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Deutsches Sprichwörter-Lexicon von Karl Friedrich Wilhelm WanderLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
bis Tacke (Name) (Bd. , Sp. )
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Artikelverweis T
1. Drei T sind der Menschen grösste Feinde: Teufel, Tod und Trübsal.Parömiakon, 2641.
 
2. T e n ten, gebratene Enten. (Ostpreuss.)
Auch mit dem Zusatz: auf dem Theebret.
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
3. Drei T braucht, wer nach Rom geht: Tempo (Zeit), Testa (Verstand) und Testone (Geld).
 
4. War dass T also steyt (Trewe), dar dass L dar bouen geiht (Loissheit); das V hat dar die macht (Vnrecht), das es das R nit acht (Recht); dar wirt der mensch also verblendt, das er noch E noch G enkenth (Ehr' vnd Godt).Weinsberg, 32.
 
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Taam
Es hot nit kein jüdischen Taam (Geschmack).
Von unschmackhaften Speisen.
 
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Taback
1. Dar Towack is gutt, sagte der Bauer, wo is dar Dreck har? (Schles.)
Spottlob auf eine schlechte Sache.
 
2. Das ist starker Taback, sagte der Teufel, als man ihn mit einer Pistole in die Nase schoss.
 
3. Dat 's baschen (barscher, starker) Toback, säd' de Düwel, as de Jäger em in 't Mûl schâten harr, un spôgt de Hagelkürn ût. (Hamburg.) – Hoefer, 1021.
 
4. Der Taback ist gut, sagt Stänkermann.
 
5. Der Taback ist gut, sagte der Bettelvogt, ich rauche ihn selber.
Holl.: Is de tabak goed? vroeg de man. Zou ze met goed wezen, zei besje, ik rook er zelve van. (Harrebomée, II, 322a.)
 
6. Der Taback ist zum Rauchen so nöthig als die Pfeife.
In Estland sagt man: Die Milch ist zum Nähren nöthiger als die Brust. (Altmann V, 82.)
 
7. Der Taback lässt sich rauchen, sagte der Bursche, als ihn die Magd einmal hatte stopfen lassen.
Holl.: Wat dunk je van dien tabak? vroeg goelijke Lijs aan Flip, en zij had hem eens laten stoppen. (Harrebomée, II, 322a.)
 
8. Der Taback weist den Weg.
 
9. Ên Pîp Tôback is gôd vör'n Hunger, säde de Sonderburger. (Holst.) – Hagen, 99, 33; Diermissen, 78; Hoefer, 995.
 
10. En Pipken Tuback es guet för Kuck un för Kack, giet et ok nitt viel int Lif (Leib), es et doch för Titverdrif. (Iserlohn.) – Firmenich, III, 179.
Die Schweden denken weniger günstig über ihn: Tobak är en penning, spilla, hafwädvilla och luchtar illo. (Törning, 152.)
 
11. Erst en Pîp Tobak un dän en Pead ut'n Growen, seggen de Lüed, wen se vör de Hauptarbeit noch iast 'ne Kleinigkeit afmoken wil'n. (Ukermark.) – Engelien, 218, 46.
 
12. Es Pfiffli Taback is ebe so gut, als eine, der's Geld mit Sufe verthut. (Bern.) – Schweiz, II, 248, 21.
 
13. Man braucht den Taback nicht eher zu besorgen als die Pfeife.
 
14. Taback ist für Menschen, nicht fürs Vieh.
 
15. Was nützt der Taback, wenn man keine Pfeife hat.
Der Albanese sagt: Man braucht den Taback nicht eher zu besorgen als die Pfeife. (Altmann V, 91.)
 
16. Wenn der Taback blüht, schliesse die Gewächshäuser.
 
17. Anno Toback, als der alte Fritz Gefreiter war.
 
18. Anno Tuback, und jetzt schreibt ma Zundel. (Schwaben.)
 
19. Dafür gibt man keine Pfeife Taback.
 
20. Das ist alter Taback.
Eine veraltete, längst bekannte oder abgemachte Sache.
 
21. Das ist (ganz) anderer Taback als Knaster.
Holl.: Dat is andere tabak dan knaster. (Harrebomée, II, 321.)
 
22. Das ist eine schlechte Pfeife Taback.
Ein unangenehmer Vorfall, eine schmerzliche Erfahrung. Auch holländisch. Zwei holländische Matrosen betrachteten (1870) am Schaufenster einer kölner Buchhandlung die ausgelegten Karten vom Kriegsschauplatz, auf dem zur Erläuterung die Stellungen der Kämpfenden durch Nadeln mit farbigen Fähnchen bezeichnet waren. Als einer der beiden sich endlich zurechtgefunden hatte, rief er aus: »Goddome, de Franschen hebben een slechte pijp tabak gerookt.« (Buch der Welt, Stuttgart 1871, Nr. 10.)
 
23. Das ist starker Taback.Wurzbach II, 339.
Ungewöhnliches Begehren, starke Zumuthung, unverschämte Forderung. Im Harz: Dat is starker Toback. (Lohrengel, II, 89.)
 
24. Das war schlechter Taback.
Wenn man unangenehme Dinge hören muss.
 
25. Das war starker Toback, wie die Mecklenburger sagen.
 
26. Den Taback mag ich nicht kauen (rauchen).
 
27. Der Taback gefällt ihm nicht.
 
28. Einem auf eine Pfeife Taback geben.Parömiakon, 1270.
Einen beschenken, um seinen Willen zu Gunsten des Schenkenden zu bestimmen.
 
29. Er hat schlechtern Taback gekaut.
 
30. Er hot kann Tuback uf der Pfeif'.Tendlau, 1010.
Von jemand, der sich den Schein der Gelehrsamkeit gibt, aber davon wenig in der Wirklichkeit besitzt. Als jemand einen Tabacksraucher fragte, warum er rauche, und die Antwort erhielt: »Zur Unterhaltung«, dann könntest du ohne Taback rauchen, worauf entgegnet wurde: »Dann wüsste ich nicht, wenn ich aufhören sollte.« Diese Anekdote wandte ein gelehrter Rabbi auf einen stillbetenden Rabbiner an, der, weil er nichts dachte, nicht zu Ende kam.
 
31. Er (es) is kei Pfife Tabak werth. (Luzern.)
Holl.: Dat is geene pijp tabak waard. (Harrebomée, II, 321b.)
 
32. Für den ist kein Taback zu stark.
Von jemand, der alles verträgt, auch alles glaubt. »Für die Leser dieser Zeitung ist kein Taback zu stark.« (Wächter, Cleveland vom 3. Nov. 1870.)
33. Ich gev ken Pîf Tuback nich für se Leaven. (Bedburg.)
 
34. 'N frisk Pîp Toback, unse Môr ist in de Rüst.Hauskalender, IV.
 
35. Nex Tabacks. (Schwaben.)
Da wird nichts daraus.
 
36. Noch eine Pipe Toback.Danneil, 18.
Zeitmass, so lange noch als man bedarf, um eine Pfeife Taback zu rauchen, etwa eine halbe bis eine Stunde. (S. Hundeblaff.)
 
37. Up en Pip Toback un en Mund voll Snack, un en Glas Bêr un denn nich mehr.
Sprichwörtliche Einladung der alten Dithmarsen.
 
38. Von Anno Toback her.
Von sehr alter Zeit. (S. Olim.)
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
39. Bei viel Taback ist wenig Braten.Merx, 294.
 
40. Ich will dir den Taback schon einmachen. Neuer Pitaval, XIII, 95.
Schweizer Drohrede.
 
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Tabacksbruder
Ein Tabacksbruder muss dem andern Feuer geben, sagte der Sauhirt zum Pastor.
Der vorübergehende Pastor bat ihn um Feuer.
 
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Tabacktrinker
En gueta Tobaktrinker, en alta Hosastinker. Tobler, 152.
 
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Tabernakel
Dat ess e gruss Tabernakel un winnig Helligthom. (Bedburg.)
 
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Tabulatur
1. Er versteht die Tabulatur.Waldis, IV, 46.
 
2. Et geit mit em alles na de Tabulatur. (Holst.) – Schütze, IV, 243.
Von einen Menschen, der sehr peinlich auf Ordnung hält. In Pommern: Dat sall ümmer na de Tablatur gân. (Dähnert, 481b.)
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
3. Nach der Tabulatur reden.Schade, Satiren, III, 190, 3.
 
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Tace
1. Er hat gelert (gelernt) was Tace heysst. Franck, II, 54a.
Er versteht zu schweigen.
 
2. Tace, die Laurer lauern.Körte, 3713.
 
3. Tace heisst ein Leuchter.Körte, 3779.
In Köthen: Tace heisst eine Lichtputze.
 
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Tachtel
Ich warem (werde ihm) a mohl anne obichte Tachtel gan.Robinson, 607.
In Pommern: Ik gav em ene düchtige Tachtel. (Dähnert, 481b.)
 
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Tacitus
Wer sich zum Tacitus macht, den hält man bald für einen Cornelius.
»Es kann einer wol zum Cornelio gemacht werden, wenn er des Taciti Person vertreten wil.« (Wirth, I, 63.)
 

 

[Zusätze und Ergänzungen]
2. Besser ein Cornelius Tacitus als ein Publius Cornelius.
Ein von seiner Frau betrogener Ehemann beklagte sich darüber beim Bischof Camus von Belley. Dieser gab ihm den Rath, sein Schicksal mit Stillschweigen zu ertragen, also lieber ein Cornelius Tacitus als ein Publius Cornelius zu sein.
 
3. Aus dem Tacitus antworten.Langbein, 29. Bd.
D.i. schweigen.
 
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Tacke (Name)
Tacke (Name).
 
Wahr et af, sagt Tacke. (Halberstadt.)