| | Aasseite Stöt em in de Aasside. – Dähnert, 2a. Gib ihm einen Stoss. Aasseite ist die innere Seite der Haut, die auf dem Fleisch gesessen hat.
Aaser Man muss ihm den Aaser drucken. – Kirchhofer, 240.
Aasgeier 1. Der Aasgeier hat keinen Wunsch, als dass das Pferd sterben möchte. (Surinam.) Jeder ist auf seinen eigenen Vortheil bedacht. | | | 2. Der Aasgeier hatte immer einen übeln Geruch, und nun er todt ist, erst recht. (Surinam.) Von denen, die den schlechten Ruf ihrer Jugend mit den Jahren gesteigert. | | | 3. Der Aasgeier liebt das Aas. (Surinam.) Jeder bewegt sich gern in seinem Elemente. | | | 4. Der Aasgeier sieht den Hinrichtungen zu und kommt, abends die Augen auszupicken. (Surinam.) – Wullschlägel. Der Dieb ersieht sich erst eine günstige Gelegenheit. | | | 5. Des Aasgeiers Schimpfreden bringen das Pferd nicht um. (Surinam.) | | | 6. Wenn man den Aasgeier schimpft, fühlt sich der Truthahn beleidigt. (Surinam.) | | | 7. Wer den Aasgeier sieht, spuckt aus, wer aber das Tjotjo-Vögelchen (ein Singvogel) sieht, pfeift. (Surinam.) Man richtet sein Verhalten nach der Person ein. | | | [Zusätze und Ergänzungen] Aus einem Aasgeier wird kein Adler (Falke). Engl.: A carrion kite will never make a good hawk. (Bohn II, 108.) Frz.: D'un buse on ne peut faire un épervier. (Cahier, 272.)
Aasig Er ist ganz aasig. – Frischbier, I, 2. Ihm ist aasig zu Muthe. Aasig = krank, aber auch träge, faul.
Ab Ab Sephe (Sophie oder Joseph). Eine sprichwörtliche Redensart in Gera, um zu sagen: Fort, weg damit. | | | [Zusätze und Ergänzungen] 2. Weit abe ist gut für schiessen. – Tappius, 195a. Lat.: Extra telorum jactum. (Erasm., 830; Tappius, 195a; Philippi, I, 146.) | | | 3. Ab und einen Walzer. – Klix, 15. | | | 4. Ab und zu, d.i. manchmal. | | | 5. Ab – von der Magd auf die Tochter.
Abackern Sich mit einem abackern müssen. – Frischbier, II, 1.
Abar Abar (s. Storch). | | | 1. De Abar is sîn Feeren nett so gôd nödig als de Lünick (Schatz). – Kern, 564. | | | 2. De Abars nögd, mutt Poggen hebben. – Kern, 562. Wer Störche (grosse Gäste) einladet, muss Frösche (entsprechende Speisen) vorzusetzen haben. | | | 3. Dat sünd mehr Abars als Poggen. – Kern, 163. Mehr Brotesser als Brotverdiener.
Aebär 1. De Aebär ( Storch, s.d.) is sin Feddern eben so god nödig, as de Lüning (Sperling). | | | 2. De Aebärs nögt, mutt Poggen hebben. | | | 3. Wor Aebärs sünt, dar sünt ok Poggen (Frösche). | | | 4. Dar sünt mehr Aebärs as Poggen.
Abbadan Ueber Abbadan geht kein Dorf. – Burckhardt, 664. Von der lächerlichen Eitelkeit mancher Leute, die von ihrem Geburtsort, wäre er auch nur das elendeste Nest, nur mit den grössten Lobeserhebungen sprechen.
Abbeeren Einen abbeeren (abprügeln).
Abbeissen 1. Bitj a Nöös uf, do as at Aanliat skeand. – Lappenkorb. Beisse die Nase ab, so ist das Antlitz geschändet. Sinn: Schädige ein Glied deiner Familie, so beschimpfst du sie ganz. | | | 2. Der beisst dem lieben Gott die Zehen ab. | | | 3. Er beisst ab, was er in den Mund bekommt. | | | 4. Er beisst sich lieber einen Finger ab. Der Knauser. | | | [Zusätze und Ergänzungen] 5. Du musst so abbeissen, wie du schlucken kannst. Masurisch: Tak nmsisz kąsać, ja połkniesz. (Frischbier, I, 4234.) | | | *[6.] Ar beisst korz o (ab). (Franken.) – Frommann, VI, 319. Das Essen schmeckt ihm. | | | *[7.] Er muess churz abbysse. (Solothurn.) – Schild, 76, 214. |
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