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Deutsches Sprichwörter-Lexicon von Karl Friedrich Wilhelm WanderLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
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Artikelverweis W
1. Drei W erfreuen die Lebenskraft: Weib, Wein und Wissenschaft.
»In meinem Abc befindet sich ein dreifach W. Das erste W ist Wissenschaft, die thätig wirkt in Blut und Saft, die Hirn und Herz mit Kraft durchdringt und Trost in jedes Leiden bringt. Das zweite W, das ist der Wein, doch muss es bonum vinum sein; auch sei kein andres W dabei, ein braver Bursch ist wasserscheu. Es lehrt und nützt das edle Nass, dieweil in vino veritas. Das dritte W das ist ein Weib, gut von Gemüth und schön von Leib; doch kommt zu diesem dritten W im Philisterio erst Eh'. Drum sing' ich laut mit voller Kraft: Vivant Weib, Wein und Wissenschaft.« (Witzfunken, VII b, 87.)
 
2. Drei W fördern Thüringens Wohl: Weizen, Waid und Woll'.
Lat.: Conciliare solent tria W nomenque decusque, Waid, Woll' und Weizen terra Thuringa tibi. (Witzfunken, IV a, 177.)
 
3. Drei W machen der Welt viel zu schaffen: Weib, Wein und Waffen.
 
4. Drei W machen viel Beutel leer: Weiber, Würfel und Weinbeer'.Gaal, 1646; Sailer, 100.
 
5. Drei W müssen die schlimmsten in Preussen sein: Wartenberg, Wartensleben und Wittgenstein.
Die genannten drei Grafen waren unter Friedrich I. Minister. Sie saugten das Land auf eine furchtbare Weise durch Steuern aus, und waren deshalb so gehasst und berüchtigt, dass man sie das Ministerium der drei Weh nannte, dessen Andenken der obige Spruch bewahrt.
 
6. Drei W sind grosse Räuber: Wein, Würfelspiel und Weiber.Sailer, 700; Körte, 6381; Simrock, 11086.
Engl.: Women, wine and dice ruin many a man. (Gaal, 1646.)
Lat.: Alea, vina, Venus faciunt, ut turpis egestas abripiat multos in sua vincla jocos. (Gaal, 1646.)
 
7. Drei W sind in der Welt die stärksten: Weib, Wein und Wahrheit.Parömiakon, 2638.
 
8. Drei W uns bringen gar viel Pein: die Weiber, Würfel und der Wein.Eiselein, 624; Simrock, 11085; Braun, I, 4851; Masson, 374.
Es wird hier am Orte sein, des Zwistes der beiden hallischen Professoren Wolf und Joachim Lange zu gedenken. Der letztere versäumte keine Gelegenheit, seinen theologischen Eifer und Groll gegen Wolf zu äussern. So schrieb er einmal in das Stammbuch eines jungen Theologen: »Ich weiss ein dreifach W, das grosses Weh' gemacht; die Weiber, die den Fall in diese Welt gebracht, den Wein, der Ursach' ist von vielen bösen Thaten; das dritte kenn' ich nicht, mein Freund, du musst es rathen. Die Weisheit mein' ich nicht, sie trägt stets Gutes ein. Ich würde dir es leicht gar deutlich nennen können; doch zu gewisser Zeit darf man den Wolf nicht nennen.« Nachher gerieth das Stammbuch in des Propstes Reinbeck Hände, der gegenüber schrieb: »Ich weiss ein dreifach W, das vieles Wohl gebracht: die Weisheit, die der Neid schon selbst für gut geacht't; die Wahrheit, die von Gott den Ursprung hergenommen und die vom dritten W ein neues Licht bekommen. Wer ist, der dieses W zu dieser Zeit nicht kennt, obgleich man nicht den Wolf bei seinem Namen nennt. Doch gibt's ein dreifach L, so diesem W entgegen, von diesem will ich dir nur zwei vor Augen legen: das Lästern, so die Welt anjetzt zur Tugend macht, das Lügen, so letzthin der höll'sche Feind erdacht; das dritte nenn' ich nicht, man kennt's an seinen Thaten, wem dieses unbekannt, der müsste Lange rathen.« Jablonsky schrieb Folgendes dazu: »Das W das kurz vorher das L in Schimpf gebracht, nimmt zwar das R in Schutz; doch dessen ungeacht't wird nun anstatt des W das L herumgenommen; bei diesen Buchstab'nstreit ist man dazu gekommen.« (Witzfunken, IV b, 50.)
Mhd.: Niht verkêrt die werlt so sêre, als wîp, wîn, schutz und werltlich ere. (Renner.) (Zingerle, 61.)
Lat.: Alea, vina, Venus, tribus his sum factus egenus. – Dives eram dudum, fecerunt me tria nudum. (Eiselein, 624.)
 
9. Drei W verändern den Menschen an Geist und Leib: Würden, Wein und Weib.
 
10. Drei W wollen in Berlin das Volk vertreten, es wär' aber besser, wenn sie's nicht thäten.
Dieser Spruch bezieht sich auf die den Volksinteressen (Volkswünschen) abgeneigten Abgeordneten: Wagener, Wartensleben und Wantrup, die in den Jahren 1863-65 Mitglieder des preussischen Hauses der Abgeordneten waren. (Vgl. Bresl. Zeitung, 1866, Nr. 218, S. 1237.)
 
11. Vier W sind alles Streites Quell und Pforte: Weiber, Würfel, Wein und Worte.
 
12. Vor drei W hüte dich: vor Weib, Wein und Waffen.
 
13. Vor drei W muss sich jeder hüten fein: vor Wollust, Würfel und Wein.Simrock, 11087.
 
14. W macht mir wee (Wehe).Franck, II, 46b; Simrock, 11084.
»Der buchstab ist W; deut wein, odder wirt, weib und würffel.«
 
15. W.W.V.W.W.
»Wer weiss vmb was willen.« (Weinsberg, 76.)
 
16. Wäre das W nicht, dann wäre Kühdreck Butter. (Eger.)
Hier steht das W wol für »Wenn«.
 
17. Wäre das W nicht, dann wäre Wien auch nicht. (Eger.)
 
18. Zehn W sind voller Weh: Wein macht voll, Würffl macht toll, Wagen fällt um, Wolff bringt um, Wald ernährt Dieb, Wand verhindert Lieb, Winter bringt Schnee, Wunde macht weh, Wurm thut nagen, Weib thut die ganze Welt plagen.Abraham a Sancta- Clara, Bescheid Essen, S. 173.
 
19. Zwei W thun offt wehe: das Weib und der Wein; willst du davor sicher sein, stells Buhlen und das Sauffen ein.Chaos, 216.
Lat.: Bacchus Germanos vexat, sed foemina Gallos, dic mihi, quid gravius vulva vel urna nocet! (Chaos, 216.)
 
20. Zwei W wollen beherrscht sein, sonst machen sie zu Sklaven Geister und Leiber, Wissenschaften und Weiber.
 
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Waare
1. Alte Wahr gilt nichts.Lehmann, 6, 7.
Schwed.: Gamla waror gjälla intet mycket. (Grubb, 244.)
 
2. Alze frinj Wôr gît nit af. (Siebenbürg.-sächs.) – Schuster, 346.
 
3. An böser wahr ist nichts zu gewinnen.Lehmann, 99, 31; Eyering, II, 497; Schottel, 1115a; Simrock, 11089; Gaal, 1649; Sailer, 242.
Auch mit dem Zusatz: wenn schon gut Wort legst auf die Binnen.
It.: Roba cattiva non è mai a buon mercato. (Gaal, 1648.)
Lat.: Judice me fraus est concessa, depellere fraudem. (Chaos, 286.)
Schwed.: Elakt gods gjer slemm winning. (Grubb, 181.)
 
4. An einer Waare, womit jeder handelt, ist wenig zu verdienen.Kritzinger, 132a.
 
5. An fauler Waare ist kein gut Haar.Eiselein, 624; Simrock, 11092; Braun, I, 4856; Graf, 252, 168.
6. An gueter Waar' verkauft men si nid.Sutermeister, 145.
Frz.: Bonne marchandise n'est jamais trop chère.
Holl.: Aan goede waar is men nooit bekocht. (Harrebomée, II, 429b.)
 
7. An guter Waare ist oft viel verdorben.
 
8. An Waaren und grauem Tuch geht viel ein.
 
9. An wohlfeiler Waare ist theuerer Kauf.
It.: Guardati delle derrate di buono mencato.
 
10. Angebotene Waare gilt nichts.Sailer, 189.
 
11. Angebotene Waare hat lahme Füsse.
 
12. Angebotene Waare stinkt.Eiselein, 624; Simrock, 11091; Braun, I, 4858.
Engl.: Proffer'd ware stinks. (Gaal, 1649.)
Holl.: Aangeboden waar is verdacht. (Harrebomée, II, 429b.)
It.: Mercanzia offerta è spesso 'guastata. – Mercanzia offerta hà mal odore. (Pazzaglia, 220, 6.)
Lat.: Merx ultronea putet. (Eiselein, 624; Seybold, 305.)
 
13. Beste Waare, bester Kauf.
 
14. Böse waar muss man mit worten verkauffen.Franck, I, 140a.
 
15. Böse Waare braucht viel Worte.Winckler, XVII, 42.
Schwed.: Elaka waror wela ha god fòrspråk. (Grubb, 181.)
 
16. Böse wahr hat die Art, das sie wol fernest (von fern) schön scheinet.Herberger, Hertzpostilla, I, 584.
 
17. Böss war muss man in einn schwätzen. Franck, I, 84b; Lehmann, II, 48, 53; Simrock, 11088; Körte, 6383; Klosterspiegel, 19, 1; Masson, 365.
Frz.: Marchandise offerte a le pied coupe. (Gaal, 1649.)
 
18. Danach Waare, danach Geld.Kirchhofer, 218; Eiselein, 624; Mayer, II, 7; Simrock, 11094; Tobler, 135; niederdeutsch bei Bueren, 89; Frommann, II, 536, 128; Eichwald, 2003; Hauskalender, I.
 
19. Die gute Waare lobt sich selbst.Schmitz, 195, 171.
 
20. Die jung Waar muess öppis tractirt ha.Sutermeister, 112.
 
21. Die Waare klagt nicht über den Zoll. Schlechta, 496.
 
22. Die Waare muss gelten, so viel sie werth ist.
 
23. Die Waare passirt die Schale.Hillebrand, 171, 241; Brinkmann, Lehrbuch des Handelsrechts, S. 297, 6.
Will sagen, dass die Waare, sobald sie zugewogen oder zugemessen sei, sich auf Gefahr des Käufers befinde. (S. Reifen 8.)
 
24. Die Waaren sehen (oft) besser aus, als sie sind.
 
25. Drei Waaren sind vor allem betrüglich: Wein, Weib und Pferd.
 
26. Dreyerley Waaren sind es, mit denen man handelt zu Rom: Christus, Priesterthumb oder geistlich Prabenden, vnd Weiber. Zinkgref, IV, 226.
 
27. Echte Waare, feste Preise.
Geschäftsgrundsatz oder -Motto.
 
28. Ein jeder bringt seine wahre zu Marck, so gut sie ist.Lehmann, 421, 70.
29. Eine Waare hinter der spanischen Wand kauft niemand.Parömiakon, 2435.
Eine Mutter rechtfertigte damit das Ausgehen ihrer unverheiratheten Tochter, weil eine Jungfrau, die stets zu Hause bleibe, keinen Mann erhalte.
 
30. Eine Waare muss die andere verkaufen. Graf, 252, 165.
 
31. Eine Waare nimm um das, was sie werth ist, ein Weib um das, was sie hat, und einen Freund um das, was er thut.
 
32. Es gilt kein ander wahr, wenn Witzbold seine ausslegt.Lehmann, 904, 7; Sailer, 74; Körte, 6906; Simrock, 11740; Germania, V, 298; Hoffmann von Fallersleben, Spenden, I, 6.
 
33. Es ist böss, einem wahr abkauffen, der ihrer selbs bedarff.Henisch, 230, 49; Petri, II, 257.
 
34. Es ist böss Wahr, da nichts an zu gewinnen ist.Petri, II, 257.
 
35. Es ist gute Waare, die man in Geld verwandeln kann.
Holl.: Het is al goede waar, daar men geld van maakt. (Harrebomée, II, 429b.)
 
36. Es ist in keiner wahr weniger verlust, als an Anschlägen.Lehmann, 33, 24.
 
37. Es ist nicht alle Waare gut, von der es die Krämer sagen.
 
38. Es ist schlechte Waare, darauf kein Gewinn sitzt.
Bei Tunnicius (949): It is quade ware, dâr neine winninge up sit. (Est mala merx domino, quae nunquam lucra ministrat.)
 
39. Es ist thewer Wahr, wann man der Katzen Speck abkaufft, vnd dem Hund Bratwürst.Lehmann, 420, 56.
 
40. Es kauft einer vom andern die Waare, aber das Glück dazu kann keiner mitkaufen. Sailer, 212.
 
41. Es sind böse Waaren, die man einem andern aufschwatzen muss.Frost, 37.
 
42. Faule (schlechte) Wahr wird jedermann angetragen.Lehmann, 421, 65; Henisch, 1021, 35; Petri, II, 309; Gaal, 1649; Masson, 365.
 
43. Fremde Waaren sind immer besser als die heimischen.
Lat.: Quod procul affertur, hoc dulcius esse refertur. (Binder I, 1518; II, 2897; Fischer, 7, 40; Philippi, II, 145; Seybold, 511.)
 
44. Gestolen Waar ist am thewresten, man muss sie mit dem Hals bezahlen.Henisch, 1577, 67; Petri, II, 336.
 
45. Gleiche Waare, gleicher Kauf.Petri, II, 340; Henisch, 1646, 50; Graf, 252, 158.
 
46. Gode Waare kofft Fiends Geld.Eichwald, 2002.
 
47. Gute Waare bekommt wohl (bald) Kaufleute.
Frz.: Belle marchandise est de belle défaite.
Lat.: Merce proba emptor adest. (Gaal, 1647.)
 
48. Gute Waare darf man nicht lange feilbieten, sie verkauft sich selbst.Seybold, 633; Suringar, CCXXXVII.
 
49. Gute Waare findet geschwind Käufer. Winckler, VII, 58; Chaos, 1056.
Holl.: Goede waar vindt wel een' koopman. (Harrebomée, II, 429b.)
It.: Buona robba trova presto chi la compra benchè stia nascosta. (Pazzaglia, 65, 13.)
 
50. Gute Waare hält sich.
 
51. Gute Waare kauft man nicht zu theuer.
 
52. Gute Waare lockt den Käufer.
Holl.: Goede waar wenkt de koopers. (Harrebomée, II, 429b.)
 
53. Gute Waare macht reichen (frischen, lebhaften) Markt.
 
54. Gute Waaren gewinnen das Geld aus dem Beutel, gute Worte das Herz aus dem Leibe.Winckler, XVII, 40.
Lat.: Cum recte vivas, ne cures verba malorum, arbitrii nostri non est, quid quisque loquatur. (Chaos, 482.)
 
55. Gute Wahr hat bald ein Kauffman.Lehmann, 414, 9.
 
56. Gute Wahr ist nie zu thewer gewest.Lehmann, 414, 9.
It.: Robba buona non fùr mai cara. (Pazzaglia, 327, 10.)
 
57. Gute wahr lobt (rühmt, verkauft) sich selbst.Lehmann, 490, 38; Sutor, 417; Eiselein, 624; Simrock, 11093; Gaal, 1647; Braun, I, 4855.
Engl.: Good ware makes quick market. (Kritzinger, 82a.) – Pleasing ware is half sold. (Masson, 364.)
Frz.: Bonne marchandise est de belle defaite. – Marchandise qui plait est à demi vendue. (Masson, 364.) – La bonne marchandise se recommende elle-anême.
Holl.: Goede waar prijst zich zelve. (Harrebomée, II, 429b.)
It.: La buona mercanzia (roba) si loda da se stessa. (Pazzaglia, 201, 4.)
Lat.: Bonum vinum hedera non indiget. (Altdorf, 184; Binder II, 358.) – Merce proba emtor adest ultro, suspendere vino per se vendibili non opus est hederam. (Binder I, 983; II, 1848; Philippi, I, 248; Seybold, 305.) – Proba merx facile emtorem reperit. (Plautus.) (Eiselein, 624; Philippi, II, 108; Binder I, 1398; II, 2663; Fischer, 181, 97; Seybold, 457.) – Probae fruges ipsae suapte natura enitent. (Cicero.) (Binder II, 2664.) – Vt bona pensatur merx queuis se licitatur. (Reuterdahl, 1098.)
Poln.: Dobre się samo dziękuje. – Na dobre wino wiechy nie potrzeba. (Masson, 364.)
Schwed.: Hwar een waerningh lowar sik sjaelff. (Reuterdahl, 1098.)
Span.: Alábate, cesto, que verderte quiero. (Bohn I, 195.) – El buen pano en el arca se vende. (Masson, 364.)
Ung.: A' jó portéka vásár nélkül is el kél. (Gaal, 1647.)
 
58. Gute Wahr rufft sich selbst auss.Petri, II, 366.
 
59. Guter Waare fehlt es nicht an Käufern.
Dän.: Gode vare finde vel kjøbmand. (Prov. dan., 560.)
It.: Buona mercanzia si vende facilmente. – Buona merce trova tosto compratori.
 
60. Guter wahr darff man kein Crantz ausshencken.Henisch, 653, 14; Petri, II, 365.
Holl.: Goede waar behoeft geen uithang bord. (Harrebomée, II, 429b.)
 
61. Hessliche Wahr hängt (liegt) jmmer vorm kram.Lehmann, 149, 132.
 
62. Jede Waare hat ihre Zeit.
It.: Il temporale vende merce.
 
63. Jede Waare ist nach ihrem Gelde.Graf, 252, 156.
Für geringes Geld kann man nicht kostbare Waare erhalten.
Holl.: Alle waar is naar haar geld. (Harrebomée, II, 429b.)
 
64. Jeder bringt seine Waare so gut zu Markte als sie ist.
 
65. Jeder gibt seine Waare, wie er will.
 
66. Jeder lobt seine Waare.
Lat.: Suum cuique pulchrum. (Cicero.) (Hanzely, 25; Hauer, 38; Philippi, II, 208.)
 
67. Jeder rühmt seine Waare und seine Nase. Steiger, 292.
Lat.: Omnis amat care proprias merces psallare. (Reuterdahl, 652.)
Schwed.: Hwar man lowar sina waeringh. (Reuterdahl, 652.)
 
68. Keine ärgere Waare wie Nein.Blass, 14.
 
69. Lose Waare wird nie wohlfeil.
It.: Robba cattiva non è mai a buon mercato. (Pazzaglia, 221, 4.)
 
70. Man kan nicht an aller Wahr gewinnen, sonst würde man zu reich (oder zu stoltz).Petri, II, 456.
 
71. Man kann auch gute Waare zu theuer kaufen.
Holl.: Men koopt goede waren wel te duur. (Harrebomée, II, 430a.)
72. Man legt einem die wahren vmbsonst auss, wann man kauffen will.Lehmann, 421, 61.
 
73. Man lobt die Waare, die man los sein will.
 
74. Man muss böse wahr mit guter verkauffen. Franck, II, 57a.
Holl.: Men moet het kwade met het goede verkoopen. (Harrebomée, I, 461a.)
 
75. Man muss seine Waare nicht verschleudern.
Holl.: Men moet zijne waar op prijs houden. (Harrebomée, II, 430a.)
 
76. Mit schlechter Waare hat man nie guten Markt.
 
77. Mit seiner eigenen Waare wird niemand betrogen.
Holl.: Aan zijne eigene waar is niemand bekocht. (Harrebomée, II, 429b.)
 
78. 'N Waar, de man gêrn los wesen will, döcht meist Tid ni väl, sagte Hansbaur, als ihm seine Nachbarn ihre Töchter zur Frau empfohlen.Piening, 120.
 
79. Noachdêm Wôer, noachdêm Geld. (Henneberg.) – Frommann, II, 411, 118.
 
80. Offne Wahr haben viel Kauffleut.Petri, II, 502.
 
81. Papierne Wahr, papiern Geld.Petri, II, 505.
 
82. Schlechte Waare ist auch um einen Heller zu theuer.Kritzinger, 440a.
It.: Il buon mercato inganna chi va al mercato. – Roba cattiva non è mai a buon mercato.
 
83. Schlechte Waare wird jedem angetragen. Simrock, 11900; Körte, 6384.
Lat.: Rubo neglecto vitis impetitur. (Seybold, 531.)
 
84. Schöne Waar' und gut besehen, macht den Kauf wol halb geschehen.
 
85. Seltene Waare ist besser als gute.
Sagen die Kaufleute, weil sie daran, mehr als an den meist gesuchten gewinnen.
Dän.: Bedre er geve vare en gode. (Prov. dan., 56.)
 
86. Tewr Wahr haben wenig Keuffer.Petri, II, 545.
 
87. Verfälschte Waare ist kein Kaufmannsgut. Graf, 253, 169.
Auf Rügen: Verfelschede Wahre iss nicht Koepmans Wehrung. (Normann, 209, 165.) Verdorbene Waare oder solche von ganz anderer als der bedungenen Beschaffenheit, also besonders gefälschte, ist man nicht schuldig zu behalten, man kann sie binnen ortsüblicher Frist dem Verkäufer zur Verfügung stellen.
 
88. Verlegen Wahr wird wolfeil aussgeboten. Petri, II, 567.
 
89. Verlegene Waare bringt dem Kaufmann keinen Gewinn.
Ein hebräisches Sprichwort, um auszusprechen, dass schneller Umsatz sichern Gewinn bringe, empfiehlt: »So lange du noch den Stau auf deinen Füssen hast, verkaufe deine Waare.« (Jüdisches Volksblatt, Leipzig, 1864, Nr. 33, S. 132.)
 
90. Verlegene Waare und verlegene Menschen taugen wenig auf den Markt.
 
91. Verlegene Waaren gelten kein Geld.Graf, 252, 168.
Holl.: Verlegen waren gelden geen geld. (Harrebomée, II, 430a.)
 
92. Verpafelte Wahr hengt immer herauss für den Laden.Petri, II, 568.
 
93. Verzobelte (vnnütze) wahr steht (henckt) immer vorm kram.Lehmann, 873, 60.
 
94. Waar in der noth ist doppelt gelt.Henisch, 1467, 52.
 
95. Waar macht manchen Dieb.Henisch, 695, 13.
 
96. Waare, die in die Augen fällt, ist halb verkauft.
It.: Mercanzia che piace, è mezza venduta.
 
97. Waare von gutem Kauf zieht das Geld aus dem Beutel.Winckler, IV, 22.
 
98. War de Waare kehrt, der kehrt Geld.Hauskalender, III.
 
99. Ware fahre, segt de Scherenschlîper, un schuwt de Karr sölwst. (Stallupönen.)
 
100. Wenig wahren sind bald aussgelegt. (S. Schulsack.) – Lehmann, 262, 28.
 
101. Wer bunte Waare hat, verkauft, auch wenn sein Nachbar einen Kram aufschlägt.
 
102. Wer d' Waar' verschâgget (schilt, verachtet), het Lust derzue.Sutermeister, 134; hochdeutsch bei Simrock, 11091a.
Dän.: Mangen laster, det han lyster. (Prov. dan., 7.)
 
103. Wer der wahren selbst bedarff, dem ist böss abkauffen.Lehmann, 420, 55.
 
104. Wer die Waare anpreist, will sie los sein.
It.: Mercante che loda la sua mercanzia nè vorrebbe esser liberato. (Pazzaglia, 220, 8.)
 
105. Wer die Waare nicht loben kann, bringt sie schwer an ihren Mann.
 
106. Wer die Waare verachtet (tadelt), will sie kaufen.
Dän.: Hvo meget foragter, han vil kjøbe det. (Prov. dan., 342.)
 
107. Wer die Waare zu theuer bietet, macht sie unwerth.
 
108. Wer gute Waare haben will, muss guten Preis zahlen.
Frz.: Qui bon l'achète, bon le boit. (Lendroy, 154.)
 
109. Wer gute Wahr haben wil, der muss gute Wahr aussgeben.Petri, II, 715.
 
110. Wer kein Wahren hat, der thut den Kram zu.Lehmann, 420, 47.
 
111. Wer seine Waare erhält, ist nicht betrogen.
Holl.: Die zijne waar hondt, is niet bedrogen. (Harrebomée, II, 429b.)
 
112. Wer seine Waare nicht lobt vnd schwert, vmsonst er auff die Jahrmarckt fehrt.Henisch, 1041, 57.
 
113. Wer unrechte Waare kauft, mag unrechte Waare behalten.Graf, 260, 210.
Nach manchen Rechten muss jemand die Waare, die er nach vorausgegangener Besichtigung gekauft hat, behalten, auch wenn sich später herausstellte, das sie fehlerhaft wäre. (S. Auge 258.) In Ostfriesland: De unrechte Ware kofft, de mach unrechte ware hebben. (Wicht, II, 82, 389.)
 
114. Wie die Wahre, so ist das Gelt (die Losung, der Preis).Lehmann, 417, 34; Petri, II, 788; Eiselein, 624; Masson, 381; Graf, 252, 155; Braun, I, 4854.
Lat.: Sortilegi fatum valet vt sit dona lucratum. (Reuterdahl, 914.)
Schwed.: Swa dogher leff som lönt aer. (Reuterdahl, 914.)
 
115. Wohlfeile Waare leert den Beutel.
Holl.: Goedkoope waar trekt het geld uit de beurs. (Harrebomée, II, 429b.)
It.: Le buone dervate votan la borsa.
 
116. Wohlfeile Waare wird nicht geachtet.
Span.: Lo que cuesta poco se estima en menos. (Don Quixote.)
 
117. Zu guter Waare darff man nit Herold mieten.Seybold, 633.
 
118. Zu oft gesehene Waare verliert den Werth.Winckler, XIX, 63.
 
119. Zu schlimmer Waare findet sich schwer ein guter Käufer.
 
120. Das ist eine angriffsche1 Waare. (Niederlausitz.)
1) Oder: angreifsche? Das eingegangene Manuscript lässt dies zweifelhaft, und mir ist die Redensart sonst noch nirgend begegnet.
 
121. Das ist frische Waare.
Neue, junge Kräfte.
 
122. Das ist verbotene Waare.
Holl.: Dat is verboden waar. (Harrebomée, II, 429.)
 
123. Das ist Waare für Bacher.Tendlau, 541.
Von Mädchen, die sitzen bleiben. Die Jünglinge, welche sich rabbinischen Studien widmen, heissen Bachurim. Da es für verdienstlich galt, einen Gelehrten zum Schwiegersohne zu haben, so wählte nicht selten ein reicher Mann einen solchen Jüngling (Bachur) zum Schwiegersohne, theils aus dem angegebenen Grunde, in der Regel aber um seine hässliche Tochter auf eine anständige Weise los zu werden.
 
124. Die Waare ist gepfeffert.
Sehr theuer.
Frz.: Chère épice.
 
125. Die Waare ist so schlecht, dass man sie wegschenken muss.
»Die schlechteste Waare ist zuverlässig diejenige, die man nicht anders benutzen kann, als wenn man sie weggibt.« (Witzfunken, II b, 94.)
 
126. Die wahr ist freilich sein, er lobts wol so fast.Franck, II, 180b; Sutor, 717.
 
127. Diese Waare geht nicht mehr ab.
Frz.: Céte marchandise n'a plus de cours. (Kritzinger, 184a.)
 
128. Einem seine Waare abwässern.Mathesy, I, 121a.
Ihn übervortheilen.
 
129. Er hat all das Seine in nasser Waare angelegt, wie Grünewald.
 
130. Er hat die besten Waaren unten wie die westfälischen Kaufleute.
Holl.: Het gaat hem als den kooplieden uit Westfalen, die gewoonlijk de beste kousen onder in den zak hebben. (Harrebomée, I, 435b.)
 
131. Er ist mit seiner Waare auf einem guten Markt gewesen.
Holl.: Hij is met zijne waar op eene goede markt geweest. (Harrebomée, II, 429b.)
 
132. Er kann seine Waaren gut an den Mann bringen.
Holl.: Hij kan zijne waar goed aan den man brengen. (Harrebomée, II, 429b.)
 
133. Er kramt seine Waaren aus.
Holl.: Hij kramt zijne waaren uit. (Harrebomée, II, 430a.)
 
134. Er weiss sein wahr nicht zu Marck zu bringen. (S. Gelehrt 16 und Geschäft 50.) – Lehmann, 295, 41.
 
135. Er weiss seine Waaren anzupreisen (anzuschmieren).
Holl.: Hij woet zijne waar te doen gelden. (Harrebomée, II, 430a.)
 
136. Er weiss seine Waare wohl zu verkaufen.
Frz.: Debiter bien sa marchandise. (Kritzinger, 201b.)
 
137. Er weiss, was die Waaren auf dem Markte gelten.Kritzinger, 184a.
 
138. Er will Waare haben und das Geld behalten.
Von denen, die kaufen wollen und nichts dafür geben.
Frz.: Il veut avoir l'argent et le drap.
 
139. Es ist alte verlegene Waare.
Lat.: Soterici lecti. (Gellius.) (Philippi, II, 196.)
 
140. Es ist ein rechte wahr in seinn krom. Franck, II, 107b; Eiselein, 392.
Lat.: De gusto cognosco. (Sutor, 117.)
 
141. Es ist eine Waare, die wohl abgeht.
Frz.: C'est une marchandise de bon debit. (Kritzinger, 201b.)
 
142. Es ist kein Wahr in mein Kram.Eyering, II, 549.
 
143. Es ist nürnberger Waare.
Fein, nett, gut, zierlich gearbeitet.
Dän.: Nürnbergs arbeyd det er net og fint. (Prov. dan., 147.)
 
144. Gleiche Waar in gleichen Kauf geben. Waldis, III, 96, 74.
 
145. Ihre Waare taugt nicht auf meinen Markt.Parömiakon, 1810.
 
146. In nassen Waaren handeln.
Ein Trinker sein.
Holl.: Hij handelt in natte waren. ( Harrebomée, II, 429b.)
 
147. Seine Waare ist die beste.
Meint der Stolze, Eingebildete.
 
148. Sie handelt mit kurzer Waare.Körte, 3081b.
Schwäbisch, um ein verkäufliches Frauenzimmer zu bezeichnen.
 
149. So liet de War. (Iserlohn.) – Woeste, 91, 213.
So stehen die Sachen.
 
150. Solche Waare will Denare.Parömiakon, 712.
Von allem, was sehr theuer zu stehen kommt.
 
151. Die Waare wird nach dem Marktpreise bezahlt.
Engl.: A man must sell his ware at the rates of the market. (Bohn II, 18.)
 
152. Eine Waare, die gefällt, ist halb verkauft.
Engl.: Pleasing ware is half sold. (Bohn II, 125.)
Frz.: Chose qui plait est à demi vendu. (Bohn II, 125.)
It.: Mercanzia che piace è mezza venduta. (Bohn II, 125.)
 
153. Es ist besser seine Waare verkaufen, als sich selbst.
Frz.: Mieux vaut vendre de la marchandise, que de se vendre. (Cahier, 1767.)
 
154. Wenn die Waare verkauft ist, wird der Laden geschlossen.
Engl.: When the ware be gone, shut up the shop windows. (Bohn II, 140.)
 
155. Wer die Waare lobt, der kauft sie nicht.
It.: Chi stima, non compra. (Giani, 1592.)
 
156. Wer die Waare schilt, hat Lust dazu.
It.: Chi biasima vuò comprare. – Chi disprezza, compra. (Giani, 380.)
 
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Wach
Wenn he wach ward, so döggt he nich.Eichwald, 2004; Schlingmann, 1424.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
2. Besser wach bleiben, als schreckhaft träumen.Merx, 242.
 
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Wache
1. Je besser die Wachen, je sicherer das Heer.
 
2. Ohne Wache ist die beste Festung eine verlorene Sache.
Dän.: Vagt er leirens og festningens liv. (Prov. dan., 559.)
 
3. Dass dich die Wache nicht kriegt.Klix, 124.
 
4. Dem will ich die Wache ansagen.Klix, 124.
 
5. Einem die Wach' ansagen.Frischbier2, 3950.
Einen ausschelten, mit Strafe bedrohen.
 
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Wachen
1. Da 's lange wachten, man quad fasten.
 
2. Es wachen nicht alle, welche die Augen offen halten.Nass. Schulbl., XII, 5.
 
3. Mit wachen und wagen kann man das Glück erjagen.Simrock, 11096; Braun, I, 4858.
 
4. Mit wachen und wagen muss man die Ruh' erjagen.Eiselein, 624.
Lat.: Vigilandum est semper, multae insidiae sunt bonis. (Cicero.) (Philippi, II, 250.)
 
5. Wach vil, schlaff wenig zu aller frist, faulkeyt der laster narung ist.Franck, I, 149a; Henisch, 1022, 59.
 
6. Wache thuet mager mache.Sutermeister, 129.
 
7. Wachen, handeln und bedenken werden's wol zum Ziele lenken.
Lat.: Vigilando, agendo, bene consulendo prospere omnia cedunt. (Philippi, II, 249.)
 
8. Wachen und Beten lässt die Frucht nicht zertreten.Simrock, I, 11096a.
 
9. Wer nicht immer wacht, der ist schlecht bewacht.
Frz.: Il ne se garde pas bien qui ne se garde toujours. (Bohn I, 24.)
 
10. Wer wachen wil, der wache bei zeit.Petri, II, 776.
 
11. Wir wachen oder schlafen, so schläft der Hauszins nicht.Sailer, 119.
Lat.: Citius usura currit, quam Heraclitus. (Binder II, 493; Faselius, 45; Philippi, I, 82; Tappius, 178a; Wiegand, 228.)
 
12. Wo wachen schadet, da macht ein Kluger die Augen zu.Sprichwörtergarten, 447.
Es ist nicht gut, alles zu sehen.
 
13. Er wacht wie eine Lampe.
Das Wachen und Aufbleiben wird ihm nicht sauer.
 
14. Wachen wie eine Schneegans.Chaos, 34; Parömiakon, 959.
 
15. Wach, dass du ruhest; ruh, dass du wachst. Hertz, 40.
Inschrift an einer Schlafstube.
 
16. Wer im Wachen vor dem Büffel läuft, fasst im Traum den Teufel am Horn.Neue Freie Presse, 4592.
 
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Wachender
Der Wachende hat (behält) Recht.
Frz.: A qui veille, tout se révèle. (Cahier, 1762.)
 
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Wachholder
1. Vor dem Wachholder soll man das Knie beugen und vor dem Hollunder den Hut abziehen.Sailer, 292.
 
2. Das muss man (oder: wird man nicht) mit Wachholder vertreiben.
Von unreiner Luft, eigentlich und uneigentlich, Aergerniss u.s.w.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
3. Auf Wachholder blüht keine Rose. (Rumänisch.) – Neue Freie Presse, 4581.
 
4. Einem Wachholder vormachen.
Wohlriechenden, blauen Dunst.
 
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Wachholderbeere
Nicht aus allen Wachholderbeeren wird Branntwein gepresst.Altmann V.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
2. Ich esse Wachholderbeer blau mit Jesu Kreuz zur Schau; ich esse Preisselbeer roth mit Jesu Pein und Tod.
Rothen und blauen Waldfrüchten wird magische Wirkung beigelegt; daher der obige norwegische Spruch. In der geringelten Krone beider Beerengattungen sieht auch unser oberdeutscher Volksglaube das von Gott angebrachte Zeichen eines Kreuzchens. (Zingerle, Tirol, 469; Rochholz, Deutscher Glaube, II, 280.)
 
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Wachs (das)
1. Das wachs muss mann wol beren, so lasst es sich formieren vnd zur kertzen machen. Franck, II, 104b.
 
2. Der muss viel Wachs haben, der unsern Herrgott eine Nase drehen will.
Holl.: Gij moest veel was hebben, zondt gij God een' wassen neus maken. (Harrebomée, II, 437a.)
 
3. In weich Wachs kan man drucken was man will.Lehmann, 129, 7; Schuppius, Schr., III, 391.
 
4. In weiches Wachs kann man Engel und Teufel drücken.
»Ein Kind ist wie ein Wachs, da kann man darin drücken ein Rösel oder einen Esel.« (Abraham a Sancta Clara.)
Dän.: I vox kand mand trykke hvad mand vil. (Prov. dan., 565.)
 
5. Wachs, Flachs und Zinn viel Geld und klein Gewinn.
Holl.: Was, vlas en tin, voor groot geld, klein gewin. (Harrebomée, II, 437.)
6. Wachs und Dreck leuchten nicht gleich.
Dän.: Skarn og vox brænder ei eens i kirken. (Prov. dan., 503.)
 
7. Wer von Wachs ist, muss nicht zum Feuer kommen.Winckler, II, 48.
Holl.: Die van was is, moet bij het vuur niet komen. (Harrebomée, II, 437a.)
 
8. Aen ais Wax sätza.Peter, 450.
Derb zurechtweisen. (S. Heimleuchten.)
 
9. Aus dem wirst du kein Wachs machen.Klix, 122.
 
10. Das ist kein Wachs.Körte, 6384.
Keine Kleinigkeit. Früher straften die Zünfte ein kleines Versehen mit einer gewissen Masse Wachs, dessen sie zu ihren Feierlichkeiten bedurften.
 
11. Du must vil wachs haben, wiltu Got ein wächsin nass träen.Franck, II, 53b.
 
12. Einem eine wächserne Nase drehen.
Holl.: Hij brengt er een' wassen neus aan. (Harrebomée, II, 437a.)
 
13. Einem etwas ins Wachs drücken.
Es in der Absicht anmerken, um es später zu rügen.
14. Er ist blosses Wachs.
Ein Mensch ohne Charakter, der alles aus sich machen lässt.
Lat.: Cera tractabilior. (Philippi, I, 79.)
 
15. Er wird Wachs scheissen, ohne Honig gekostet zu haben.
 
16. Es ist nicht alles Wachs, was er brennt.
Holl.: Het is niet al was, dat er brandt. (Harrebomeé, II, 437a.)
 
17. Man wird dir's in Wachs drücken.
Wird es sich auf deine Rechnung hinter die Ohren schreiben.
 
18. Wachs machen.
In Wien für: sich viel einbilden, sich patzig machen.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
19. Bi 'm Pund Wass.Dähnert, 540a.
So wurden bei Gemeinde-, Zunft- u. dgl. Versammlungen die alten Strafen ausgedrückt, bei welchen die Mitglieder zu den Zusammenkünften gefordert wurden.
 
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Wachs (der)
Da hast du etwas, damit dir der Wachs nicht vergeht.
In der Niederlausitz zu Kindern, die von einer Speise, einer Leckerei gern etwas haben wollen. Es scheint die Meinung zu Grunde zu liegen, die unbefriedigte Sehnsucht der Kinder könne ihrer körperlichen Entwickelung, ihrem Wachsthum nachtheilig sein.
 
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Wachsbirne
Die (rothbäckige) Wachsbirne kennt ihre Muhme, die Holzbirne nicht. (Wend. Lausitz.)