang gewiss scheint. Lat.: A fronte praecipitium, a tergo lupi. (Erasm., 237.) | | | 4. Wer den Abgrund nicht zeitig flieht, den verschlingt er. | | | [Zusätze und Ergänzungen] 5. So lange man am Abgrunde geht, muss man sich mit dem Teufel gut stellen. – Neue Freie Presse, 4592.
Abgunst 1. Abgunst bringt manchen hohen Mann zum Fall. | | | 2. Abgunst hebt auch den reichen Mann aus dem Sattel. – Petri. | | | 3. Abgunst verfolgt nicht die Todten. | | | 4. Abgunst verzehrt Mark und Bein. | | | 5. Hei sittet op der Awegunst (d.i. Leibzucht, wörtlich Ab- oder Misgunst). (Westf.) | | | [Zusätze und Ergänzungen] Rede eines Leibzüchters, dem sein Altentheil (Wohnung, Kost u.s.w.) nicht mehr gegönnt wird. | | | 6. Abgunst richt selten Gutes an. – Petri, II, 2. | | | 7. Afgunst der lüde kann nich schaden; watt Gott will det mot wohl geraden. Eine Hausinschrift in Hildesheim. (Vgl. Europa 1866, Nr. 47 in dem Artikel In der niedersächsischen Zeit.) |
| |