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Deutsches Sprichwörter-Lexicon von Karl Friedrich Wilhelm WanderLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Aalraupe bis Aas (Bd. , Sp. )
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Artikelverweis Aalraupe
Eine Aalraupe auswerfen, um einen Kabeljau zu fangen.
 
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Aalschwanz
An einem Aalschwanz bleibt keine Klette hangen.
 
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Aalstecher
Ein Aalstecher muss manchen Stoss vergeblich thun.
Dän.: Aalstangeren slaaer mangt et forgieves slag. (Prov. dan., 1.)
 
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Aante
De Aanten dragen hör Recht up de Puckl.Kern, 559.
In einem Rechtsstreit mit den Enten ist nicht viel zu gewinnen, sie haben nichts als ihre Federn. (Kern, 559.)
 
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Aantvagel
Aantvagel ( Ente, s.d.).
 
Den Aantvogel kann man nix nehmen, as den Kopp.
 
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Aantvogel
1. En Schöt is gên Aantvogl.Kern, 560.
 
2. Mênst du, dat ik 'n Aantvogl bin?Kern, 561.
Wenn einer dem andern auf den Fuss tritt.
 
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Aar
Aare haben scharfe Augen.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
2. Auch der Aar hat erst auf der Erde geflattert, eh' er sich zum Himmel erhob.Altmann VI, 420.
 
3. Du zeuhest arn vber die Hennen im Hauss. Franck, II, 49a.
»Arn vber die Hennen ziehen, wie vilen geschicht, dass sie guckuc in jr besitz setzen, die jn jr eyer vnderlegen vnnd naher dauon fliehen.«
 
4. Ein Aar kämpft stets mit den Schlangen.Altmann VI, 410.
 
5. Wenn der Aar seine Schwingen am stolzesten ausbreitet, trifft ihn die Kugel des Jägers. Altmann VI, 443.
 
6. Den Aar mit dem Uhu vergleichen.Altmann VI, 514.
 
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Aarau
Aarau ist eine schöne Stadt, Biberstein ein Bettelsack, Kilchberg ist ein Butterkübel, Küttiche der Deckel drüber, Suhr das ist der Stämpfel.Deutsche Romanzeitung, III, 44, 633.
 
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Aaron
Wenn Aaron den Schnupfen hat, so sprich mit Mose.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
2. Aaron (7. April) und Justin (13. April) helfen den Hafer ziehn. (Wohlau.) – Boebel, 19.
 
3. Nun redt Aron, Moses is es schîte gegange.
 
4. Und Aaron schwieg still.Diermissen, 322.
Wenn einer, der sonst das grosse Wort führt, nichts mehr zu sagen weiss.
 
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Aartje
'T is 'n Aartje van Vaartje.Kern, 1627.
Eine Art von Vater.
 
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Aas
1. Aas ist keine Speise für den Adler.
 
2. Aas lässt sich nicht vor Geiern (Raben, sagen die Wenden) verbergen.
 
3. Auch ein Aas scheint fett, wenn es voll Luft ist.
 
4. Ein Aas, das der Rabe nicht riechen soll, muss tief liegen.
 
5. Kein grewlicher ass, denn von menschen. Agricola, 208.
 
6. Man muss ein Aas legen, so man fangen will.
 
7. Wenn das Aas abgefleischt ist, fliegt der Rabe davon.
 
8. Wer ein Aas schüttelt, macht den Gestank ärger. (Arab.)
 
9. Wo Aas ist, da sind Fliegen.
 
10. Wo Aas ist, da versammeln sich die Raben.
 
11. Wo Aas ist, werden bald auch Krähen sein. (Lit.)
 
12. Wo Aeser sind, da schwirren die Eulen.
 
13. Wo ein Aas ist, da sammeln sich die Adler. Hiob, 39, 30; Matthäus, 24, 28; Schulze, 27; Zehner, 266; Venedey, 166.
Richtiger die Aasgeier. Ein altes, schon in der Bibel vorkommendes Sprichwort, das jetzt in sehr mannichfacher Bedeutung gebraucht wird. Man wendet es an auf vornehme Herren, die viel Bedienung halten, bei Glücksrittern, die gewinnsüchtige Leute zum Spiel verlocken, auf feile Dirnen.
Lat.: Sequitur perca sepiam. – Ubicumque cadaver fuerit, statim adest aquila. (Erasm., 848.)
 
14. Das Aas an die Angel stecken.Seybold.
Einen mit List reizen, fangen.
Lat.: Escam hamo circumponere.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
»Wo ein ass, ist der Vögel kein Zal noch mass.«
Dän.: Hvor aadslater, der samles örnem. (Prov. dan., 1.)
Holl.: Waar eenen dodlichaam is, daar vergoderen de arenden. (Harrebomée, II, 29.)
Schwed.: Der åtelen är, dit samlas ock örnarna. (Marin, 10; Grubb, 1.)
 
15. Das Aas lockt die Würmer herbei.Altmann VI, 503.
Schwed.: Aas lockar örnen ut. (Wensell, 8.)
 
16. Das Aas stinkt über sein Lager hinaus.
Dän.: Aadslet stinker laenger bort, end den sted der ligger. (Prov. dan., 532.)
 
17. Dat Aas hett was lehrt, seggt Coord van Hallen, de kann dör de Welt kamen.Kern, 106.
Der Witz liegt darin, dass das Wort »Aas« hier durchaus nicht verächtlich sein soll, wie es sonst ist. Aehnlich sagt man in Ostfriesland: 'T is 'n gelehrter Hund; 't is 'n Fûlpûp, 'n kloken Bengel, 'n gelehrten Racker u.s.w., ohne damit etwas Schlimmes ausdrücken zu wollen.
 
18. Ein Aas bleibt ein Aas.
 
19. Es git niche schäinikjer Ôs, mä vun Mäinjtschen. (Siebenb.-sächs.) – Schuster, 1124.
 
20. Wo ein Aas ist, sammeln sich Raubvögel, wo ein hübsches Weib ist, Schmarotzer.
 
21. Et äs e fel Ôs. (Siebenbürg.-sächs.) – Frommann, V, 36, 86.
 
22. Je is 'n Aas up sin Clarnette.Pommersche Geschichten.

 

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