| Abendsegen 1. Abendsegen – Morgensegen. |
| | 2. Ein guter Abendsegen trocknet die Mittagsthränen. |
| | 3. Nu to'n drüddenmal, säd de oll Frû, un las'n Abendsegen. |
| | [Zusätze und Ergänzungen] 4. Klâs Abendsegen. (Mecklenburg.)
Abendsonne Die Abendsonne ist schön, aber sie reift keine Trauben. Dän.: Mod aften mister solen sin varnu og skin. (Prov. dan., 17.)
Abendstege 1. Abendstege sind der Liebe Pflege. |
| | 2. Die Abendstege erfahren viele Dinge.
Abendthau 1. Abendthau im Mai bringt Korn, Wein und Heu. – Boebel, 93. |
| | 2. Abendthau im Mai, gibt das rechte Heu. – Bairischer Hauskalender. |
| | 3. Abendthau und kühl im Mai, bringt Wein und Heu. – Mecklenburger Kalender, Rostock 1864.
Abendwunsch Abendwunsch ist auch ein Wunsch. Ein Wunsch bleibt, kommt er auch spät, doch ein Wunsch.
Abenteuer 1. Abenteuer ist selten allein. |
| | 2. Abenteuer ist selten geheuer. Vläm.: Avontuur is rond. |
| | 3. Abenteuer kommen nicht zum Frühstück. Vläm.: Avontuur komt niet bij vroeg opstaan. |
| | 4. Auf Abenteuer schauen (warten). – Grimm, I, 28. Bei den Handwerkern auf gut Glück arbeiten. |
| | [Zusätze und Ergänzungen] Mhd.: Die eventure is mannichvalt. (Groote, Koln Reimschul, 1834.) – Dat eventur is mannichvolt. (Lübben, 3688.) |
| | 5. Abentewr bringt vortheil. – Henisch, 784, 28. |
| | 6. Dat will en Eventür wesen. – Schütze, I, 305. Das wird aufs Glück ankommen. |
| | 7. Er hat viel Abenteuer durchgemacht. Viel erfahren, gefährliche Dinge unternommen. Böhm.: Divna on prošel pračeta. (Čelakovsky, 518.) 8. He mut sin Eventür stân. – Schütze, I, 305. Er muss seine Gefahr laufen. |
| | 9. Up Eventür. – Schütze, I, 305. Aufs gerathewohl.
Abenteuerlich Es stat abentürlich. Hiess im 14. Jahrhundert soviel als: die Wege und Strassen sind unsicher vor Raubrittern.
Abenteuern Abenteuern soll man nicht in wichtigen Dingen. |
| | [Zusätze und Ergänzungen] 2. Ik mag et nig eventüren. – Schütze, I, 305. Ich mag's nicht machen.
Aber 1. Aber, Wenn und Gar, sind des Teufels Waar'. |
| | 2. Das Aber ist ein Zaun, über den sich wenige traun. |
| | 3. Jeder hat sein Aber. Frz.: Chacun a ses défauts. |
| | 4. Ohne Aber ist nichts in der Welt. Lat.: Beatum ab omni parte nihil est. (Horaz.) |
| | 5. Ohne Aber kein Mann, keine Zeit ohne Wenn und Dann. Lat.: Nunquam sunt visi qui caruere nisi. |
| | 6. Wäre kein Aber dabei, so wäre Rattengift Arzenei. |
| | 7. Wäre nicht das Aber, jedes Pferd hätte seinen Haber. |
| | 8. Wenn das Aber nicht war', hätte mancher einen guten Ruf. Lat.: Si nisi non esset perfectus quilibet esset. Ung.: Ha ha nem volna, minden szegény gazdag volna. |
| | 9. Wenn das Aber nicht wär', so söffen manche das ganze Meer. Frz.: Avec un Si on mettrait Paris dans bouteille (oder dans sa poche). |
| | 10. Wenn das Aber und Wenn nicht wär', so hätte niemand viel Beschwer. |
| | 11. Wer das Aber nicht bedacht, dem hat's zum Schluss einen Strich gemacht. |
| | 12. Aber doch! |
| | 13. Es ist ein Aber dabei. – Grimm, I, 31. Wenn man Bedenken trägt, eine Sache zu unternehmen, oder wenn man weiss, dass jemand gewisse Ursachen hat, sich in die Sache nicht einlassen zu wollen. Eine jüdisch-deutsche Redensart heisst: Es is e Wajhi (ein Uebel) dabei, weil man annahm, dass jede Erzählung der Bibel, die mit dem Worte wajhi (und es war) beginne, ein Uebel enthalte, vielleicht wegen der Aehnlichkeit des Wortes mit waj hi (wehe ist's). (Tendlau, 610.) |
| | Holl.: Niemant en is sonder dat. Lat.: Jam vix sunt visi qui cavere nisi. (Fallersleben, 545.) |
| | Schwed.: Det var ett Aber. (Strömbäck.) |
| | 14. Das wörtlein aber ist klein vnnd hat ein grossen Rock, man kan viel darunter verbergen. – Lehmann, 181, 22. |
| | 15. Wenn man das Aber nicht hette, so were mancher bei gutem Lobe. – Schottel, 1144a.
Aberglaube 1. Aberglaube hat Bohnen in den Ohren. |
| | 2. Aberglaube ist keine Wissenschaft. – Bertram. |
| | [Zusätze und Ergänzungen] 3. Aberglaube ist ein morscher Stab, wer sich darauf stützt, der fällt hinab. Böhm.: Povĕra jest hůl, kdo jí vĕró, tentĕ vůl. (Čelakovsky, 15.) |
| | 4. Aberglaube und Schwindsucht erben von Geschlecht zu Geschlecht. – Altmann VI, 491.
Abergläubische Der Abergläubische lässt den Himmel einfallen, wenn eine Mücke niesst. – Comotoria, 1876, S. 64. |