| | Abermal Abermal nicht mehr, liebes Kind. – Gruter, III, 3; Lehmann, 32, 1.
Abern 1. Wer ewig abert, holt keinen Hasen ein. Wer vor lauter Bedenklichkeiten nicht zum Anfange einer Sache gelangt, wird wenig vollbringen und erreichen. | | | 2. Er abert beständig. Frz.: Il a toujours des mais.
Aberwitz 1. Aberwitz ist keinem nütz. | | | 2. Aberwitz und Narrenhand, malet sich auf jede Wand. Engl.: He is a fool and ever shall, that writes his name upon a wall.
Abfahren He faart af as Kümmelfrizens Speck. (Holst.) Stirbt oder geht davon wie u.s.w. Bezieht sich auf eine nicht bekannte Anekdote.
Abfall 1. Der Abfall guckt ihm zum Gesicht heraus. – Tendlau, 688. Auf seinem Gesicht liegt die Abtrünnigkeit vom Judenthum ausgeprägt. | | | 2. Er kann von den Abfällen leben. – Tendlau, 744. Von jemand, der bei Reichen u.s.w. in Dienst steht, gute Trinkgelder und Nebeneinnahmen und Genüsse hat.
Abfallen 1. Abgefallen, sagte Don Carlos, als seine Leute zu Alfons überliefen. | | | 2. Er fällt ab, wie der Koth vom Rad. – Kirchhofer, 243. | | | 3. Er fällt ab, wie eine reife Birne. – Frischbier, I, 10. | | | 4. Es wird noch was abfallen. Noch einen kleinen Gewinn oder Nutzen geben.
Abfenstern Einen abfenstern. Von der Sitte, dass junge Burschen nachts an das Fenster ihrer Geliebten kommen. Wenn sie abschlägigen Bescheid erhalten, werden sie abgefenstert.
Abfertigen Besser langsam vnd wol abgefertigt, dann bald vbel. – Henisch, 1073, 74; Petri, II, 38.
Abfingern Das kânn i ma âfingerle. (Niederösterr.) Das ist nicht so schwer zu begreifen, ich kann es an den Fingern abzählen.
Abfliessen Wo es abfliesst, muss es auch zufliessen.
Abfluss 1. Vom Abfluss wird kein Meer voll. »Immer heraus und nimmer hinein, wird man bald am Boden sein.« | | | 2. Wo kein Abfluss ist, wird das Wasser faul. Bewegung erhält Leben, auch Schätze sind todt, die nicht wirken. |
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