| | Aber 1. Aber, Wenn und Gar, sind des Teufels Waar'. | | | 2. Das Aber ist ein Zaun, über den sich wenige traun. | | | 3. Jeder hat sein Aber. Frz.: Chacun a ses défauts. | | | 4. Ohne Aber ist nichts in der Welt. Lat.: Beatum ab omni parte nihil est. (Horaz.) | | | 5. Ohne Aber kein Mann, keine Zeit ohne Wenn und Dann. Lat.: Nunquam sunt visi qui caruere nisi. | | | 6. Wäre kein Aber dabei, so wäre Rattengift Arzenei. | | | 7. Wäre nicht das Aber, jedes Pferd hätte seinen Haber. | | | 8. Wenn das Aber nicht war', hätte mancher einen guten Ruf. Lat.: Si nisi non esset perfectus quilibet esset. Ung.: Ha ha nem volna, minden szegény gazdag volna. | | | 9. Wenn das Aber nicht wär', so söffen manche das ganze Meer. Frz.: Avec un Si on mettrait Paris dans bouteille (oder dans sa poche). | | | 10. Wenn das Aber und Wenn nicht wär', so hätte niemand viel Beschwer. | | | 11. Wer das Aber nicht bedacht, dem hat's zum Schluss einen Strich gemacht. | | | 12. Aber doch! | | | 13. Es ist ein Aber dabei. – Grimm, I, 31. Wenn man Bedenken trägt, eine Sache zu unternehmen, oder wenn man weiss, dass jemand gewisse Ursachen hat, sich in die Sache nicht einlassen zu wollen. Eine jüdisch-deutsche Redensart heisst: Es is e Wajhi (ein Uebel) dabei, weil man annahm, dass jede Erzählung der Bibel, die mit dem Worte wajhi (und es war) beginne, ein Uebel enthalte, vielleicht wegen der Aehnlichkeit des Wortes mit waj hi (wehe ist's). (Tendlau, 610.) | | | Holl.: Niemant en is sonder dat. Lat.: Jam vix sunt visi qui cavere nisi. (Fallersleben, 545.) | | | Schwed.: Det var ett Aber. (Strömbäck.) | | | 14. Das wörtlein aber ist klein vnnd hat ein grossen Rock, man kan viel darunter verbergen. – Lehmann, 181, 22. | | | 15. Wenn man das Aber nicht hette, so were mancher bei gutem Lobe. – Schottel, 1144a.
Aberglaube 1. Aberglaube hat Bohnen in den Ohren. | | | 2. Aberglaube ist keine Wissenschaft. – Bertram. | | | [Zusätze und Ergänzungen] 3. Aberglaube ist ein morscher Stab, wer sich darauf stützt, der fällt hinab. Böhm.: Povĕra jest hůl, kdo jí vĕró, tentĕ vůl. (Čelakovsky, 15.) | | | 4. Aberglaube und Schwindsucht erben von Geschlecht zu Geschlecht. – Altmann VI, 491.
Abergläubische Der Abergläubische lässt den Himmel einfallen, wenn eine Mücke niesst. – Comotoria, 1876, S. 64.
Abermal Abermal nicht mehr, liebes Kind. – Gruter, III, 3; Lehmann, 32, 1.
Abern 1. Wer ewig abert, holt keinen Hasen ein. Wer vor lauter Bedenklichkeiten nicht zum Anfange einer Sache gelangt, wird wenig vollbringen und erreichen. | | | 2. Er abert beständig. Frz.: Il a toujours des mais.
Aberwitz 1. Aberwitz ist keinem nütz. | | | 2. Aberwitz und Narrenhand, malet sich auf jede Wand. Engl.: He is a fool and ever shall, that writes his name upon a wall.
Abfahren He faart af as Kümmelfrizens Speck. (Holst.) Stirbt oder geht davon wie u.s.w. Bezieht sich auf eine nicht bekannte Anekdote.
Abfall 1. Der Abfall guckt ihm zum Gesicht heraus. – Tendlau, 688. Auf seinem Gesicht liegt die Abtrünnigkeit vom Judenthum ausgeprägt. | | | 2. Er kann von den Abfällen leben. – Tendlau, 744. Von jemand, der bei Reichen u.s.w. in Dienst steht, gute Trinkgelder und Nebeneinnahmen und Genüsse hat.
Abfallen 1. Abgefallen, sagte Don Carlos, als seine Leute zu Alfons überliefen. | | | 2. Er fällt ab, wie der Koth vom Rad. – Kirchhofer, 243. | | | 3. Er fällt ab, wie eine reife Birne. – Frischbier, I, 10. | | | 4. Es wird noch was abfallen. Noch einen kleinen Gewinn oder Nutzen geben.
Abfenstern Einen abfenstern. Von der Sitte, dass junge Burschen nachts an das Fenster ihrer Geliebten kommen. Wenn sie abschlägigen Bescheid erhalten, werden sie abgefenstert.
Abfertigen Besser langsam vnd wol abgefertigt, dann bald vbel. – Henisch, 1073, 74; Petri, II, 38. |
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