| | Abfallen 1. Abgefallen, sagte Don Carlos, als seine Leute zu Alfons überliefen. | | | 2. Er fällt ab, wie der Koth vom Rad. – Kirchhofer, 243. | | | 3. Er fällt ab, wie eine reife Birne. – Frischbier, I, 10. | | | 4. Es wird noch was abfallen. Noch einen kleinen Gewinn oder Nutzen geben.
Abfenstern Einen abfenstern. Von der Sitte, dass junge Burschen nachts an das Fenster ihrer Geliebten kommen. Wenn sie abschlägigen Bescheid erhalten, werden sie abgefenstert.
Abfertigen Besser langsam vnd wol abgefertigt, dann bald vbel. – Henisch, 1073, 74; Petri, II, 38.
Abfingern Das kânn i ma âfingerle. (Niederösterr.) Das ist nicht so schwer zu begreifen, ich kann es an den Fingern abzählen.
Abfliessen Wo es abfliesst, muss es auch zufliessen.
Abfluss 1. Vom Abfluss wird kein Meer voll. »Immer heraus und nimmer hinein, wird man bald am Boden sein.« | | | 2. Wo kein Abfluss ist, wird das Wasser faul. Bewegung erhält Leben, auch Schätze sind todt, die nicht wirken.
Abfragen 1. Du fraachst ja de Koh dat Kalw af. (Holst.) | | | 2. So fragt man den Bauern die Künste ab. Wenn man sich nicht will ausfragen lassen: »Ich bin kein Bauer, der leicht auszufragen ist.« | | | [Zusätze und Ergänzungen] Die Russen: Einer Schwangern das Kind aus dem Schose fragen. (Altmann VI, 524.) | | | 3. Ich will's jm wol abfragen. – Agricola II, 48.
Abführen 1. Abführen und Beichten muss man nicht verschieben. | | | 2. Besser abgeführt, als angeführt. | | | 3. Einen abführen. Ihn mit Beschämung abschicken. | | | [Zusätze und Ergänzungen] Die müssen abführen, die zuletzt zugreifen. (S. Eingewinnen, Einschiffen 2 u. Zugreifen 1.) – Graf, 281, 339.
Abfüttern Was man abfüttert, das zehntet man nicht. – Graf, 123, 337. Da von den Hausthieren ein Zehent gefordert ward, so wurde von dem, was als Futter für das Vieh gebraucht ward, keiner gegeben, weil sonst doppelt gezehntet worden wäre. Nordfr.: Was man abfüttert an grazs, daz zehent man nicht.
Abgabe Es ist keine schlimmere Abgabe als die Magensteuer. | | | [Zusätze und Ergänzungen] 2. Abgaben und Steuern sind keine Ehrgeschenke, sondern Pflicht. Dän.: Skat og skyld er ingen aeregaer, man en pligt. (Prov. dan., 14.) | | | 3. Wenn ik mie Afgaben betal, denn kann mi so'n nakten Kêrl kin floh afstarben laten. – Goldschmidt, 94. Ausdruck unabhängiger Gesinnung Beamten gegenüber.
Abgang Der Abgang von einem verachteten Amte verlacht den Stolz des Herrschers. – Burckhardt, 287. Wer seine Stellung verlassen hat, sieht das Lächerliche derselben ein. | | | [Zusätze und Ergänzungen] 2. Der abgang des einen ist des andern ufgang. – Zimmerische Chronik, IV, 743. | | | 3. Vier abgang schaden sehr vil: mangel der nahrung, notigkeit der zinss güldten; zerrinnung der witz vnd sinn; wo kein freund vorhanden. – Rasch, 191. | | | 4. Bei seinem Abgange (Tode) wird man keine Trauerlieder singen. |
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