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Deutsches Sprichwörter-Lexicon von Karl Friedrich Wilhelm WanderLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
bis Valencia (Bd. , Sp. )
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Artikelverweis V
1. Zwei V nach einem W machen zwei Wehe.
Fr. Taubmann verstand unter den zwei V Vinum und Venus, Wein und Weib, die er für zwei Wehe erklärte. Darum hatte ein alter Dichter gesagt: Ex solvi lumba Venere, et solvi lumbo Baccho, fit solvi lumbo Podagra. (Witzfunken, IVb, 49.)
 
2. Zwey VV machen ein W.Gruter, III, 119.
 
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Vacanz
Wenn Vormittag Vacanz ist, so ist Nachmittag gewiss.Chaos, 870.
 
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Vadder
Vadder, s. Gevatter.
 
 
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Vadderkolz
Nichts als Vadderkolz.Dähnert, 515a.
Eitles Gerede über unwichtige Dinge.
 
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Vaddersche
Vaddersche1, Vaddersche, so is 't mi sien Löüwen no' ne goahn, söä' Rinkel's Dürte tor Wehmuo'r, un krêg 'n Kind.Schlingmann, 1190.
1) Gevatterin.
 
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Vadderschnak
En lang'n Vaddersnak hol'n.Eichwald, 1757.
Das Brem. Wörterbuch bezeichnet den Vadderschnak (Gevatterschnak) als ein Altweibergewäsch.
 
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Vademecum
Es ist ein wahres Vademecum.
Wörtlich ein »Gehmitmir«, d.i. ein Begleit- oder Taschenbüchlein für das Leben, ursprünglich der Titel einer Sammlung neulateinischer Epigramme von P. Lotichius (gestorben 1699 als kaiserlicher Rath zu Frankfurt a.M.), die derselbe 1623 unter dem Titel Vademecum sive epigrammatum novorum centuriae duae herausgab. (Vgl. Büchmann, 9. Aufl., 100.)
Holl.: Het is een vademecum. (Harrebomée, II, 355.)
 
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Vagabund
Nichts anders weiss der Vagabund, nur Schimpf erwart' aus seinem Mund'.Ehrmann, 111.
 
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Vagant
Er ist ein Vagant wie der Palmesel, der sich alle Jahr einmal sehen lässt.Chaos, 769.
 
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Valant
1. Dass ihn der Valant reiten soll!Eiselein, 615.
Verhüllungsform für Teufel. Vgl. Frommann, II, 505, 32 und die Belegstellen aus der ältern Literatur bei Eiselein a.a.O., als: »Ich dank es mime Heile, dass ich dem Valande entran. Du hast den Valant getan. Valandes Barn (Kind).« Das Wort kommt, wie Eiselein bemerkt, von valen, välen = irren, irreführen, seducere, wonach Valant so viel bedeutet als seductor diabolus.
 
2. Er ist dem Valant entronnen.
 
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Valencia
1. In Valencia taugen die Männer so viel als die Weiber.
D.h. sie taugen beide nichts. Die Spanier sagen in Bezug auf die Einwohner von Valencia: Das Fleisch ist Kraut, das Kraut – Wasser; die Männer sind Weiber, die Weiber nichts.
 
2. Valencia hat die schönsten Frauen Spaniens. Hesekiel, 48.
 
3. Valencia hat steten Frühling.Hesekiel, 48.
 
4. Valencia heisst die Schöne (Formosa).Hesekiel, 48.
 
5. Auf denn, nach Valencia!
Aus P. Alex. Wolff's Preciosa (Act 4, Scene 12, Leipzig 1865). Verwandt ist damit die Stelle in Herder's Cid (Gesang 49): »Auf, ins Feld! Es geht zum Sieg, Krieger, gen Valencia.« Jetzt vernimmt man auch wol: »Auf, nach Kreta!« (Vgl. Büchmann, 8. Aufl., S. 59.)