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Deutsches Sprichwörter-Lexicon von Karl Friedrich Wilhelm WanderLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Abfragen bis Abgedroschen (Bd. , Sp. )
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1. Du fraachst ja de Koh dat Kalw af. (Holst.)
 
2. So fragt man den Bauern die Künste ab.
Wenn man sich nicht will ausfragen lassen: »Ich bin kein Bauer, der leicht auszufragen ist.«
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
Die Russen: Einer Schwangern das Kind aus dem Schose fragen. (Altmann VI, 524.)
 
3. Ich will's jm wol abfragen.Agricola II, 48.
 
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Abführen
1. Abführen und Beichten muss man nicht verschieben.
 
2. Besser abgeführt, als angeführt.
 
3. Einen abführen.
Ihn mit Beschämung abschicken.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
Die müssen abführen, die zuletzt zugreifen. (S. Eingewinnen, Einschiffen 2 u. Zugreifen 1.) – Graf, 281, 339.
 
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Abfüttern
Was man abfüttert, das zehntet man nicht. Graf, 123, 337.
Da von den Hausthieren ein Zehent gefordert ward, so wurde von dem, was als Futter für das Vieh gebraucht ward, keiner gegeben, weil sonst doppelt gezehntet worden wäre.
Nordfr.: Was man abfüttert an grazs, daz zehent man nicht.
 
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Abgabe
Es ist keine schlimmere Abgabe als die Magensteuer.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
2. Abgaben und Steuern sind keine Ehrgeschenke, sondern Pflicht.
Dän.: Skat og skyld er ingen aeregaer, man en pligt. (Prov. dan., 14.)
 
3. Wenn ik mie Afgaben betal, denn kann mi so'n nakten Kêrl kin floh afstarben laten. Goldschmidt, 94.
Ausdruck unabhängiger Gesinnung Beamten gegenüber.
 
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Abgang
Der Abgang von einem verachteten Amte verlacht den Stolz des Herrschers.Burckhardt, 287.
Wer seine Stellung verlassen hat, sieht das Lächerliche derselben ein.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
2. Der abgang des einen ist des andern ufgang. Zimmerische Chronik, IV, 743.
 
3. Vier abgang schaden sehr vil: mangel der nahrung, notigkeit der zinss güldten; zerrinnung der witz vnd sinn; wo kein freund vorhanden.Rasch, 191.
 
4. Bei seinem Abgange (Tode) wird man keine Trauerlieder singen.
 
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Abgeben
1. »Gīb ăb ăb, gīb ăb ăb« klappert's in der Mühle.
 
2. Er gibt einen guten Constabler ab, wo man Schelmstücke abbrennt.
Von einem Betrüger.
 
3. Er gibt einen guten Kriegsmann ab, aber hinter dem Ofen.
Von Furchtsamen, Feigen, welche dies Wort geiselt.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
4. Ick gäv' mi off van1 de Säk', es Jan Lüüg van 't olde Pärd.Stürenburg, 166a.
1) Sück van vat ofgüven = sich von etwas abmachen, lossagen.
 
5. Da gewt 't wat af.Frischbier, II, 10.
Es setzt Hiebe.
 
6. Giv em wat af, dat em nich 'n Blôtsdruppen up 't Hart fällt.
Wenn die Mutter dem Vater ein Extragericht bereitet hat und ein Kind lüstern darnach hinsieht; wird die Begierde nicht durch einen Schmeckhappen gestillt, so fällt den Kindern ein Blutstropfen auf das Herz.
 
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Abgebrannt
Ganz und gar abgebrannt sein.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
2. Er ist abgebrannt.
Dän.: Han er afbraende, tör ei komme igien. (Prov. dan., 88.)
 
3. Ik bin ganz aftbrannt.Danneil, 106.
Ganz ohne Geld, die Sache ist mir vollständig abgegangen; ich leide Mangel daran.
 
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Abgebrannter
Es ist ein Abgebrannter.
 
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Abgebrüht
Er ist abgebrüht.Frischbier, II, 4.
Er ist ein abgebrühter, gegen Tadel unempfindlicher Mensch, ohne Gefühl und Verständniss für edlere Regungen.
 
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Abgedörrt
Das ist eine abgedörrte. (Nürtingen.)
Nämlich Erfindung, Faunt, Lüge.
 
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Abgedroschen
Der ist abgedroschen wie ein Hund.

 

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