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Deutsches Sprichwörter-Lexicon von Karl Friedrich Wilhelm WanderLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Abgabe bis Abgehen (Bd. , Sp. )
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Artikelverweis Abgabe
Es ist keine schlimmere Abgabe als die Magensteuer.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
2. Abgaben und Steuern sind keine Ehrgeschenke, sondern Pflicht.
Dän.: Skat og skyld er ingen aeregaer, man en pligt. (Prov. dan., 14.)
 
3. Wenn ik mie Afgaben betal, denn kann mi so'n nakten Kêrl kin floh afstarben laten. Goldschmidt, 94.
Ausdruck unabhängiger Gesinnung Beamten gegenüber.
 
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Abgang
Der Abgang von einem verachteten Amte verlacht den Stolz des Herrschers.Burckhardt, 287.
Wer seine Stellung verlassen hat, sieht das Lächerliche derselben ein.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
2. Der abgang des einen ist des andern ufgang. Zimmerische Chronik, IV, 743.
 
3. Vier abgang schaden sehr vil: mangel der nahrung, notigkeit der zinss güldten; zerrinnung der witz vnd sinn; wo kein freund vorhanden.Rasch, 191.
 
4. Bei seinem Abgange (Tode) wird man keine Trauerlieder singen.
 
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Abgeben
1. »Gīb ăb ăb, gīb ăb ăb« klappert's in der Mühle.
 
2. Er gibt einen guten Constabler ab, wo man Schelmstücke abbrennt.
Von einem Betrüger.
 
3. Er gibt einen guten Kriegsmann ab, aber hinter dem Ofen.
Von Furchtsamen, Feigen, welche dies Wort geiselt.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
4. Ick gäv' mi off van1 de Säk', es Jan Lüüg van 't olde Pärd.Stürenburg, 166a.
1) Sück van vat ofgüven = sich von etwas abmachen, lossagen.
 
5. Da gewt 't wat af.Frischbier, II, 10.
Es setzt Hiebe.
 
6. Giv em wat af, dat em nich 'n Blôtsdruppen up 't Hart fällt.
Wenn die Mutter dem Vater ein Extragericht bereitet hat und ein Kind lüstern darnach hinsieht; wird die Begierde nicht durch einen Schmeckhappen gestillt, so fällt den Kindern ein Blutstropfen auf das Herz.
 
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Abgebrannt
Ganz und gar abgebrannt sein.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
2. Er ist abgebrannt.
Dän.: Han er afbraende, tör ei komme igien. (Prov. dan., 88.)
 
3. Ik bin ganz aftbrannt.Danneil, 106.
Ganz ohne Geld, die Sache ist mir vollständig abgegangen; ich leide Mangel daran.
 
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Abgebrannter
Es ist ein Abgebrannter.
 
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Abgebrüht
Er ist abgebrüht.Frischbier, II, 4.
Er ist ein abgebrühter, gegen Tadel unempfindlicher Mensch, ohne Gefühl und Verständniss für edlere Regungen.
 
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Abgedörrt
Das ist eine abgedörrte. (Nürtingen.)
Nämlich Erfindung, Faunt, Lüge.
 
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Abgedroschen
Der ist abgedroschen wie ein Hund.
 
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Abgefallen
Ein Abgefallener und ein Mameluck sind der Christen grösste Verfolger.Opel, 394.
 
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Abgefeimt
Abgefeimter als ein Luchs, als Kernessig.
 
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Abgehen
1. Eck sin vandage affgôn1, un hebbe muinen Heren trotzet, und hebbe nix getten (gegessen). (Lippe.) – Firmenich, I, 269.
1) Ich bin heute aus dem Dienst gegangen. – Wenn jemand zu seinem eigenen Schaden trotzt.
 
2. Es geht noch wohl ab, wenn auch das ganze Dorf niederbrennt, wenn nur des Pfaffen Haus stehen bleibt.
 
3. 't is doch gôd avgan, säd' Riedel, kam von'n Fischen un harr nix krêgen.
 
4. Was abgeht an der Gestalt, ersetzt die Kunst an jung und alt.
Lat.: Ingenio pollet cui vim fortuna negavit. (Cato.)
 
5. Was abgeht, geht am Gelde ab – sagt der Käufer, wenn er den geforderten Preis nicht zahlen will.
 
6. Was an dem einen abgeht, geht am andern wieder zu.
Lat.: Quod alibi diminutum, exequatur alibi.
 
7. Wo abgeht, da geht auch zu.
 
8. Er geht ab wie Seebach. (Marburg.)
Von einem feigen Menschen. Den Ursprung habe ich nicht ermitteln können.
 
9. Er ist abgegangen worden.
 
10. Er lässt sich nichts abgehen.
Lat.: Indulgere genio. (Pers.) (Erasm., 573.)
 
11. Es geht ab wie alte Besen vor Johanni. (Schles.)
In Schlesien, besonders in den Gebirgsdörfern, werden am Johannisabende (23. Juni) Feuer auf Höhenpunkten angezündet. Dazu sammeln die Knaben schon wochenlang vorher so viel alte Besen als sie nur erhalten können. Je näher dem Abende, desto mehr werden dem weiblichen Personal alle Besen abgepresst, die auch nur mit alten Aehnlichkeit haben. Sie werden dann am Johannisabend angezündet und brennend geschwungen.
 
12. Es geht ab wie warme Semmeln.
Frz.: Il y a grande foule. La foule y est.
 
In Schlesien sagt man: Er geht ab, wie Seebach mit den Krebsen. In Köthen: Er geht ab, wie Seebach mit der Bartelmütze. D.h. er drückt sich davon.
 
13. Es geht alles ab, nur das Unsaubere nicht. Kirchhofer, 245.
 
14. Was abgegangen ist, kommt nimmer wieder.Frischbier, II, 12.
 
15. Wer abgod, ist oher.1Tobler, 347.
1) Unherr = besiegt, überwunden.
Frz.: Qui quitte la partie, la perd.
 
16. Wo's einen abgohd, gohd's dem andern uf. (Luzern.)
 
17. Abgehen mit Dampf.
 
18. Abgehen ohne Musik.
 
19. Das geht ab, wie der Weck auf den Laden. (Henneberg.)
 
20. Dâu is alles âfgange, wêi aff der Matthes'n Hâuchzet. (Nürnberg.) – Frommann, VI, 4156.
21. Davon geht wol noch was ab.
Der Preis wird wol noch ermässigt.
 
22. Du gehest ab wie die Kret am Spiess.
 
23. Er geht ab von der Armee.
D.i. er geht fort von der Gesellschaft; auch: er geht schlafen oder stirbt.
 
24. Er geht ab wie der Hund mit den Schwanz mang de Bêne. (Köthen.)
 
25. Er geht ab, wie ein begossener Hund.
 
26. Er geht ab, wie warmes Pech.Waldis, II, 4, 89; Sandvoss, S. 1.
 
27. Geh ab, dass dich die Wache nicht kriegt. Klix, 15.
 
28. Geh' ab (zieh ab) von der Armee. (Schles.)
Abweisungsformel.
 
29. Hei géid af, as wenne Leär (Leder) fréäten hädde. (Iserlohn.) – Frommann, V, 57, 2.
 
30. Es geht ab, wie sauer Bier.
 
31. Es geht ab, wie warme Wurst.
 
32. Es geht ihm nichts ab.
Er leidet in keiner Beziehung Mangel; er besitzt alles, was er zum Leben bedarf.

 

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