| | Abar Abar (s. Storch). | | | 1. De Abar is sîn Feeren nett so gôd nödig als de Lünick (Schatz). – Kern, 564. | | | 2. De Abars nögd, mutt Poggen hebben. – Kern, 562. Wer Störche (grosse Gäste) einladet, muss Frösche (entsprechende Speisen) vorzusetzen haben. | | | 3. Dat sünd mehr Abars als Poggen. – Kern, 163. Mehr Brotesser als Brotverdiener.
Aebär 1. De Aebär ( Storch, s.d.) is sin Feddern eben so god nödig, as de Lüning (Sperling). | | | 2. De Aebärs nögt, mutt Poggen hebben. | | | 3. Wor Aebärs sünt, dar sünt ok Poggen (Frösche). | | | 4. Dar sünt mehr Aebärs as Poggen.
Abbadan Ueber Abbadan geht kein Dorf. – Burckhardt, 664. Von der lächerlichen Eitelkeit mancher Leute, die von ihrem Geburtsort, wäre er auch nur das elendeste Nest, nur mit den grössten Lobeserhebungen sprechen.
Abbeeren Einen abbeeren (abprügeln).
Abbeissen 1. Bitj a Nöös uf, do as at Aanliat skeand. – Lappenkorb. Beisse die Nase ab, so ist das Antlitz geschändet. Sinn: Schädige ein Glied deiner Familie, so beschimpfst du sie ganz. | | | 2. Der beisst dem lieben Gott die Zehen ab. | | | 3. Er beisst ab, was er in den Mund bekommt. | | | 4. Er beisst sich lieber einen Finger ab. Der Knauser. | | | [Zusätze und Ergänzungen] 5. Du musst so abbeissen, wie du schlucken kannst. Masurisch: Tak nmsisz kąsać, ja połkniesz. (Frischbier, I, 4234.) | | | *[6.] Ar beisst korz o (ab). (Franken.) – Frommann, VI, 319. Das Essen schmeckt ihm. | | | *[7.] Er muess churz abbysse. (Solothurn.) – Schild, 76, 214.
Abbellen Etwas abbellen müssen. Zwangsweise eine Aussage, eine Verleumdung widerrufen müssen. Die Redensart gründet sich auf einen vor fünfhundert Jahren stattgefundenen Vorgang. Hedwig, die Gemahlin Jagello's, des Königs von Polen (der nach seiner Taufe Wladislaus hiess), war durch den Vicar Komorick von Krakau, Genevoss Dalewicz, bei ihrem eifersüchtigen Gemahl dahin verdächtigt worden, sie habe heimlich eine Zusammenkunft mit dem Herzog Wilhelm von Oesterreich, ihrem frühern Verlobten, gehabt, und sie wäre ohne Dazwischenkunft der Umgebung von ihrem Gemahl ermordet worden. Als ihre Unschuld bald bewiesen ward, wurde der falsche Angeber verurtheilt, seine Aussage – abzubellen. Der Schuldige legte sich unter den Sessel der Königin auf den Boden nieder und erklärte laut: »Ich habe gelogen wie ein Hund, als ich die schmählichen Worte gegen die Königin sprach.« Darauf musste er dreimal das Gebell des Hundes nachahmen. (Dunker, Sonntagsblätter, Berlin 1873, Nr. 2, S. 23.)
Abbetteln Er wird mir schon noch eine abbetteln. In Wien, um zu sagen, mich so reizen, dass er eine Ohrfeige bekommt.
Abbeuteln Abibeudln wie da Hund Fleh. (Oberösterr.) – Brumig, 80. Etwas, z.B. eine Rüge, abschütteln.
Abbitte 1. Abbitte ist die beste Genugthuung. | | | 2. Abbitte nicht, aber Halsstarrigkeit ist Schande. Jene zeigt ein edles, diese aber ein böses Herz an. | | | 3. Die beste Abbitte ist, nicht mehr thun. | | | [Zusätze und Ergänzungen] 4. Abbitte ist die beste Busse. – Simrock, 8; Graf, 351, 403. Dän.: Afbede er beste bod. (Prov. dan., 16; Molbeck, 133.) Lat.: Errantia medicina confessio. (Rhodin, 2.) Schwed.: Afbedja är bästa bot. (Rhodin, 2; Wensell, 1; Grubb, 4.)
Abbitten Abbitten ist besser als leugnen.
Abblitzen Hei öss afgeblötzt. – Frischbier, I, 11. Er hat einen Korb bekommen. |
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